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Avatar #106067
am Sonntag, 2. September 2018 um 11:53

Zeitumstellung ist und bleibt Volksverdummung!

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EU-Kommission will Abschaffung der Zeitumstellung empfehlen
vom Freitag, 31. August 2018
Europäische Gesellschafts-, Polit- und Bildungs-Eliten, aufgewacht! Was für ein "kindlicher" Wunderglaube seit 1980, womit die gesamten gesellschaftlichen, politischen und bildungsmäßigen Führungseliten der Europäischen Union seit nunmehr 38 Jahren fest an die Sinnhaftigkeit von Zeit-Umstellungen geglaubt haben:

Mit der Einführung von Sommer- bzw. Winterzeit wollten sie der Allgemeinbevölkerung als echte "Fake-News" weis machen, dass dadurch wirklich die reale Sonnenschein-Dauer beeinflusst werden könnte.
Ganz davon abgesehen, dass 500 Millionen EU-Einwohner zusätzlich auch an einen Energiespareffekt glauben sollten, wenn im Sommer nachts allein jahreszeitlich bedingt künstliche Beleuchtungen wesentlich kürzer eingeschaltet bleiben, um sie im Winter wieder wesentlich länger anlassen zu müssen.

Und dass die Züge beim nächtlichen Zurückstellen von 3 Uhr auf 2 Uhr eine ganze Stunde stehen bleiben müssen, damit sie nicht früher als geplant ankommen, ist doch eigentlich nur ein Treppenwitz im EDV-Zeitalter?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #115916
am Montag, 3. September 2018 um 11:59

Der Alptraum "ewige Sommerzeit" ist nicht nur schlecht für Kinder

Allein der Begriff "Sommerzeit" ist Unfug, noch größerer Unfug ist aber der Begriff "Winterzeit".

Die Winterzeit ist die natürliche Zeit. Das ist die Zeit, in der mittags die Sonne im Zenith steht. Die Normalzeit ist die, an der sich die Natur ausrichtet. Auch der Mensch. Das erforscht die Chronobiologie. Eltern wissen, wovon man redet. Nicht-Eltern können das nicht wissen, außer es sind Erzieher oder Lehrer. Herr Spahn hat keine Kinder.

Es gibt inzwischen zig Studien darüber, dass ein Leben unter der "verdrehten Sommerzeit" negative gesundheitliche Auswirkungen hat. Wir reden bei den Kindern inzwischen davon, dass die Schule später starten müsste, da die Kinder morgens nicht lernfähig sind. Wohlgemerkt auch unter der "tollen" Sommerzeit, wie der Ge­sund­heits­mi­nis­ter in seinem Tweet deutlich macht.

Klar könnte man die Kinder jetzt erst um 10 Uhr in die Shcule schicken. Dann kommen sie erst um 18 Uhr nach Hause, sind noch fertiger, haben gar keine zeit mehr für Hobbies, gehen in keine Vereine mehr, etc. pp. Wofür das alles? Party?

Durch ein fixieren auf die Sommerzeit würden wir also ganz zuerst eine für die Kinder schlechte Zeitverschiebung fixieren. Das kann man fast schon als pervers bezeichnen.
Die Kinder sind morgens müde, und das wird durch die eine Stunde Verschiebung noch weiter gesteigert. Übrigens: Der Wintertag mit dem spätesten Sonnenaufgang hätte den Sonnenaufgang erst um 9:45 Uhr !!! Nacht am vormittag. Und wie jeder weiß, sind die Tage und Wochen davor und danach fast genau so lange dunkel...

Wer mal erleben will, wie sich das anfühlt, soll Urlaub im Herbst oder Winter im nördlicheren Skandinavien machen...

Wenn man den Gesundheitsschutz ernstnimmt, darf es bei der Abschaffung der unsäglichen "Sommerzeit" nur eine Zeitumstellung geben: zurück auf die natürliche Zeit, die Normalzeit (aka "Winterzeit"). Und die muss dann bleiben.

Alles andere mag zwar toll für Partys sein, ist aber schlecht für die Menschen und ganz besonders für die Kinder. Stichwort Chronobiologie. Aber das schert wohl keinen Politiker, steht zu befürchten. Die haben ja auch G8 eingeführt... zum Wohle der Wirtschaft, wohlgemerkt, nicht der Kinder.

Wer kann das dem Minister denn mal erklären?
Avatar #88255
am Montag, 3. September 2018 um 16:02

Die Sache mit den Zeitzonen

Was als Normalzeit gilt, ist reine Definitionssache, ebenso die Verteilung die Zeitzonen. Bekanntermaßen hat jede geografische Länge ihre „eigene“ Zeit, die aber aus Praktikabilitätsgründen in 24 Zeitzonen zusammengefasst worden sind und die standardmäßig jeweils 15 Längengrade umfassen. Das bedeutet, aber, dass sich Sonnenauf- und -untergang zwischen dem Ostrand und dem Westrand einer Zeitzone bereits um eine Stunde unterscheiden. Viele Zeitzonen sind zudem breiter als 15 Grad. Ob die Sonne jetzt also eine Stunde früher oder später aufgeht, ob sie eine Stunde früher oder später im Zenit steht, ist letztlich völlig gleichgültig. Der Mensch kann sich daran gewöhnen. Schlimm ist lediglich der permanente halbjährliche Wechsel, der nunmehr wegfallen soll - ob mit dauerhafter „Winter-“ oder „Sommerzeit“ ist egal.
Avatar #79783
am Montag, 3. September 2018 um 22:10

Dauersommerzeit ist Blödsinn

"Gewöhnung" der inneren, über die Tageshelligkeit gesteuerten Uhren gibt es nicht. Ich muss da doc.nemo vehement unterstützen. Unter der Sommerzeit leidet mein Leistungsvermögen am Vormittag erheblich, aber ich kann ja die Sprechstunde nicht erst um 10 Uhr beginnen lassen! Seit 1980 bin ich 7 Monate des Jahres unausgeschlafen und igenwie neben der Spur.
Avatar #691359
am Montag, 3. September 2018 um 23:24

Sinuskurve und Unternehmenskultur

Aus meiner Sicht werden bei der ganzen Diskussion um die Zeitumstellung zwei Themen vermischt: Die persönliche Komfortzeitzone und der Nutzen der Zeitumstellung.

Die Zeiten von Sonnenaufgang/untergang und die Tageslänge folgen der Mathematik der Sinuskurve. Im Sommer und im Winter ändern sich diese Zeiten und die Tageslänge nur sehr wenig, dagegen in der Zeit der Tag- und Nachtgleiche (März, September) dagegen in großen Schritten. Mir persönlich ist es egal, ob im Sommer das Licht um 22.00 oder um 23.00 Uhr verschwindet. Viel wichtiger sind für mich die Zeitfenster früh von 06.00 bis 08.00 und abends von 18.00 bis 20.00 Uhr. In dieser Zeit ist man auf der Strasse unterwegs, in dieser Zeit bringt mehr Helligkeit einen Gewinn an Komfort und an Sicherheit. Für diese beiden Zeitfenster ist im Sommer und im Winter die Zeitumstellung völlig egal, die größten Effekte bringt die Zeitumstellung im März und im September/Oktober. Der ganze Streß nur dafür um im Frühjahr und im Herbst für wenige Wochen etwas Abendhelligkeit rauszuschlagen, das ist in meinen Augen ein schlechtes Preis-Leistungsverhältnis. So ganz nebenbei, aus meiner Sicht leiden unter der Umstellung besonders die Eltern von Kleinkindern. Ein Kleinkind kennt nur die eigene biologische Uhr. Es ist gestresst, wenn es mit Beginn der Sommerzeit eine Stunde früher raus muss und gibt diesen Stress an die Eltern weiter. Noch besser kommt es mit dem Wechsel auf die Winterzeit, wenn die lieben Kleinen dann am Sonntag schon um 05.00 Uhr bespaßt werden wollen.

Bei der persönlichen Komfortzeitzone wird es dagegen nie einen Konsens geben, es gibt immer Frühaufsteher und Langschläfer, die Sonne geht in Görlitz immer eher auf als in Freiburg. Der Streit über die beste Zeitzone ist hausgemacht, weil wir gewohnt sind, bestimmte Tätigkeiten deutschlandweit an feste Zeiten zu koppeln. Der deutsche Rentner will z.B. sein Mittagessen Punkt 12.00 Uhr haben, und das sollte möglicht auch noch mit der inneren Uhr übereinstimmen. Das Problem ist in seiner strengen Auslegung nicht lösbar.

Das ist aus meiner Sicht aber auch nicht notwendig. Wir leben in der EU und es wäre schön, wenn die EU eine einheitliche Zeitzone hätte. Ob es sich dabei um die MEZ oder um die Greenwich-Zeit handelt, ist mir völlig egal. In diesem Punkt schließe ich mich meinen beiden Vorrednern an. Man kann auch eine europäische Superzeitzone schaffen und innerhalb dieser Superzeitzone mehrere funktionelle/informelle Zeitzonen zulassen. Muss ein ALDI in Görlitz und ein ALDI in Freiburg zur selben Zeit öffnen? Wenn die Menschen im Osten etwas eher aufstehen als im Westen und dafür die Geschäfte im Westen etwas später öffnen und schließen, dann sehe ich darin kein Problem. Selbst bei überregionalen Unternehmen ist es einfach eine Frage der Unternehmenskultur die wichtigen Meetings auf Zeiten zu legen, die für alle annehmbar sind. Wenn wir uns von dem Zwang lösen alles zu selben Zeit machen zu müssen, dann kann das Leben wesentlich entspannter sein. Der große Vorteil von funktionellen/informellen Zeitzonen wäre die größere Flexibilität, bisher haben Zeitzonen eine Schrittweite von jeweils einer Stunde. Was spricht dagegen, wenn in Kassel und in Erfurt die Geschäfte eine halbe Stunde später als in Görlitz öffnen und eine halbe Stunde eher als in Freiburg? Ein föderaler Staat wie die Bundesrepublik hat für ein derartiges Herangehen die besten organisatorischen Voraussetzungen.

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