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Avatar #106067
am Dienstag, 6. Februar 2018 um 12:20

WHO ohne Gender-Neutralität?

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Genitalverstümmlung bleibt ein Problem
vom Montag, 5. Februar 2018
Wenn nach Schätzungen der Welt­gesund­heits­organi­sation weltweit rund 200 Millionen Frauen, Jugendliche und weibliche Kinder von Genitalverstümmlung betroffen sind, fehlt die an so vielen anderen Stellen geforderte, gesundheits- und sozialpolitisch begründete Gender-Neutralität.

Denn auch die Beschneidung von männlichen Säuglingen, Kindern und Jugendlichen mit (Teil-)Entfernung der Vorhaut werden vielerorts überwiegend religiös motiviert unisono bei Moslems und Juden z. T. mit archaischen, einfachen Hilfsmitteln oder Rasierklingen durch Laien-Beschneider durchgeführt.

Verwunderlich ist und bleibt eine gender-spezifische, unreflektierte Rechtslage in Deutschland: Die weibliche Genitalver­stümme­lung ist ein Straftatbestand und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden. Eine eventuelle Einwilligung der Betroffenen bzw. ihrer Erziehungsberechtigten in den Eingriff entfaltet keine rechtfertigende Wirkung. Die Tat verstößt trotz der Einwilligung laut Paragraph 228 des Strafgesetzbuches (§228 StGB) gegen die "guten Sitten". Insbesondere Eltern drohten im Zusammenhang mit dem Eingriff je nach Tatbeitrag erhebliche strafrechtliche Konsequenzen.

Das Korrelat zur weiblichen Genitalverstümmelung, die Vorhautbeschneidung bei eindeutig nicht einwilligungsfähigen männlichen Kindern, ist als jahrtausendealtes, wesentlich kleineres, komplikationsärmeres Ritual nicht grundsätzlich anders zu betrachten.

Dennoch wird hier die Religionsfreiheit der Eltern aus reinen Opportunitätsgründen über das Recht auf Integrität, Gesundheit und körperliche Unversehrtheit des Kindes gestellt, bzw. von einer Strafverfolgung nach §228 StGB (Verstoß gegen die "guten Sitten") abgesehen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. schätzler, FAfAM Dortmund


Avatar #104313
am Dienstag, 6. Februar 2018 um 20:19

Genitalverstümmelung und Beschneidung

Herr Dr. med. Thomas G. Schätzler spricht mir und vielen anderen aus der Seele. Ich finde es ebenfalls als eine riesengroße Unverschämtheit, dass es in Deutschland gestattet ist, Jungen zu verstümmeln (als Beschneidungsritual getarnt)während es sich bei der Genitialverstümmelung um eine Straftat handelt. Beides kann und darf bei uns einfach nicht geduldet werden. Leider gibt es hier bei bestimmten Bevölkerungsschichten und unserer Politik eine Doppelmoral. Was in anderen Ländern von uns angeprangert wird, wird seltsamerweise im eigenen Land geduldet. Ich hoffe, dass hier bei männlichen Säuglingen, Kindern und Jugendlichen nochmals ein Umdenken einsetzt und eine Beschneidung doch wieder verboten wird!
Avatar #727963
am Montag, 2. April 2018 um 00:52

FGM und Religion | Frage an Dr. Katarina Barley bezüglich Inneres und Justiz



abgeordnetenwatch.de
28. März 2018 – 17:38 Uhr

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Sehr geehrte Frau Ministerin Dr. Barley,

erstmals in der Geschichte der USA begann im April 2017 ein Strafprozess nach 18 USC 116 (female genital mutilation, FGM). In Detroit, Michigan, waren Dr. Nagarwala sowie die Eheleute Attar angezeigt worden, drei Angehörige der schiitischen Dawudi Bohra, denen FGM religiöse Pflicht ist (https://tinyurl.com/y7wearfe).

Islam der Sunniten. Im islamischen Recht der Schafiiten gilt die männliche wie weibliche Beschneidung als wâdschib (farD), religiös verpflichtend. Die anderen sunnitischen Rechtsschulen bejahen die weibliche Beschneidung, den Malikiten gilt sie als sunna (unbedingt nachzuahmen), Hanafiten wie vielen Hanbaliten als makrumâ (ehrenwert), die übrigen Hanbaliten bewerten sie als religiöse Pflicht (https://tinyurl.com/yamu9kvt).

Sind Sie der Auffassung, dass eine religiös begründete FGM Typ Ia oder FGM Typ IV durch Art. 4 Grundgesetz gedeckt und auch nicht durch § 226a StGB verboten ist? (https://tinyurl.com/qzxoz2k)

Auch die Jungenbeschneidung, die männliche „Genitalverstümmelung ist immer ein massiver Eingriff, der nicht selten den Tod und häufig lebenslange Schmerzen und psychologische Traumata nach sich zieht“, um Ihre, für das männliche Geschlecht ebenfalls zutreffende, Aussage zur FGM zu zitieren. Die Grund- und Freiheitsrechte des Individuums betreffend, hat das Grundgesetz zwischen Frau und Mann, zwischen Mädchen und Junge nicht zu differenzieren (https://tinyurl.com/yb8dvgau).

Bekennen Sie sich zum Beibehalten der WHO-Kategorisierung weiblicher Genitalverstümmelung, welche FGM definiert als Typ I, II, III, IV? Kämpfen Sie mit uns gegen die Straffreistellung der Chatna (chitan al-inath, sunat perempuan), auch der milden Sunna? Jede Form von FGM (I, II, III, IV) gehört verboten – überall auf der Welt.

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/dr-katarina-barley/question/2018-03-28/297901

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Avatar #747495
am Montag, 3. September 2018 um 22:47

FGM-Schäden sind meist chirurgisch reparierbar.

Etwa 2 Dutzend Ärzte u. Ärztinnen in Deutschland sind darauf spezialisiert, FGM-Schäden chirurgisch zu
reparieren, nicht immer, aber meistens mit gutem Erfolg. Ärzteliste gibt es bei Terre des Femmes.
Ich unterstütze www.massai.org , diese deutsche Organisation hilft in Nordtanzania Mädchen, länger zur Schule zu gehen, weil sie dann weder verheiratet noch beschnitten werden dürfen.

Im Koran steht über Mädchenbeschneidung nichts, aber ein Hadith berichtet, dass Mohammed eines Tages einer Beschneiderin sagte : "Schneide, aber schneide nicht zu tief." - Damit tolerierte er die
weit verbreitete FGM-Sitte, und so wurde sie Bestandteil der islamischen Religion. Zahlreiche afrikanische Frauen flüchten mit ihren Töchtern nach Deutschland, um sie vor FGM zu schützen.

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