am Mittwoch, 6. September 2017 um 10:08

Halbgötter in Weiß müssen erst mal eigenen Berufsstand säubern

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Heilpraktikerwesen: Selbstbestimmung und Gefahr
aus Dtsch Arztebl 2017; 114(33-34) vom Montag, 21. August 2017
Die Forderung der Münsteraner Gruppe den Beruf des Heilpraktikers abzuschaffen ist eine Dreistigkeit ohnegleichen. Die Halbgötter in Weiß sollen erst mal vor ihrer eigenen Haustür kehren und reinen Tisch machen, also Mißstände OFFENLEGEN und vor allem BESEITIGEN. Vor langer Zeit sah ich eine Dokumentation im TV, in der gesagt wurde, daß Chirurgen entweder AN- oder VOLLTRUNKEN Patienten OPERIEREN. Das restliche Personal im OP, wie OP Schwestern etc., schweigt zu solchen Vorfällen. Diese Chirurgen DÜRFEN WEITER OPERIEREN, Patienten GEFÄHRDEN oder SCHÄDIGEN, SIND EINE GEFAHR FÜR DAS VOLK UND DEREN GESUNDHEIT. Gibt es VOR OPERATIONEN eine Blutentnahme beim Chirurgen, um sicherzustellen, daß dieser NULL PROMILLE HAT und der Patient NICHT FAHRLÄSSIG GEFÄHRDET WIRD? GENAU DAS SOLLTE EINGEFÜHRT WERDEN !!!

Ein Halbgott in Weiß, der einen „KUNSTFEHLER“ gemacht hat, darf sich aus versicherungstechnischen Gründen NICHT beim Patienten ENTSCHULDIGEN, denn das wäre ja eine Anerkennung seiner Schuld. Statt dessen müssen GESCHÄDIGTE Patienten JAHRELANG Gerichtsverfahren durchstehen, Gutachten, Gegengutachten werden erstellt, die Verfahren MIT ABSICHT IN DIE LÄNGE GEZOGEN, um den Patienten zu zermürben, sie zum Aufgeben oder zu einem viel zu kleinen Vergleich bzgl. Schadensersatz zu bringen, oder der Patient verstirbt während der Verfahrenszeit. Es passiert VIEL ZU SELTEN, daß den schwarzen Schafen unter den Halbgöttern in Weiß die APPROBATION ENTZOGEN WIRD. Hinzu kommt der Betrug der Halbgötter in Weiß bei Krankenkassenabrechnungen. Auch dadurch wird die Solidargemeinschaft geschädigt !!! Betrüger als Halbgott in Weiß BEHALTEN ihre Approbation.

Natürlich ist es tragisch, daß drei Menschen ihr Leben verloren, weil der Heilpraktiker sie falsch behandelt hat, aber deswegen gleich einen ganzen Berufsstand in Frage zu stellen oder aufzulösen halte ich für FALSCH.

GIBT bzw. GAB es jemals die FORDERUNG den Beruf des APPROBIERTEN MEDIZINERS auf den PRÜFSTAND ZU STELLEN ODER AUFZULÖSEN, nachdem „Kunstfehler“ oder Betrug bei den Abrechnungen mit den Krankenkassen der Halbgötter in Weiß bekannt wurde? NEIN !!! Die Halbgötter in Weiß sollen erst mal ihren eigenen Berufsstand VON SCHWARZEN SCHAFEN WIE BETRUNKENEN CHIRURGEN BEI OPERATIONEN; ABRECHNUNGSBETRÜGERN, ETC. rigoros säubern. Diesen Halbgöttern in Weiß MUß DIE APPROBATION SOFORT ENTZOGEN WERDEN !!!

Im Prinzip geht es doch AUSSCHLIEßLICH UM DAS GELD. Der Patient, der zum Heilpraktiker geht, ist KEIN PATIENT des APPROBIERTEN MEDIZINERS. Dieser verdient somit weniger. Die Halbgötter in Weiß sind UNERSÄTTLICH GIERIG, BEKOMMEN DEN HALS NICHT VOLL. Die Apparatemedizin wird besser bezahlt als das Gespräch mit dem Halbgott in Weiß. Deshalb werden auch so viele unnötige Untersuchungen veranlaßt. Den Patienten FEHLT beim approbierten Mediziner das AUSFÜHRLICHE GESPRÄCH. Deshalb wenden sich viele von der Schulmedizin ab, weil sie sich NICHT ODER FALSCH VERSTANDEN FÜHLEN.

Ich selbst war immer wieder bei approbiertem Personal in Behandlung, das mich, Originalton meines Vaters, „versaut hat“. Des Weiteren habe ich den Eindruck, daß dieses approbierte Personal immer um den heißen Brei herumgeredet, mir Sand in die Augen gestreut hat. Erst ein Heilpraktiker, 600 km (eine Strecke) von mir entfernt, hat mir im persönlichen Gespräch bei ihm erklärt, was wirklich mit mir los ist. Seitdem kann ich damit viel beser umgehen.

VerantwortungsVOLLE Heilpraktiker KENNEN IHRE GRENZEN. Sie leisten HERVORRAGEND GUTE ARBEIT. Deshalb MUß der Berufsstand des Heilpraktikers ERHALTEN BLEIBEN.

Es bleibt jedem Menschen frei zu einem Heilpraktiker oder einem Halbgott in Weiß zu gehen. Im Artikel zu behaupten, daß Menschen den Heilpraktiker mit einem approbierten Mediziner gleichsetzen „Durch die staatliche Anerkennung von Heilpraktikern als Ausübende der „Heilkunde“ und die gesetzlich fixierte Berufsbezeichnung „Heilpraktiker“ werde dem Patienten suggeriert, „es handele sich um staatlich geprüfte Heiler, die im Grunde äquivalent zu Ärzten ausgebildet seien und deren Kenntnisse sich zudem – anders als die vieler langjährig ausgebildeter Ärzte – nicht auf ein oder zwei Fachgebiete beschränken““. ist eine Aussage, die ich so nicht stehen lassen kann und will. Das war vielleicht in der ZEIT VOR DEM INTERNET SO. Seitdem es das Internet gibt, kann sich JEDER PATIENT, der einen PC oder I- bzw. Smartphone und Internetanschluß hat oder im Internetcafe im WWW informieren, welche Voraussetzungen zur Erlangung des Heilpraktikers gefordert sind.
Wenn die Ausbildung des Heilpraktikers in der gesamten BRD EINHEITLICH ERFOLGEN SOLL, dann MUß DASSELBE AUCH FÜR DIE AUSBILDUNG VON APPROBIERTEN MEDIZINERN AN DEN UNIVERSITÄTEN sowie bei den Ausbildungsinstituten für PSYCHOLOGISCHE PSYCHOTHERAPEUTEN GELTEN. Dann müssen ALLE PRÜFUNGEN DENSELBEN INHALT ABDECKEN UND DERSELBE STOFF GELEHRT WERDEN. An den Universitäten legen die Professoren für die jeweiligen Fächer z. B. Anatomie aber unterschiedliche Schwerpunkte, prüfen also nicht denselben Stoff.

am Montag, 18. September 2017 um 10:55

Heilpraktiker muss dringend reformiert werden

Ja, es stimmt, das HP-Gesetz ist ein Relikt aus einer vergangenen Zeit, und es sollte dringend grundlegend überarbeitet werden. Es ist ein unglaublicher Anachronismus, dass jeder Mensch nach bestandener HP-Prüfung (in der kein therapeutisches Fachwissen geprüft wird) jede beliebige „alternative“ Heilmethode anwenden kann, egal ob er diese gelernt hat oder nicht. Quacksalbern sind damit Tür und Tor geöffnet, und niemand, der zu einem HP geht, kann sicher sein, dass der seine angebotene Methode auch beherrscht oder überhaupt kennt.

Dennoch ist das HP-Gesetz grundsätzlich eine gute Sache. Es ist nämlich sinnvoll und notwendig, alternative Heilmethoden auf vernünftige Weise staatlich zu regulieren. Wird das nicht getan, so wird es dennoch immer „alternative“ Therapeuten geben, nur dass es - wie auch zurzeit – kaum eine Möglichkeit der staatlichen Regulierung und Einflussnahme gäbe. Das ist mindestens genauso gefährlich wie die jetzige Situation.

Es gibt noch ein weiteres sehr wichtiges Instrument für den „Heilpraktiker“. Die Entscheidung für die eigene Gesundheit und für den richtigen Weg bei Krankheit kann und darf nur der betroffene Mensch selber fällen. Keine Ärzteschaft, keine EBM-Medizin, keine Leitlinien dürfen dem Menschen ihre Ansicht über Gesundheit, Krankheit und die richtige Therapie aufzwingen. Weder EBM-Ärzte noch „Alternative“ oder Heilpraktiker können das ganze Spektrum des Lebens überblicken und genau und für alle Menschen gültig wissen, was Gesundheit, Krankheit und die richtige Medizin sind. Gesundheit, Krankheit, Therapie und Heilung sind eben viel mehr als wissenschaftlich beschreibbare biochemische und physiologische Prozesse. Die individuelle Freiheit der eigenen Meinung zu diesen Themen ist essentiell ebenso für Gesundheit wie für politische Freiheit in unserer Gesellschaft.

Es ist übrigens auch für Ärzte unmöglich, einen Menschen zu heilen. Wir können effektiv Faktoren aus dem Weg räumen, die eine Heilung behindern. Der eigentliche Prozess der Heilung aber findet im Patienten selber statt. Hier spielen auch Faktoren eine große Rolle, die von der Medizin nur sehr eingeschränkt beeinflusst werden können wie Vertrauen, Hoffnung, Glaube, Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit und mehr. Aus diesen Gründen werden Menschen immer auch „alternativen“ Heilmethoden vertrauen, deren Wirksamkeit sich in kontrollierten klinischen Studien nicht belegen lässt, ob uns Ärzten das gefällt oder nicht.

Für die Sicherheit der Patienten muss der alternative Sektor also dringend neu reguliert werden. Aus meiner Sicht ist hierfür in der Schweiz in den vergangenen Jahren eine gute Vorlage auch für Deutschland entwickelt worden. Im Prozess der Entwicklung der beiden neuen Berufsbilder „Alternativ-Medizin“ und „Komplementär-Therapie“ enthielt sich der Staat jeglicher Einflussnahme auf die jeweilige Methode. Allerdings werden formale Mindestvoraussetzungen für die staatliche Anerkennung einer Methode gefordert. Die methodenspezifische Fachprüfung findet im Rahmen einer für eine solche anerkannte Methode akkreditierten Ausbildung statt.

Gleichzeitig verlangt der Schweizer Staat von einem staatlich anerkannten Komplementär-Therapeuten nicht-methodenspezifische Kenntnisse wie Anatomie, Physiologie, Hygiene, Erste Hilfe, Psychologie, Praxisführung, professionelle Kommunikation etc. Vor einer staatlichen Anerkennung sind ferner Praxiserfahrung über einen Mindestzeitraum nachzuweisen, ebenso wie Supervision und Fallstudien aus der Praxis. Am Ende steht eine nicht-methodenspezifische „Höhere Fachprüfung“.

Dieses Modell weist nach meiner Ansicht einen gangbaren Weg für die dringend notwendige Reformierung des „Heilpraktikers“ in Deutschland.

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