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am Mittwoch, 13. Juni 2018 um 12:11

Traum oder Wirklichkeit: Endoskopie ohne Infektionsgefahr

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Infektionen nach ambulanten Endoskopien häufiger als angenommen
vom Freitag, 1. Juni 2018
 
Das Problem der Kontamination im Anschluss an Endoskopien wird immer wieder durch neue Studien ins Bewusstsein gerufen.
 
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/95585/Infektionen-nach-ambulanten-Endoskopien-haeufiger-als-angenommen
Wang P, et al. Gut 2018;0:1–11. doi:10.1136/gutjnl-2017-315308
Spätestens seit der Hygea-Studie vor 16 Jahren steht fest, dass in der Endoskopie die Hygiene ein Problem darstellt und Handlungsbedarf besteht. (1,2,3,4,5,6) Das im Endoskop fest eingebaute (integrierte) Kanalsystem lässt sich durch Wash-disinfectors nicht mit 100%er Sicherheit, d.h. hygienisch einwandfrei reinigen. (2)
Zu unterscheiden sind grundsätzlich Endoskope mit und ohne Arbeitskanäle (3). Bei Endoskopen ohne Kanalsystem reicht eine manuelle Reinigung mit anschließendem Einlegen in entsprechende Reinigungslösung aus, wie Untersuchungen gemeinsam mit P. Heeg belegen, wobei Dauer und Konzentration der Lösung wichtig sind (2).  
Die neuesten Untersuchungen im BMJ zeigen in einer sehr guten Zusammenstellung die Infektionszahlen nach Endoskopien in diagnostischem oder Vorsorge-Kontext.
Da nicht nur Ideen sondern auch weiterführende Vorarbeiten zur Lösung des Problems existieren, wäre eine Konzentration der Entwicklungsaktivität auf hygienisch sichere Endoskopie-Techniken wünschenswert (4). Sie könnte in Deutschland die Kontaminationsrisiken durch Endoskope beseitigen und zu einem Kapitel der Endoskopiegeschichte werden lassen, ohne dass die Bildqualität leidet. – Voraussetzung ist, dass das Zusammenspiel zwischen Ärzteschaft, Fachgesellschaften, Medizintechnik, Endoskop-Hersteller, Krankenkassen und Patientensicherheitsinstanzen funktioniert. (4,5,6,7,8,9,10).  
 
Lit: 
1. Bader L, Blumenstock G, Birkner B et al. (2002) Hygea: Studie zur Qualität der Aufbereitung von flexiblen Endoskopen in Klinik und Praxis, Z. Gastroenterol; 40: 157-70
2. Herrmann IF, Heeg P, Strahl HM, Werner HP, Boyce W, Giuli R (2008) Silent risks and hidden dangers in endoscopy: what to do now? Acta Endosc 5, 493-502
3. Boban J, Lenz P, Mellmann A, Herrmann IF. Endoscopy-associated infections – a comprehensive review of literature with analysis of transmission causes. Endoscopy 2018; 50(04): S109
4. Herrmann IF (2012) Ergänzung zu Kap.5.17: Hygienesicherheit durch neuartiges Verfahren: Einwegkanalsysteme werden an lumenlose flexible Endoskope gekoppelt. In: Kramer A et al (Hrsg): Krankenhaus- und Praxishygiene. Urban-Fischer-Verlag, München 2012 

5. Herrmann IF, Meisel M, Strahl HM (2012) Die neue Videopanendoskopie – flexibel, hygienisch und preiswert. Forum HNO 2012 (14) 208-12
6. Hervé R, Keevil CW (2013) Current limitations about the cleaning of luminal endoscopes. Journal of Hospital Infections; 83: 22-29 
7. Stephenson K (2016) Visual inspection of flexible endoscope working channels. Vendor Vantage; Communiqué; 66-8
8. Arens C, Herrmann IF, Rohrbach S, Schwemmle C, Nawka T (2015) Position Paper of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery and the German Society of Phoniatrics and Pediatric Audiology – Current State of Clinical and Endoscopic Diagnostics, Evaluation, and Therapy of Swallowing Disorders in Children and Adults. Laryngo-Rhino-Otol 2015; 94(S 01): 306-354

9. Wang P et al. (2018) Rates of infection after colonoscopy and esophagogastro-duodenoscopy in ambulatory surgery centres in the USA.  Gut; 0: 1-11. doi: 10.1136/gutjnl-2017-315308

10. Herrmann IF, Gadebusch Bondio M, Domagk D, Strahl M, Arens C (2018) Neue Wege der Funktionsendoskopie mit Retroflexion HNO im Druck  
  

Mit den besten Grüßen
Prof. Dr. C. Arens,
Prof. Dr. D. Domagk,
Prof. Dr. IF Herrmann,
Dr. M. Strahl
am Mittwoch, 13. Juni 2018 um 12:11

Traum oder Wirklichkeit: Endoskopie ohne Infektionsgefahr

 
Das Problem der Kontamination im Anschluss an Endoskopien wird immer wieder durch neue Studien ins Bewusstsein gerufen.
 
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/95585/Infektionen-nach-ambulanten-Endoskopien-haeufiger-als-angenommen
Wang P, et al. Gut 2018;0:1–11. doi:10.1136/gutjnl-2017-315308
Spätestens seit der Hygea-Studie vor 16 Jahren steht fest, dass in der Endoskopie die Hygiene ein Problem darstellt und Handlungsbedarf besteht. (1,2,3,4,5,6) Das im Endoskop fest eingebaute (integrierte) Kanalsystem lässt sich durch Wash-disinfectors nicht mit 100%er Sicherheit, d.h. hygienisch einwandfrei reinigen. (2)
Zu unterscheiden sind grundsätzlich Endoskope mit und ohne Arbeitskanäle (3). Bei Endoskopen ohne Kanalsystem reicht eine manuelle Reinigung mit anschließendem Einlegen in entsprechende Reinigungslösung aus, wie Untersuchungen gemeinsam mit P. Heeg belegen, wobei Dauer und Konzentration der Lösung wichtig sind (2).  
Die neuesten Untersuchungen im BMJ zeigen in einer sehr guten Zusammenstellung die Infektionszahlen nach Endoskopien in diagnostischem oder Vorsorge-Kontext.
Da nicht nur Ideen sondern auch weiterführende Vorarbeiten zur Lösung des Problems existieren, wäre eine Konzentration der Entwicklungsaktivität auf hygienisch sichere Endoskopie-Techniken wünschenswert (4). Sie könnte in Deutschland die Kontaminationsrisiken durch Endoskope beseitigen und zu einem Kapitel der Endoskopiegeschichte werden lassen, ohne dass die Bildqualität leidet. – Voraussetzung ist, dass das Zusammenspiel zwischen Ärzteschaft, Fachgesellschaften, Medizintechnik, Endoskop-Hersteller, Krankenkassen und Patientensicherheitsinstanzen funktioniert. (4,5,6,7,8,9,10).  
 
Lit: 
1. Bader L, Blumenstock G, Birkner B et al. (2002) Hygea: Studie zur Qualität der Aufbereitung von flexiblen Endoskopen in Klinik und Praxis, Z. Gastroenterol; 40: 157-70
2. Herrmann IF, Heeg P, Strahl HM, Werner HP, Boyce W, Giuli R (2008) Silent risks and hidden dangers in endoscopy: what to do now? Acta Endosc 5, 493-502
3. Boban J, Lenz P, Mellmann A, Herrmann IF. Endoscopy-associated infections – a comprehensive review of literature with analysis of transmission causes. Endoscopy 2018; 50(04): S109
4. Herrmann IF (2012) Ergänzung zu Kap.5.17: Hygienesicherheit durch neuartiges Verfahren: Einwegkanalsysteme werden an lumenlose flexible Endoskope gekoppelt. In: Kramer A et al (Hrsg): Krankenhaus- und Praxishygiene. Urban-Fischer-Verlag, München 2012 

5. Herrmann IF, Meisel M, Strahl HM (2012) Die neue Videopanendoskopie – flexibel, hygienisch und preiswert. Forum HNO 2012 (14) 208-12
6. Hervé R, Keevil CW (2013) Current limitations about the cleaning of luminal endoscopes. Journal of Hospital Infections; 83: 22-29 
7. Stephenson K (2016) Visual inspection of flexible endoscope working channels. Vendor Vantage; Communiqué; 66-8
8. Arens C, Herrmann IF, Rohrbach S, Schwemmle C, Nawka T (2015) Position Paper of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery and the German Society of Phoniatrics and Pediatric Audiology – Current State of Clinical and Endoscopic Diagnostics, Evaluation, and Therapy of Swallowing Disorders in Children and Adults. Laryngo-Rhino-Otol 2015; 94(S 01): 306-354

9. Wang P et al. (2018) Rates of infection after colonoscopy and esophagogastro-duodenoscopy in ambulatory surgery centres in the USA.  Gut; 0: 1-11. doi: 10.1136/gutjnl-2017-315308

10. Herrmann IF, Gadebusch Bondio M, Domagk D, Strahl M, Arens C (2018) Neue Wege der Funktionsendoskopie mit Retroflexion HNO im Druck  
  

Mit den besten Grüßen
Prof. Dr. C. Arens,
Prof. Dr. D. Domagk,
Prof. Dr. IF Herrmann,
Dr. M. Strahl

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