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Avatar #737871
am Freitag, 15. Dezember 2017 um 17:24

Antibiotische Behandlung der Borreliose

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Lyme-Krankheit: Borrelien überleben Antibiotika­behandlung im Tiermodell
vom Freitag, 15. Dezember 2017
Mit Sicherheit kann Borreliose in vielen Fällen durch die übliche Standardtherapie mit 200 mg Doxycyclin über 21 Tage nicht geheilt werden. Die Deutsche Borreliose Gesellschaft empfiehlt dagegen eine Dosierung von 400 mg über 4 Wochen. Und wenn schon auf die Bildung von Dauerformen hingewiesen wird, wieso empfiehlt man nicht eine entsprechende Kombinationsantibiose, die sowohl die Dauerformen, wie auch die freien Spirochäten im Blut bekämpft, wie z.B. Doxycyclin zusammen mit Metronidazol oder Tinidazol?
Avatar #737874
am Freitag, 15. Dezember 2017 um 20:15

Antibiotische Behandlung bei Borreliose

Mit zwei Wochen Doxycyclin erreichen die Ärzte leider nur, dass diese frisch Infizierten zu Chronikern werden. Und, da die chronische Borreliose leider immer noch von vielen Medizinern negiert wird, landen sie dann in der Reihe der psychosomatisch Kranken oder MS-Kranken, Fibromyalgie, Rheuma.... Diese "Diagnosen" könnte ich noch fortführen.
Die Deutsche Borreliose-Gesellschaft, der Mediziner angehören, die wissen, was Borreliose bedeutet, empfiehlt nicht umsonst eine Ersttherapie mit Doxycyclin über vier Wochen und 400 mg am Tag. Standard in der Ärzteschaft ist leider immer noch in den meisten Fällen 200 mg/Tag und zwei Wochen.
Auch wenn klinische Studien gezeigt haben sollten, dass längere Antibiotikabehandlungen die Symptome nicht unbedingt lindern muss ja etwas getan werden, um den Betroffenen zu helfen. Den Kopf in den Sand zu stecken und zu sagen: es hilft nichts, also machen wir nichts, löst kein Problem! Übrigens tritt unter hoch genug dosierten antibiotischen Behandlungen durchaus zuerst eine Verschlechterung auf; das muss nicht unbedingt eine der vom Verfasser genannten Komplikationen sein.
NUR mit Doxycyclin wird man bei älteren Infektionen auch nicht mehr viel erreichen. Da braucht es dann schon Kombinationen verschiedener Medikamante - so, wie es die Ärzte der Deutschen Borreliosegesellschaft meist verordnen.
Avatar #737879
am Freitag, 15. Dezember 2017 um 21:08

Antibiotische Behandlung bei Borreliose

So erfreulich es ist, dass die Embers-Studie nun auch im Ärzteblatt Erwähnung findet, so bedauerlich ist es, dass die wissenschaftlichen Kontroversen in diesem Bericht außer Acht gelassen werden. Es ist eine weit verbreitete Meinung, dass eine antibiotische Nachbehandlung die Symptome nicht unbedingt lindert und übermäßig riskant ist. Diese These wird von der IDSA gestützt, die den Begriff chronische Borreliose ablehnt und eine nicht vollständig austherapierte Borreliose gerne als Post-Lyme-Disease-Syndrom (PLDS) oder Post-Lyme-Syndrom (PLS) beschreibt obwohl selbst in einer Studie von Steere et al. bei einem Großteil der Patienten nach Behandlung noch Symptome auftraten. Dafür gibt es weder einen Nachweis noch entspricht es den Gesetzen der Logik bei einem Folgezustand nach einer Infektionserkrankung. Bezug genommen wird dabei häufig auf eine Studie (Klempner at al.: The clinical assessment, treatment, and prevention of lyme disease, human granulocytic anaplasmosis, and babesiosis: clinical practice guidelines by the Infectious Diseases Society of America), bei der vor allem das schlechte Studiendesign dazu führte, dass keine Behandlungseffekte zu finden waren. Dagegen zeigen andere Studien (z.B. Fallon at all: A reappraisal of the u.s. Clinical trials of post-treatment lyme disease syndrome), dass eine Nachbehandlung durchaus nützlich und angemessen sein kann. Leider sind den meisten Ärzten die Studien zum Therapienutzen nicht bekannt, da sich die Med. Leitlinien an der IDSA orientieren und bei PLDS lediglich noch Symptome behandelt werden. Es gibt keinen zuverlässigen Labormarker für eine aktive Borreliose, keinen Konsens in der Wissenschaft und eine breite Palette möglicher Therapieschemata. Bis sich die wissenschaftliche Erkenntnis über die zugrunde liegenden Mechanismen entwickeln gebietet die medizinische Ethik eine partizipative Entscheidungsfindung, die das Selbstbestimmungsrecht von Patienten anerkennt
Avatar #737904
am Samstag, 16. Dezember 2017 um 20:40

Zum Nachdenken, über die Kombinationslangzeitantibiose...

Was nicht sein darf, kann nicht sein...? ...oder wie sollte sonst die Ignoranz vieler Ärzte gegenüber den klinischen Erfolgen, an Patienten, welche nach den Leitlinien der Deutschen Borreliose Gessellschaft, behandelt wurden, gewertet werden? Vielen Patienten konnte durch die, angeblich ach so gefährliche Kombinationsantibiose, teilweise gepulst, teilweise längere Zeit durchgängig, ihre Lebensqualität zurückgegeben und zum Teil auch ihre Arbeitsfähigkeit, zurückgegeben werden. Es gibt nach wie vor, keine einzige symptomatische, adäquate und schonendere Therapie, für die an Spätborreliose erkrankten Menschen. Es wird nach wie vor, NICHT geforscht... Ignoranz heilt nicht!
Avatar #687997
am Montag, 18. Dezember 2017 um 18:38

Dr. Wheldon treats his wife's MS

...mit 3 verschiedenen Antibiotiken (Doxycycline, Roxithronmycin und Metronidazole) über ein ganzes Jahr! Das war ausgerechnet für Chlamydien pneumoniae. Was müsste man tun, um Lyme borreliose ausheilen? http://www.asthmastory.com/doctor-wheldon-treats-wifes-progressive-multiple-sclerosis/ (die ersten 6 Min.). Lyme borreliose ist "weaponized." https://www.youtube.com/watch?v=sT25HhAVhhU

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