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Avatar #731738
am Donnerstag, 24. August 2017 um 17:34

Reform Heilpraktiker - Ja bitte

Seit 5 Jahren arbeite ich als Heilpraktikerin, mit unfangreicher medizinischer Vorausbildung (Krankenpflegeausbildung, Rettungsassistentin)
Ja, sicher gibt es schräge Vögel, die man vom Markt nehmen muss.

Was mich wütend macht ist, dass man kollektiv und undifferenziert auf einen Berufsstand draufhaut. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es nicht um konstruktive Vorschläge geht sondern man über eine Rufmordkampagne den Beruf totzuschlagen versucht und - kurz vor dem letztem Atemschnapper - wirft man den Rettungsring hin, der dann nicht mehr ergrriffen werden kann. Schließlich große Krokodilstränen und hinterrücks schadenfrohes Händereiben.... Das Problem hat man dann erledigt.

Ja, bitte eine geregelte Ausbildungsordnung!
Ja, bitte klare Prüfungs- und Zulassungsrichtlinien!

Nicht jeder Heilpraktiker ist ein durchgetickter Esoteriker. Wenn ich nur ein Ätherisches Öl empfehle darf ich das nicht ohne "Erlaubnis die Heilkunde auszuüben".

Das größenwahnsinnige Spinner wie der immer wieder erwähnte "Naturkrebsarzt" Klaus Ross so lange praktizieren konnten ist für mich Teil eines Riesenskandals. In der Zulassung vom Gesundheitsamt steht ganz klar, dass die Erlaubnis zur Berufsausübung der Überwachung der aufsichtsführenden Behörde unterliegt.
Dass in dieser Praxis was schiefläuft wurde lange gemunkelt. Das Gesundheitsamt blieb untätig. Wenn es stimmt, dass er bereits wieder (wo anders) tätig ist, ist das einfach nicht zu fassen. Unterlassung von amts wegen?

Will man solche Gestalten gar nicht vom Markt nehmen, um bestimmten Entwicklungen Vorschub zu leisten? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.....

Ich arbeite verantwortungsvoll meinen Patienten gegenüber und habe bislang noch keinen Schadensfall meiner Berufshaftplicht melden müssen.

Ich bitte einfach um faire Auseinandersetzung mit dem Thema und keine Bildzeitungsphilosophie!
Avatar #103488
am Donnerstag, 24. August 2017 um 17:44

Unsachliche Kritik an sachlicher Kritk

@ MediziniDD:

Sie schreiben, das Memorandum enthalte "viele sachliche und rechtliche Falschaussagen". Welche denn? Eine solche Behauptung sollte man auch belegen.

Sie schreiben, wie gefährlich Heilpraktiker seien, könne man "sicher auch an der Höhe der Kosten für Berufshaftpflicht festmachen". Das ist nicht so. Daran lässt sich nur festmachen, wie viele Schadensfälle zur Entschädigung kommen. Die meisten werden vermutlich gar nicht als solche wahrgenommen, oder nicht geltend gemacht, manchmal, weil Tote ihre Rechte nicht mehr wahrnehmen können.

Sie schreiben: "Heilpraktiker helfen vielen Menschen." Woher wissen Sie das? Es gibt keine Versorgungsforschung zum Heilpraktikerwesen. Man weiß nicht was sie tun und schon gar nicht, was davon schadet oder nützt. Das übliche Argument ist dann, man sehe doch an der Nachfrage, dass man helfe. Das könnten Sekten wie Scientology mit gleichem Recht von sich behaupten.

@ Gunthard Heller:

Sie schreiben, dass "man im spirituellen Bereich stärker als im physischen Bereich mit Kräften in Berührung kommt, die sich der Kontrolle entziehen." Wenn dem so wäre, müssten Sie die Finger davon lassen, denn Kräfte, "die sich der Kontrolle entziehen", sind per se gefährlich.

@ Clemens-X:

Sie sprechen von "ekelhafter Lobbyisten-Aktivität". Warum ist für Sie Kritik an Qualitätsproblemen im Heilpraktikerbereich "ekelhaft"? Schauen Sie sich mal in Ihren Kreisen um, da wird Krebs mit Sauerstoff oder mit Globuli behandelt, da werden "Erdstrahlen" entstört, es gibt MMS-Anwendungen und so viel Scharlatanerie, dass man diesem Treiben nicht länger zusehen kann. So wie schädliche und nutzlose Behandlungen aus der konventionellen Medizin ausgeschieden werden müssen - das Hauptanliegen der evidenzbasierten Medizin - so muss auch im Heilpraktikerwesen die Spreu vom Weizen getrennt werden.
Avatar #99598
am Donnerstag, 24. August 2017 um 19:25

Tolle Diskussion hier! - Ich antworte mit der Schilderung eigener Erfahrungen

Ich geriet in 2005 selbst in eine heftige Krise mit BurnOut und schwerer Depression. Als erstes bekam ich zu spüren, dass die therapeutische Versorgung katastrophal war, denn ich erhielt erst nach 10 Monaten Wartezeit einen Therapieplatz. Dieser war (aus heutiger Sicht) völlig ungeeignet: Ein Psychiater und Psychoanalytiker versuchte sich an mir. Nachdem ich 50 Minuten lang meine Verzweiflung zum Ausdruck gebracht hatte, er aber nichts darauf antwortete, meinte er: „Nun, die Stunde ist jetzt zu Ende." Dann ging er an ein Sideboard, zog eine ca. 40cm hohe, 1 m breite und mindestens 60cm tiefe Schublade auf, wühlte darin herum, zog eine Schachtel mit Pillen hervor, las, wählte dann eine andere, las und sagte schließlich: „Nehmen Sie das, das wird Ihnen gut tun!” Ich stand entsetzt auf und sah den Inhalt der Schublade. Es sah aus wie auf dem Grabbeltisch beim Ausverkauf. Zig Pharmareferenten mussten sich wohl dort schon entleert haben!
Ich habe bis Therapieende, ambulant und stationär 5 Psychotherapeuten und 4 Psychiater kennen gelernt, bei denen ich mich heute frage, was die wohl in ihrer ca. 11-jährigen Ausbildung gelernt haben. Keiner folgte einem lege-artis-gemäßen Therapiekonzept bzw. hatte gar keines, 7 von den 9 Therapeuten fehlte jegliche Empathie und Beziehungsfähigkeit. Was die wohl in ihren Fortbildungen gemacht haben???

Nachdem ich zunächst in der Selbsthilfegruppe BurnOut / Depression meine gewonnenen Erkenntnisse einbringen wollte, dann aber ausgeschlossen wurde, weil ich nicht länger Gleicher unter Gleichen sei, machte ich mich als Psychologischer Berater selbstständig. Ich spürte mein Talent für diesen Beruf.
Schon bald merkte ich, dass ich die Grenze zur Heilbehandlung überschreite, wenn ich meinen Klienten wirklich helfen will. Also begann ich im Alter von 57 Jahren eine Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie. Wie hätte ich da noch sinnvoll studieren können??? Hier zeigte sich, wie sinnvoll der Beruf Heilpraktiker ist!

Ich lernte an einer der größten Heilpraktikerschulen und begriff bald, dass es sich doch nur um ein Geschäftsmodell handelt, nach dem Motto „Versprich den Schülern eine erfolgreiche Selbstständigkeit und schleuse sie mit guter Erfolgsrate durch die Prüfung.” Elementar wichtige Dinge, wie man konkret eine Therapie je nach Störungsbild aufbaut, wie man Dokumentation führt, welche Dinge man bei der Praxis-IT beachten sollte (Datenschutz, BackUp-Server usw.) haben wir nie erfahren! Nur zwei Dozenten erlebte ich als kompetent und engagiert, bei dem Rest hatte ich den verdacht, dass sie sich ein dringend nötiges Zubrot verdienen wollten. Später erfuhr ich, dass die Dozenten ein Stundenhonorar erhalten, das meist unter dem an Volkshochschulen liegt. So erklärt sich dann die miese Ausbildungsqaulität des angeblichen Martführers! Ebenfalls stellte ich fest, dass die parallel zu den Heilpraktikerschulen betriebenen Heilpraktikervereine nur als Marketingkanal für die Heilpraktikerschulen dienen und von Interessenvetretung kaum die Rede sein kann.
Ferner war ich entsetzt darüber, was diese große und wohl angesehene Heilpraktikerschule noch als „Fachausbildungen” anpreist:
Astropsychologischer Berater
Familienstellen (in 6 Terminen zu je 5 Stunden brutto)
Gesprächstherapie nach Rogers (in nur 4 + 9 Terminen zu 7 Stunden)
Hypnosetherapie (in nur 4 Terminen zu je brutto 8 Stunden)
Gestalttherapie (in nur 4 Terminen zu je brutto 7 - 9 Stunden)
Die weiteren noch dubioseren Angebote lasse ich mal hier raus. Das fast schon verbrecherische daran ist, dass den Schülern suggeriert wird, dass man spätestens nach Teilnahme an solch einem Angebot vollwertige Pschotherapie leisten könnte. Solche unseriösen Heilpraktikerschulen mitsamt ihrer angeschlossenen Heilpraktikerverbände gehören in erster Linie in die Kritik!

Ich hatte das große Glück, vorher ja eine gründliche stationäre Psychotherapie (Schematherapie) erfolgreich abgeschlossen zu haben und sehe das als Eigentherapie. Nur wenige Mitschüler haben eine Eigentherapie gemacht und niemand machte darauf aufmerksam, dass dies erforderlich ist, bevor man mit Klienten arbeitet.
Der größte Mangel an dieser ach so bekannten Heilpraktikerschule war, dass alles nur auf das Bestehen der Prüfung ausgerichtet war. Es wurde kein seriöses oder gar wissenschaftlöich anerkanntes Therapieverfahren gelehrt. Es wurden nicht mal grundlegende Therapie-Methoden vermittelt, geschweige denn, solche auch mal ausprobiert.

Ich habe mich sehr engagiert, um ein Therapieverfahren und Methoden zu finden, die zu mir passen und hinter denen ich stehen kann. Übrig geblieben ist nur die Schematherapie, weil nur sie mir ein stimmiges Gesamtkonzept für das Verstehen psychischer Probleme bietet mitsamt einer enormen Methodenvielfalt.
Schon schnappte die nächste Falle zu: Es gibt für Heilpraktiker keine Angebote, Schematherapie zu erlernen! Da blieb mir nur das übrig, was jeder (angehende Psychotherapeut und Arzt) Student tut: Fachbücher kaufen und büffeln.
Mein Vorteil war, dass ich Schematherapie bereits als Patient erlebt hatte und mir daher die Umsetzung in meinen Therapiestunden gut gelang.

Seit über 4 Jahren existiert nun meine Heilpraxis. Die größten Unterschiede zum Angebot approbierter Psychotherapeuten sehe ich in meinem Engagement. Gerade weil ich jenseits des bequemen Kassensitz arbeite und nicht eine Warteliste von über 1 Jahr verwalte, muss ich mich am freien Markt behaupten. Und das geht nur, wenn ich meine Klienten von meinen Leistungen überzeuge und meine Klienten sich an ihren Fortschritten freuen. Wie kommt es, dass ich im Bereich der sogenannten Persönlichkeitsstörungen fast immer mit weniger als 1,5 Jahre Therapiedauer (= ca. 50 Stunden) auskomme, während viele approbierte Kollegen z.B. Borderline oder Zwänge am liebsten gar nicht erst anfassen?

Ich bin sehr dafür, dass alle Heilpraktiker eine Berufsausbildungsordnung erhalten, denn was sich viele (nicht alle) Heilpraktikerschulen leisten, ist schlichtweg unverschämt und verantwortungslos! Ich bin sehr dafür, dass dann gemäß der Berufsausbildungsirdnung geprüft wird und nicht, wie ich es erlebt habe, nach Willkür und Tagesform einer Psychiaterin.
Und sicher sollte auch im Rollenspiel mit einer realen Therapiesituation geprüft werden.
Das sind konstruktive Vorschläge, die ich damals Ende 2012 versucht hatte, mit dem VFP zu diskutieren. Ich wurde regelrecht abgewatscht mit dem Argument: „Dann würden aber viel zu viele die Heilpraktikerprüfung gar nicht bestehen und somit ausgeschlossen.” - Aha! Das Geschäftsmodell gerät in Gefahr!

Was der Münsteraner Arbeitskreis aber macht, das ist die Verunglimpfung und Verleumdung eines ganzen Berufsstand. Die Absicht ist durchsichtig: Der Heilpratikerberuf soll weg! Wie ich schon ausführte, ist die propagierte Alternative, dass nur Angehörige eines Gesundheitsfachberufs als Heilpraktiker arbeiten können dürfen, läuft letztlich auf das Gleiche heraus.

Allein schon das von dieser „Expertengruppe” geschaffene Kunstwort "Komplementäre und Alternative Medizin (KAM)" hat diskriminierenden Charakter und dient lediglich dazu, alles undifferenziert in einen Topf zu werfen, um dann besser drauf knüppeln zu können.

Wenn der Münsteraner Arbeitskreis aber massive Grenzverletzungen einiger Heilpraktiker als „pars pro toto” deklariert, begibt er sich auf gaaanz gefährliches Eis:
Soll ich dann mal aus dem Nähkästchen plaudern, welche Unsäglichen Dinge ich mit Psychiatern erlebt habe? Soll ich mal die Unsäglichkeiten wiedergeben, die mir meine Klienten von ihren Vorerfahrungen mit Psychotherapeuten und Ärzten erzählt haben?
Muss ich an die untragbaren Hygienezustände in deutschen Kliniken erinnern, durch die sich MRSA ausbreiten konnte - Privatisierung und Shareholder Value sei Dank? Die dort tätigen Ärzte tragen aber die Mitverantwortung! Sie könnten sich wehren. Und wie war das noch gleich mit der Beeinflussung von Ärzten durch spendable Pharmareferenten?
Lieb Münsteraner „Expertengruppe”! Wer im Glashaus sitzt...

Clemens M. Hürten - Heilpraktiker der Psychotherapie - Rottweil
Avatar #731636
am Donnerstag, 24. August 2017 um 22:39

Lieber Clemens-X

Nun bin ich selbst kein Psychologe, insoweit ist mein Eindruck ein laienhafter, dass Ihr Beitrag von Donnerstag, 24. August 2017, 19:25 vor allem eines zum Ausdruck bringt: Dass Sie so sehr zornig sein *wollen*, dass Sie gar nicht merken, wie sehr Sie die Sache der (vermeintlichen) Gegenseite betreiben.

In Stichworten:

- Persönliche Erfahrung ist keine Grundlage statistischer oder anderweitig wissenschaftlicher Evidenz und damit keine Grundlage für allgemeingültige Entscheidungen. Auch Sie argumentieren "pars pro toto".

- Schlimmes wird durch Schlimmeres nicht besser. Auch der Münsteraner Kreis zeigt mit dem Finger auf Mißstände im Medizinbetrieb und fordert Verbesserungen. Diese Schwächen sind kein Grund zur Erfindung von "Alternativen", sondern zur Verbesserung des Kritisierten. Oder wollen Sie Zukunft, nur weil allenthalben eins abstürzt, in Flugzeugen sitzen, die von "alternativen" Ingenieuren gebaut wurden, die keiner Ausbildungsordnung, keiner Mathematik und keiner Evidenz verpflichtet sind? Absurd, sagen Sie? Stimmt.

- Im weiteren kritisieren Sie am Heilpraktikerunwesen, hier die Abteilung "Ausbildung", exakt das, was die Münsteraner ebenfalls kritisieren. Danke dafür!

## An dieser Stelle explizit meine Hochachtung an Kommentatorin @30Sommersprossen, die der Frage nachkommt, wo denn die ganzen guten und seriös arbeitenden Heilpraktiker/innen sind, die an der Seite der Münsteraner die Gelegenheit begrüßen, ihren Berufsstand von den schwarzen Schafen zu befreien und insgesamt aus dem Zwielicht herauszutreten, anstatt reflexhaft in blindem Zorn auf diese Initiative einzudreschen. ##

- Zu den Begriffen: Meines Wissens haben sich die Alternativen & Komplementären "Mediziner" diese Bezeichnungen selbst gegeben, um diffuse Vorbehalte in der Bevölkerung für sich auszunutzen und ihr einzureden, dass es zum wissenschaftlichen Erkenntnisprozess tatsächliche Alternativen geben könne (siehe oben unter "alternative Flugzeuge"). Im Gegensatz dazu ist "Schulmedizin" ein vom Erfinder der Homöopathie geprägter, diffamierender Kampfbegriff gegen die zu seiner Zeit praktizierte Medizin. Die Münsteraner haben all das nicht erfunden.

- Der Rest Ihres Beitrags ist wieder rasendes Draufprügeln, wobei Sie die ganze Zeit gar nicht in Vertretung Ihres Berufsstandes argumentieren (im Gegenteil!), sondern ausschließlich in eigener Sache. Glauben Sie mir, so wichtig sind Sie nicht. Und wenn Sie so gut, versiert und verantwortlich sind, wie Sie sagen, dann tun die Münsteraner sogar ein gutes Werk für Sie. Vielleicht lesen Sie deren Erklärung nochmal unter diesem neuen Blickwinkel?
Avatar #99598
am Montag, 28. August 2017 um 00:02

Lieber Herr Sommer

Sie schreiben:
//Und wenn Sie so gut, versiert und verantwortlich sind, wie Sie sagen, dann tun die Münsteraner sogar ein gutes Werk für Sie. Vielleicht lesen Sie deren Erklärung nochmal unter diesem neuen Blickwinkel?//
Haben Sie denn überhaupt verstanden, was die Münsteraner fordern? Diese Pseudo-Experten fordern, dass entweder der Heilpraktikerberuf ersatzlos wegfällt, ihm also die gesetzliche Grundlage entzogen wird, oder dass es nur noch den Heilpraktiker-Status für Menschen geben soll, die zuvor einen Gesundheitsfachberuf erlernt haben. In beiden Fällen würde mir die Heilerlaubnis weggenommen.
Und jetzt raten Sie mal, worüber ich wütend bin!

Der Münsteraner Expertenkreis (dem im übrigen kein einziger Heilpraktiker angehören durfte - warum wohl nicht?) hätte ja auch eine konstruktive Alternative formulieren können, nämlich dass für Heilpraktiker eine Berufsausbildungsordnung eingeführt wird, sodass ein standardisiertes Fachwissen und eine standardisierte praktische Ausbildung definiert und in Abschlussprüfungen geprüft wird. Ein Hochschulstudium und / oder eine vorherige Ausbildung in einem der Gesundheitsfachberufe ist dagegen abzulehnen, da solche Hürden de facto der Abschaffung des Heilpralktikerberuf gleich kommt.

Im Übrigen: Wie ich schon ausführlich und auch hier
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77817/Bundes%C2%ADpsycho%C2%ADtherapeuten%C2%ADkammer-will-heilpraktischen-Psychotherapeuten-abschaffen
darstellte: Schwarze Schafe gibt es in jedem Beruf, auch bei den Heilpraktikern. Wer von meinen lieben Kollegen glaubt, er müsse unter dem Etikett Psychotherapie mit den Englein channeln oder Reinkarnation betreiben oder Astro-Psychologie anbieten, der schadet mit diesem faulen Zauber dem ganzen Berufsstand.
Und Ärzte wie seinerzeit der hier in der Glosse schreibende "Dr. Pulmonalis" der bei der Debatte um die Beschneidung allen Ernstes zu Abrechnungsbetrug und Körperverletzung aufforderte, um auch nicht medizinisch indizierte Beschneidungen durchführen und abrechnen zu können, ist ebenfalls eine Schande für die Ärzteschaft, genau so wie, diejenigen Ärzte, die sich vom freundlichen Pharmareferenten korrumpieren lassen.

Statt also nach einer konstruktiven Lösung zu suchen, um die Qualität im Heilpraktikerberuf sicher zu stellen, wird hier die Vernichtung eines ganzen Berufsstands gefordert.
Ich habe den Eindruck, dass es hier (wie immer im Kapitalismus) nur ums Geld und den Kampf um knappe Ressourcen geht: Heilpraktiker werden normaler Weise per Selbstzahlung finanziert. Selbstzahler sind die lukrativsten Klienten für Arztpraxen und Psychotherapeuten.

Clemens M. Hürten - Heilpraktiker der Psychotherapie - Rottweil

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