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Avatar #588074
am Donnerstag, 18. Januar 2018 um 14:42

PKV schadet sich selber

Die immer wiederkehrenden Erstattungskürzungen mit Verweis auf die Beihilfesätze, obwohl man gar kein Beamter ist, nicht weiterentwickelte Hilfsmittelkataloge (z.T. ist die GKV hier besser), lückenhafte Leistungen für Schwangerer (muss alles extra versichert werden) usw., keine Wechselmöglichkeiten ohne Verlust der Rückstellungen, Problematik der Beitragssteigerungen im Alter, all das macht die PKV nicht attraktiver. Zumal die Politik ja jetzt schon durch die kontinuierliche Erhöhung der Einkommensgrenzen dafür sorgt, dass immer weniger in die PKV können (also auch die CDU!) und die Beiträge zwangsläufig steigen werden.
Was erwartet man als einfacher Versicherungsnehmer von der PKV? Im Grunde doch die Leistungen der GKV plus etwas mehr.
Das geht auch mit einer Bürgerversicherung und für die, die mehr wollen, dann eine Zusatzversicherung. Damit es hier aber nicht wieder zu einer Zweiklassenmedizin kommt (Zusatz muss man sich auch leisten können), dürfen die Beiträge in der Bürgerversicherung nicht zu hoch sein (Stichwort Abschaffung der über 100 Krankenkassen mit über 100 Vorständen etc.) und es muss vorher eine Diskussion darüber geführt werden, welche Leistungen man in einer Bürgerversicherung wiederfinden möchte.

Avatar #87626
am Freitag, 19. Januar 2018 um 12:00

Missverstandene Zweiklassenmedizin

Nach 35 Jahren Arzttätigkeit nun in Rente, jedoch nicht mit hohem Ruhegehalt, kann ich nicht verstehen, wie sich hochdotierte Mitglieder der Bundesärztekammer als Sprachrohr der Ärzteschaft öffentlich gegen eine Bürgerversicherung aussprechen.
Es geht natürlich allen Betroffenen ums eigene Geld, auch den Beamten, denn die machen ja die Gesetze.
Der mit hohen Prämien teuer bezahlte Luxusaufwand bei Therapien ist vergleichbar mit dem Komfort bei einer Reise oder Flug 1. oder Business-Klasse. Die in der Touristenklasse sitzenden Passagiere kommen viel billiger an ihren Ankunftsort. Das Ziel ist doch das gleiche, so auch der Behandlungserfolg bei einem kassenärztlich oder privat Versicherten.
Keineswegs schneller und "besser" gesundet der Privatpatient, nur weil er die 2-3,5 fachen Honorare seinem Behandler zahlt. Unter Umständen verlängert sich sein Leiden, weil noch alle möglichen Untersuchungsmethoden angewendet werden.
Die vielen Krankenkassen werden natürlich um ihren "Markt" kämpfen.

Es ist traurig, wenn die Versicherten, die ab dem 55. Lebensjahr nicht mehr aus der teuren PKV heraus kommen, so wenig Unterstützung von den höchsten Vertretern der Ärzteschaft erhalten.
Die Bürgerversicherung wäre hier durchaus eine Möglichkeit.

Zweiklassenmedizin?

Wenn sich Herr Lauterbach nicht ins Wartezimmer setzt, sondern gleich ins Sprechzimmer gebeten wird, dann ist das so und wird auch nicht mehr zu ändern sein.
Doch ich bin nicht Herr Lauterbach und sitze mit den Kassenpatienten zusammen im Wartezimmer, bis ich aufgerufen werde. Was mir aber nicht schadet.

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