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Avatar #79783
am Dienstag, 26. Dezember 2017 um 23:16

Den Hausärztemangel

werden Veränderungen der Medizinerzulassung nicht mehr beheben können. Der ist die Folge eines insgesamt doch positiv gedachten Schrittes: Die Abschaffung des "praktischen Arztes" als Basisversorger!
Ärzte aus der Klinik konnten ohne Facharztabschluss Krankheits- un Urlaubsvertretungen in hausärztlichen Praxen machen. Viele, die aus irgendwelchen Gründen (zB unerträgliche und/oder missgünstige Chefärzte) die Klinik verlassen wollten, fanden - wie auch ich - auf diesem Weg Gefallen an der "primärärztlichen Versorgung" und ließen sich nieder, auch auf dem Land...
Heute st zwingend eine abgeschlossene Fachausbildung notwendig - und nur ökonomische Idioten entscheiden sich für die Ausbildung zum Allgemeinarzt.
Wer will schon einen Beruf, bei dem er morgens nicht weiß, wann er abends nachause kommt, wenn er - in der Regel eher sie - für eine geregelte 9-17 Uhr Tätigkeit als Organspezialist*in das gleiche oder mehr verdienen kann?
Die "Qualitätverbesserung" in der Primärversorgung erweist sich im Nachhinein als Schuss ins Knie.
Als Folge dieser vermeintlichen Verbesserung wird die Primärversorgung in den Händen von halbqualifizierten "Physicians Assistants" landen oder von KI-Systemen übernommen, die heute schon in Teilen Londons die Triage an der Notfallhotline übernehmen
Avatar #109757
am Mittwoch, 27. Dezember 2017 um 00:09

der Numerus clausus, wie schön

Letztlich brauchen doch unsere Krankenhäuser dringender als je zuvor Massen an Idioten, die schon in frühen Jahren bereit sind für das hehre Ziel Arzt zu sein über ihre Grenzen zu gehen, sich sozial zu isolieren und am Schluss das Leben dem Ziel "ARZT" zu widmen. Von gesunder Sozialisierung mal abgesehen, bringt es keine Vorteile Leute aufzunehmen die dann am Ende feststellen "so ne Scheiße, Arbeitsbedingungen wie im Krieg, tägliche Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz, Chefärzte die nur noch DRGs sehen, Ärztekammern - gefühlt wohlfinanzierte Altherrenclubs - die mehr Zeit damit verbringen Prüflingen wegen Formalien Steine in den Weg zu legen als sich darum zu kümmern, dass wirklich an den Kliniken weitergebildet wird. Man kennt sich ja zwischen Funktionären und Chefärzten, newahr." Zu guter letzt stellt sich irgendwann, so nach 3-4 Jahren der Eindruck ein, dass die Kollegen aus den Mint-Fächern, bei tatsächlich meistens brauchbareren Bedingungen, dann doch eine andere Gehaltsprogression, Förderung (MBA bezahlt) und vor allem Karriereperspektive erfahren haben. Ausserdem sind deren Chefs auch irgendwie netter.

Idealerweise ist der Bub, bzw. das Mädel am Ende so schlau zu sagen "fuck it, ich ertrag den Mist nicht mehr", wechselt in die Allgemeinmedizin und tut dort inhaltlich gutes, bei ebenso überschaubarer Vergütung. Zum Wohle der Allgemeinheit. Wieso also um Gottes Willen am NC rütteln? Ach so, ja, klar. Weil man idealerweise deutlich mehr Ärzte ins System pumpt, damit die lästigen jährlichen Gehaltsforderungen langsam mal wieder aufhören.
Dem HELIOS-Aktionär fällt da vor Aufregung bei der nächsten Haupt­ver­samm­lung sonst noch die Zigarre in den Schampus.
Avatar #688006
am Samstag, 30. Dezember 2017 um 18:20

Mehr Mut zu kreativen Menschen.

Die Studienplatzvergabe nach Note ist nicht hilfreich. Es schließt viele kreative Menschen mit ungeraden Lebensläufen aus. Ich kenne einen Orthopäden, der über Umwege in den Arztberuf gekommen ist. Dieser Mensch ist meiner Meinung nach eine echte Bereicherung für die Medizin und kennt keine zu trivialen Probleme.

http://www.sueddeutsche.de/karriere/zulassung-zum-medizin-studium-aerztin-ohne-abi-1.993100
Sie hat das Studium sogar ohne Abitur geschafft, und dass sogar besser als ihre Mitstudenten.

Wir sollten Mut haben, auch Menschen eine Chance zu geben, die heute noch als ungeeignet abgestempelt werden.

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