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Avatar #106067
am Samstag, 22. Dezember 2018 um 08:56

"Do you have Sex or are you playin' golf"? 

Kommentar zur Nachricht
Protest gegen Lauterbach-Äußerun­gen zu Sprechstunden­zeiten
vom Freitag, 21. Dezember 2018
Eine beliebte Frage auf Parties oder Abendgesellschaften. 
Mein geschätzter Kollege Lauterbach von der SPD, können Sie denn keinem Fettnäpfchen ausweichen? Sie lesen am liebsten trockene Studien, deren praktische Anwendungen Sie kaum realisieren können, weil Ihre Approbation als Arzt bis 2010 ruhte, und Sie bis zum damaligen Zeitpunkt nicht mal Privatrezepte ausstellen konnten: Sollen Sie doch privat in Talkshows diskutieren, Bio-Körner mahlen, salzlose vegetarische Speisen zubereiten und niedergelassene Vertragsärzte bzw. -Psychotherapeuten "dissen" oder anderen Menschen Ihr angeblich vorbildliches gesundheitsbewusstes Verhalten aufdrängen wollen, das können und dürfen Sie als persönliches Hobby gerne betreiben. 
Aber bitte hören Sie auf, professionell agierenden niedergelassenen Vertragsärzten und Kollegen als Haus-, Familien- und Fachärzten bzw. psychologischen Psychotherapeuten vorzuschreiben, wie sie ihre "Work-Life-Balance" erhalten und bei einer 50-Stunden-Woche ihre Freizeit gestalten wollen. 

Ich persönlich hasse vielleicht den VW-Golf-Diesel, aber doch nicht den Golf-Sport. Für mich persönlich ist seit 1994 Skifahren das Größte an Entspannung, Rekreation und Herausforderung: In einer Gruppe über 50 Km fahren, einige tausend Höhenmeter überwinden und die unendliche Weite der winterlichen Gebirgslandschaften genießen. 
Aber bitte versuchen Sie nicht, ihre Kolleginnen und Kollegen an den Frontlinien der ambulanten, bio-psycho-sozialen Versorgungsebenen mit billigen "Golfplatz"-Unterstellungen zu diffamieren, zu denunzieren, bloßzustellen, auszugrenzen und zu schikanieren. Golfspieler sind eine insignifikante Größe bei ca 172.000 niedergelassenen Vertragsärztinnen und Vertragsärzten bzw. Psychologischen Psychotherapeuten. 
Sonst müsste ich ja noch auf meine alten Tage auswandern, wenn Sie auf einmal doch Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter werden würden? 

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Vgl dazu auch
https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/978787/lauterbach-kartet-nach-aerzte-oft-golfplatz.html
https://www.aerztezeitung.de//politik_gesellschaft/berufspolitik/article/978745/gkv-spitzenverband-krankenkassen-sprechstunden-abends-samstag.html
https://www.aerztezeitung.de//politik_gesellschaft/berufspolitik/article/978768/stichelei-des-gkv-spitzenverbands.html
http://news.doccheck.com/de/newsletter/4908/35301/
und meinen DocCheckBlog Beitrag:
http://news.doccheck.com/de/blog/post/10489-golfplatz-oder-sozialvertraegliches-fruehableben/

P.S.: Unterdessen schlage ich vor, dass alle Kollegen/-innen und ich persönliche Fotos unserer Praxisschilder per E-Mail schicken an:
kontakt@gkv-spitzenverband.de
und
karl.lauterbach@bundestag.de
Avatar #645575
am Donnerstag, 27. Dezember 2018 um 14:20

Populismus

Mit diesem Kommentar hat sich Herr Lauterbach vollends ins Abseits geschossen. Derartig platte Äußerungen erwartet man eigentlich aus anderen Richtungen. Wählbar ist diese Partei schon lange nicht mehr.
Aber gut, ich behandele über 500 Fälle (Scheine) im Quartal mehr als der Landesdurchschnitt, zusätzlich operiere ich noch ambulant und stationär. Sollte außer diesem Herren auch noch Herr Spahn auf tolle "innovative" Ideen kommen und die Sprechstundenzeiten in den Abend und das Wochenende ausdehnen möchten, werde ich meine operative Tätigkeit beenden und alle zu operierenden Patienten in das 40 km entfernte Uniklinikum schicken (mit entsprechenden Umständen für die Betroffenen). Dann wird es im Wahlkreis von Herrn Spahn so gut wie keine operative Option für mein Fachgebiet mehr geben. Die örtliche Presse dürfte das sehr interessant finden.
Avatar #109757
am Freitag, 4. Januar 2019 um 14:12

einmal mehr voll am Thema vorbei

Letzten Endes ist die Forderung nach mehr Terminen bei den Ärzten in den Abendstunden mEn kompletter Humbug. Die Einzigen, denen dies wirklich entgegenkommt, sind die Arbeitgeber, da meines Wissens nach ein Arbeitnehmer für einen unaufschieblichen Arzttermin freizustellen ist. Dass diese Öffnungszeiten im Rückschluss ebenso im öffentlichen Dienst (Bürgerbüros, etc) zu fordern wären, darauf kommt der gute Herr Lauterbach nicht.
Dem Wunsch des Patienten nach einer kontinuierlichen Behandlung beim Arzt, den er persönlich kennt, wird in Lauterbachs Modell in keinster Weise entsprochen. Gerade die ständig wechselnden ärztlichen Zuständigkeiten in MVZs für den Patienten, sind doch der Grund wieso MVZs bei vielen nicht beliebt sind.
Für die "abendlichen Notfälle" ist via kassenärztlichem Dienst gesorgt, es geht also rein um "Bequemlichkeit", nichts weiter.
Am Rande zu den Öffnungszeiten: Bis 23h kann ich im schönen Bayern noch nicht mal den Supermarkt aufsuchen, aber vielleicht findet Amazon ja im Verlauf auch eine Lösung für den med. Markt.
Den Spruch mit den golfnden Ärzten sollte sich Lauterbach nochmal überlegen. Seine Bezüge liegen weit über denen der meisten niedergelassenen Kollegen.

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