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Avatar #88255
am Freitag, 6. Oktober 2017 um 08:30

Unabhängige Risikobewertung

Ob das BfR eine unabhängige Risikobewertung durchgeführt hat oder nicht, lässt sich nicht mit der Tatsache entscheiden, dass Textpassagen aus den zur Prüfung vorgelegten Dokumenten übernommen worden sind. Man kann ein "Auftragsgutachten" auch mit eigenen Worten formulieren. Nur die Richtigkeit des Ergebnisses zählt, und die ist weiterhin strittig. Das Weber'sche Gutachten war mit Sicherheit auch ergebnisgebunden. Dass das Vorgehen des BfR in dieser Form unglücklich war, kann nicht bezweifelt werden, und hier muss es sicher nochmals deutlicher Stellung nehmen. Das Ergebnis aber von vornherein als falsch oder gar "gekauft" abzutun, ist unzulässig.
Avatar #115916
am Freitag, 6. Oktober 2017 um 10:30

Zum Stichwort "Plagiat"

Natürlich ist es ein Plagiat. Natürlich ist diese Dokument nichts wert.

Und natürlich ist es komisch bis verräterisch, dass das BfR sich auf der einen Seite die Texte von Monsanto inhaltlich zu Eigen macht, auf der anderen Seite sich dann aber nicht traut, dass auch klar darzustellen. Feige und verlogen könnte man das nennen!

Für doc.nemo: Man kann mit Sicherheit alles diskutieren. Man sollte aber versuchen, dies auf einer rationalen Basis zu tun. Ein erster Schritt ihrerseits wäre in diesem Fall gewesen, den Begriff "Plagiat" einmal nachzuschlagen.

Sie hätten folgendes gefunden:

[...] "Das Plagiat ist nicht zu verwechseln mit dem Zitat. Vor allem für die Wissenschaft gilt ein großzügiges Zitierprivileg (§ 51 UrhG). Es gestattet die Nachveröffentlichung fremder Texte im eigenen wissenschaftlichen Werk, verlangt jedoch stets die Quellenangabe (Zitierlast, § 63 UrhG).

In der Wissenschaft wird, anders als in der Literatur, bereits die Paraphrasierung eines nach § 2 Abs. 2 UrhG geschützten Textes oder die nicht gekennzeichnete Übernahme einer Argumentation ohne Herkunftsangabe als Plagiat verstanden. Man unterscheidet zwischen Totalplagiat, bei dem ein kompletter Text übernommen wird, und Teilplagiat, sowie zwischen dem Verbalplagiat, das Formulierungen exakt übernimmt, und dem schwieriger aufzudeckenden Ideenplagiat, das lediglich Gedanken übernimmt, ohne deren Urheber zu zitieren.

Außerdem gibt es Sonderformen wie das Autoplagiat (Selbstplagiat), bei dem eigene Arbeiten mehrfach verwertet werden. Um sich zu rechtfertigen, geben des Plagiats Beschuldigte oft zu, den zugrundeliegenden Text zwar „irgendwann“ gelesen, die Vorlage dann aber vergessen zu haben." [...]

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Plagiat

Insbesondere der letzte Satz des Zitates wird auch hier wieder als entschuldigende Begründung kommen.

Man MUSS von wissenschaftlichen Instituten nicht nur des Bundes (!) verlangen können, anerkannte Mindeststandards wissenschaftlichen Arbeitens stringent anzuwenden und einzuhalten.

Genau die Dinge, die wie hier vielfach anders auch passieren, sind es auch, die im Ergebnis zu einer ent-Demokratisierung in diesem Lande führen, weil Entscheider wie das BfR ihren Auftrag aus den Augen verloren haben und sich mit den Mächtigen ins Bett legen, um es mit einem Bild zu beschreiben.

Das ist aber kein Wunder bei dem für das BfR zuständigen Minister...

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