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Avatar #755495
am Sonntag, 13. Januar 2019 um 04:13

Psychotherapie - eine Wissenschaft?

Dass der Psychotherapeutenverband den Entwurf von Spahn begrüßt, ist doch klar, schließlich führt er zu weniger lästiger Konkurrenz aus den Reihen der Ärzte, Psychologen und Heilpraktiker für Psychotherapie, die diese Ausbildung dann nicht haben und vermutlich langfristig (!) dann keine Psychotherapie mehr ausüben dürfen... Nun zur Frage im Titel - ist die Psychotherapie überhaupt eine Wissenschaft? Soweit es um biochemische Stoffe geht, die Vorgänge im Gehirn verändern und messbar sind, ist die Frage sicher mit ja zu beantworten. Wenn es jedoch um nicht-messbare Größen wie im Gehirn gespeicherte Informationen von Traumata geht (bisher gibt es kein einziges technisches Messgerät, das in der Lage ist, auf die in einem Trauma gespeicherten Informationen zuzugreifen!), ist es mit der Wissenschaftlichkeit vorbei. Ohne technische Messwerte keine Messreihen, keine Auswertungen, keine Bewertungen und keine Reproduzierbarkeit. Die Trauma-Therapie ist letztlich eine Erfahrungslehre, man führt eine bestimmte Therapie durch und beobachtet die Folgen beim Patienten. Bei entsprechend großer Patientenzahl kann man so auch eine Beobachtungsstudie machen und dies statistisch auswerten und mit diesem Kniff der Statistik den Psychotherapautischen Verfahren - wie denen der Trauma-Therapie - einen wissenschaftlichen "Mantel" umhängen, der aber nichts weiter ist als Statistik. Niemand in der Medizin oder Psychotherapie ist heute in der Lage, die Informationen eines Traumas zu analysieren, ihre Struktur bzw. Hirarchie zu bestimmen, zu sagen was genau während der Therapie mit den Informationen passiert oder gar den Umfang der Informationen zu bestimmen und deren Abnahme durch die Therapie zu erkennen. MESSBAR ist da nichts. jedenfalls nicht technisch. Alles beruht auf den Aussagen der Patienten bzw. den Beobachtungen, was mit den Patienten bei einer bestimmten Therapie geschieht. Streng genommen ist das KEINE Wissenschaft. Daher verwundert es schon sehr, in den Ausführungen des Psychotherapeutenverbandes zu lesen, alle "wissenschaftlich anerkannten Verfahren" müssten in der Ausbildung vorkommen. Da erhebt man sich mittels Anwendungsbeobachtung und Statistik in den Stand der Wissenschaft, wo doch eher von Erfahrungslehre gesprochen werden sollte. Es stellt sich dann auch die Frage, anch welchen Kriterien solche Verfahren eigentlich "wissenschaftlich anerkannt" werden, wenn gar nichts technisch MESSBAR ist? Nur weil in Anwendungsbeobachtungen bei einem bestimmten Prozentsatz der Patienten ein bestimmtes Verfahren mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit zu einer Verbesserung führt, ist das noch lange kein wissenschaftlicher Beweis auf der Basis messbarer Daten.
Avatar #758932
am Montag, 14. Januar 2019 um 08:42

Der Mensch ist nicht "technisch messbar"

Der Kommentar von Kapka darf nicht unwidersprochen bleiben. Die Vorstellung, nur "technisch messbares" könne wissenschaftlich anerkannt werden, zeugt von einem sehr eingeschränkten Bild von Wissenschaft. Wo außerhalb der reinen Naturwissenschaft ist etwas "technisch messbar"? In der Medizin? Vielleicht in einigen Teilgebieten. Alles andere ist Erfahrung. Und die böse Statistik ist nichts anderes als eine Methode, Erfahrung zu quantifizieren und ihren Aussagekraft einzuschätzen. Ich frage mich: Woher kommt nur dieser Ärger über die Psychotherapie? Eine Bedrohung für Mediziner kann sie ja wohl nicht sein. Welcher Arzt möchte denn für 90 € eine Stunde lang Psychotherapie machen? Bitte, nur zu, es gibt genug freie Sitze für ärztliche Psychotherapeuten!
Avatar #754103
am Montag, 14. Januar 2019 um 12:18

Ist der Mensch technisch messbar?

Wir haben in den letzten Jahrhunderten viel über den Menschen erfahren und können mit dem Wissen aus der Physik, Chemie, Biologie in unseren Laboren und Praxen einzelne Daten des Menschen messen. Zum Beispiel: Blutdruck, Blutwerte, Blutzellen, Bakterien im Nahrungsbrei, Temperatur, Aktivität bestimmte Gehirnregionen, usw.
Diese einzelnen messbaren Daten sind wissenschaftlich Nachweisbar.

Bei vielen Erkrankungen spielt das denken und fühlen (psyche) eine wichtige Rolle. Wie zum Beispiel: Trauma, Depression, usw.

Wenn eine Veränderung der Lebensqualität gewünscht ist muss meiner Meinung nach der einzelne Mensch in seinen ganzen betrachtet werden. Das bedeutet seine Lebensgeschichte und sein Lebensumfeld.
Jetzt beginnt das Daten sammeln (Diagnose) Welche Organe sind betroffen? Was gibt es für Trauma?, Welche Ernährung kann ausprobiert werden?, Welcher Sport hat positive Auswirkungen?, Wie ist die Biografie des Menschen? Welche Schadstoffe, Lärm, Gerüche sind in der Wohnung, Umfeld?, Leitungswasser?, Waschmittel?, Reinigungsmittel?, Wie ist die Zufriedenheit?, usw.

Das Ziel ist es einen Menschen zu Entwickeln der seine Gedanken, Gefühle und Körper gut kennt. So dass er durch Eigenverantwortung und Achtung auf sich selber erkennt was er machen muss das er im Gleichgewicht bleibt.

Dieses dauert lange und ich kenne bis heute kein Computerprogramm das eine OP oder Psychotherapie Simuliert an dem alle Werte abzulesen sind.

Die Automatisierungstechnik könnte den Menschen die Zeit geben dieses zu erhalten was andere Personen durch einen andere Entwicklung nicht benötigen.

Grüße Peter




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