DÄ plusForenKommentare NewsVerkürzung der Therapieplatz-Wartezeit ist für alle zu fordern

Kommentare News

Kommentare News

Alle Kommentare zu Online-News

Avatar #731002
am Mittwoch, 7. März 2018 um 10:55

Verkürzung der Therapieplatz-Wartezeit ist für alle zu fordern

Kommentar zur Nachricht
Weißer Ring sieht Versorgungslücke bei Therapie von Kriminalitätsopfern
vom Dienstag, 6. März 2018
Frau Müller-Piepenkötter ist zuzustimmen, wenn sie die Versorgungssituation von Kriminalitätsopfern bemängelt, eine Verkürzung der Wartezeit fordert und den Ausbau eines speziellen Versorgungs­angebotes bei psychischen Traumafolgen anstrebt. Diese von ihr kritisierte Versorgungslücke betrifft aber alle gleichermaßen. Sie ist noch immer eklatant schlecht.
Ihre Forderung sollte deshalb als grundsätzlicher Appell verstanden werden, denn Traumatisierungen erleiden nicht nur Opfer von Gewalttaten, weshalb nicht nur sie behandlungsbedürftige Traumafolgestörungen entwickeln. Es wäre im Hinblick auf die Betroffenen geradezu gefährlich, eine Unterscheidung treffen und individuelles Leiden gewichten zu wollen. Es gibt schließlich kaum Schlimmeres als einem nicht durch Gewalt Traumatisierten die Traumatisierung absprechen zu wollen.
Avatar #743665
am Freitag, 23. März 2018 um 21:43

hausgemachte, politisch gewollte Versorgungslücke

Ich begrüße die Forderung von Frau Müller-Piepenkötter als Bundesvorsitzende des Weissen Rings sehr, auch die Landesvorsitzende in Berlin, Frau Hartwig, wünschte sich eine bessere Versorgung. Als Psychologische Psychotherapeutin, seit 5 fünf Jahren approbiert und mit Traumazusatzausbildung würde ich sehr gerne dazu beitragen, diese Versorgungslücke zu verringern, doch wie viele meiner KollegInnen werde ich wohl noch lange auf eine Kassensitzzulassung trotz des eindeutigen Bedarfs warten müssen. Wege der Sonderbedarfszulassung wären m.E. möglich, wenn der politische Wille da wäre. Anträge werden gestellt, sehr lange geprüft, dann abgelehnt, das ist die Praxis in Berlin. Den Kriminalitätsopfern, den Flüchtlingstraumatisierten und auch Opfern aus suchtkranken Familien, die nicht selten komplex traumatisiert sind, werden somit dringend notwenige Hilfen vorenthalten. Ob sich die Restriktion hier auf lange Sicht auszahlt?
Sylvia Roew-Uslu, Psych. Psychoth.

Letzte Beiträge zu diesem Thema

Zusatzinfos