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Avatar #724122
am Freitag, 16. März 2018 um 17:08

Übernehmen die Pfleger dann auch die Verantwortung?

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Spahn: Pflegekräfte sollen Aufgaben von Ärzten übernehmen
vom Freitag, 16. März 2018
Entweder haben Ärzte bisher Tätigkeiten ausgeführt, die in den Pflegebereich gehören. Das stellte eine Ressourcenverschwendung dar.
Oder die Pfleger übernehmen künftig Aufgaben der Ärzte. Also Aufgaben, für die sie nicht ausgebildet sind.

Wer übernimmt denn die Verantwortung, wenn ein Pfleger bei der Ausführung der Aufgaben, die zum Aufgabengebiet eines Arztes gehören, einen Fehler macht? Der Pfleger oder der Arzt?

Sollte man der Überzeugung sein, dass ein Pfleger bestimmte Aufgaben, die heute noch einem Arzt zugeordnet sind, übernehmen kann - dagegen spricht ja nichts, dann sollte der Pfleger auch die Verantwortung übernehmen. Wenn man eine solche Aufgabe dem pflegerischen Bereich zuordnet, dann ordnet man sie natürlich automatisch in ganz Deutschland und für alle Fälle dem Arzt zu.

Ist das so beabsichtigt?

Wie sieht es eigentlich in den Pflegeinstitutionen aus, in denen bei minimalen Auffälligkeiten das Pflegepersonal nach dem hausbesuchenden Arzt ruft, weil es nicht genügend Pfleger gibt? Ich habe da Aufgabenstellungen wie Katheterwechsel u. ä. im Hinterkopf.

Letzte Frage:
Es sollen jetzt 8.000 zusätzliche Pflegestellen geschaffen werden. Nach Auffassung der Betroffenen noch viel zu wenig. Mit anderen Worten, es gibt weder genügend Ärzte noch genügend Pfleger. Welcher, der nicht vorhandenen Pfleger, soll Aufgaben der Ärzte übernehmen?

Sollten Sie das für eine blöde Frage halten - ich stimme Ihnen zu.

Franz-Josef Müller, Volkswirt
Avatar #90533
am Freitag, 16. März 2018 um 19:11

Verschiebung ist keine Lösung - Krise der Sozialberufe

Es bringt doch überhaupt nichts, die Aufgaben von der einen Berufsgruppe auf die nächste zu verschieben oder einen neuen Beruf (...OTA, MAFA, CTA u.s.w.) nach dem anderen zu erfinden. Die Idee, ärztliche Arbeiten an Pflegekräfte zu übertragen, zehrt insgeheim von der Idee, dass sei irgendwie eine "tolle" Weiterentwicklung für die Berufsgruppe der Pflegenden. ...Wie bitte?? Erstens machen das viele Pflegekräfte bereits seit Jahren (Anästhesie, Intensivmedizin, OP etc.) und zweitens werden die damit verbundenen Probleme (z.B. Haftungsfragen) nur auf eine Berufsgruppe verschoben, die sich (noch) nicht so gut wehren kann und dazu auch noch schlechter bezahlt wird. Warum sollten Pflegekräfte nach ärztlichen Aufgaben "lechzen" und DAS die Berufszufriedenheit steigern??

Wir stecken doch in einer immensen Nachwuchskrise für ALLE sozialen Berufe. Diese "Jobs" will einfach keiner mehr machen und schon gar nicht mehr unter den Bedingungen von "damals". Es ist doch auch kein Wunder, wenn man mit ein paar "Dödelvideos" auf youtube mehr Geld machen kann als mit einer sog. "anständigen" Berufsausbildung. Soziales Engagement ist (leider) immer weniger Wert (Schimpfwort: "Gutmenschen"), wird ausgenutzt und ersetzt Leistungen, die eigentlich von anderen zu erbringen sind (Tafel). Fazit: Wenn es uns nicht insgesamt gelingt, den Werteverlust sozialer Tätigket entschieden entgegenzutreten, dann gute Nacht! - N. Schäfer, Berlin
Avatar #30768
am Freitag, 16. März 2018 um 21:07

Pflegekräfte nicht mit artfremden Aufgaben betrauen

Man kann doch nicht Pflegekräfte mit Aufgaben außerhalb Ihres Verantwortungsbereiches betrauen. Damit würde die Überlastung von Ärzten nur auf die Pflegekräfte verschoben, die derartige Aufgaben niemals verantworten können und dürfen. Vielleicht sollte Herr Spahn diese Aufgaben einmal anstelle der Ärzte übernehmen, damit er merkt, was damit ausgelöst wird. Der allgemeine Fachkräftemangel auf allen Ebenen ist das Ergebnis jahrelanger fehlgeleiteter Familien- und Arbeitsmarktpolitik. ich bin gespannt, wie man diese wieder korrigieren will. B. Hempel Stralsund
Avatar #720508
am Samstag, 17. März 2018 um 03:16

Wenn der Arzt seine Pflegekräfte angelernt hat, eingewiesen hat ...

Wenn der Arzt die Verantwortung übernimmt ...
denn: Der Arzt ist der Arzt
Hilfskräfte sind egal wie ausgebildet - eben das.
Avatar #109757
am Sonntag, 18. März 2018 um 14:06

großartig!

Der Spahn ist kaum im Amt und geht mir schon auf den Mors.
Die mindere Attraktivität des Pflegeberufs geht weniger mit den verübten Tätigkeiten einher, sondern mit den katastrophalen Arbeitsbedingungen im Krankenhaus. Wir sind an einem Punkt in D, wo die Häuser so kaputtgespart sind, dass alle Personaldecken am Rande des Wahnsinns fahren - oder die Häuser leider dicke rote Zahlen schreiben müssen, wenn sie so kühn sind das Patientenwohl in den Vordergrund zu rücken. Das gilt für Ärzte wie für Schwestern.
Solange nicht genug Personal erzwungen wird, wird sich an der Attraktivität nix ändern.

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