am Donnerstag, 23. Februar 2017 um 22:40

Erkältungs-Paradoxon?

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Nutzen von Vitamin D bei Prävention weiter umstritten
vom Donnerstag, 23. Februar 2017
Wenn Vitamin D insbesondere bei Personen mit sehr niedrigem Vitamin-D-Spiegel ihren Atemwegsinfektionen vorbeugen kann [British Medical Journal (2017; doi: 10.1136/bmj.i6583)] wäre das evtl. eine Erklärung für das "Erkältungs-Paradoxon"?

"Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data" von Adrian R Martineau et al. im BMJ 2017
https://doi.org/10.1136/bmj.i6583 (veröffentlicht am 15 Februar 2017) erläutert indirekt das "Erkältungs-Paradoxon" im Winter.

- Niemand kann wirklich erklären, warum sich eine ubiquitär mögliche "Erkältung" an der frischen Luft bzw. in geschlossenen Räumen ausgerechnet im Winter wesentlich stärker Infektausbreitungs-fördernd erweist, als in den Übergangszeiten von Frühling und Herbst bzw. im Sommer?

- Oder warum nachgewiesene Influenza-Fälle im HxNx-System, ILI-Befunde (Influenza-like-Illness) bzw. Aktivitäten der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) seit ewigen Zeiten ausschließlich und nur in den Wintermonaten und nicht in den Sommermonaten beobachtet und registriert werden?

- Warum Grippe-Epidemien in den Wintermonaten immer wieder auftreten, unabhängig davon, welche der zahlreich möglichen Risikogruppen denn nun gerade bevorzugt geimpft werden sollten?

Es wäre aber ein Missverständnis, wenn jetzt bei allen Patienten die Vitamin D3-Spiegel im Serum gemessen und therapiert werden sollten:

1. sind die Vitamin D3-Spiegel im Winter physiologisch deutlich niedriger als im Sommer.

2. ist Vitamin D3 mit Sicherheit nicht monokausal für die Häufung von akuten Atemwegsinfektionen verantwortlich.

3. Hinzutreten müssen wohl nasses und kälteres Winterwetter, engeres Zusammenrücken in beheizten Behausungen, Familien-, Freundes- und Weihnachtsmarkt-Treffen, Jahresabschlussfeiern, kultische Gemeindeveranstaltungen. Das sind alles Gelegenheiten, selbst an sich schwer übertragbare Erkrankungen(„communicable diseases“) mit geringer Kontagiosität auszutauschen.

Problematisch ist ein Vitamin D-Mangel besonders bei generellem Verzicht auf Milch und Milchprodukte. Bei Milchkonsumenten sollte eine Vitamin D-Substitution in den "R-Monaten" mit 2 x 1000 ug Vitamin D3 z.B. mit Vigantoletten® 1.000 IE erfolgen. Die Stoßtherapien mit Wochenpräparaten (z. B. Dekristol® mit 20.000 IE oder Vitamin D-Loges® mit 5.600 IE pro Woche) sind lt. Studie wesentlich weniger effektiv. Zusätzliches Calcium brauchen nur "Milchverweigerer".

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
am Freitag, 24. Februar 2017 um 00:56

Beseitigung eines Vitamin D-Mangels senkt das Atemwegsrisiko!

Mit einer NNR von 4 bis 33 senkt Vitamin D-Substitution das Atemwegsinfektionsrisiko... D-insuffizienter Menschen! (Datenbasis N=11.321 /Alter 0 bis 95 Jahren). Was für ein Potential für Leidens- und Kostenersparnis. Die dazu gehörige Publikation ist ber den Link frei zugänglich.
Zur Prüfung des wissenschaftlichen Wertes der dagegen ins Feld geführten Publikation, empfehle ich die ohne Abonnementshürde zugängliche, kommentierte Version (mit letters to the editor) unter http://www.vitamindwiki.com/tiki-index.php?page_id=8025
G. Siegfried Wedel
Internist / Nephrologe
29525 Uelzen
am Freitag, 24. Februar 2017 um 18:43

Ich stimme den Vorrednern voll zu

Statistik aus Togo (to go), sage ich dazu, weil der Calcium-Stoffwechsel nicht nur im Knochen stattfindet sondern in JEDER EINZELNEN KÖRPERZELLE (second messenger).
Damit nur ein Glied in einer Kette extrem multifaktoriell, nicht nur in einer Kette, denn Calcium in der Zelle "antwortet" auf ganz unterschiedliche externe Signale.
Es gibt z.B. mehrere Formen und (bekannte!) URSACHEN für den Hyperparathyreoidismus,
die muss der Arzt im Einzelfall kennen um richtig zu reagieren.
Bei dieser Sachlage wird eine Statistik durch zu viele Confounder NICHT besser zu Erhöhung der Zahl der Testpersonen. Die Diskussion ist daher für mich Pseudomedizin:
ich antworten darauf:
fragen Sie lieber ihren Dr.
am Mittwoch, 16. Mai 2018 um 23:12

Re

Hallo miteinander,
meiner Mutter wurde euthyreoten Stoffwechsellage diagnostiziert. Ich weiß, dass das eine gestörte Schilddrüsenfunktion ist und dass die Schilddrüse somit den Bedarf an Schilddrüsenhormonen nicht mehr decken kann. Über die Krankheit konnte ich einiges hier https://wartezimmeronline.com/euthyreote-stoffwechsellage/ lesen, was ich aber nicht erfahren konnte, ist wie nun die weitere Behandlung und Therapie genau aussieht.
Was für eine Behandlung ist hier am besten und wie schlägt diese an? Wie lange wird meine Mutter behandelt werden müssen und kann man die Schilddrüsenfunktion wieder normalisieren??
Ich hoffe, dass mir jemand meine Fragen beantworten kann.
Vielen Dank.

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