DÄ plusForenKommentare NewsZirkadianer Rhythmus und andere Faktoren

Kommentare News

Kommentare News

Alle Kommentare zu Online-News

Avatar #759821
am Freitag, 1. Februar 2019 um 10:35

Unausgeschlafene Gesellschaft am Abgrund

Kommentar zur Nachricht
Diese Gene machen Menschen morgens (ein wenig) früher wach
vom Mittwoch, 30. Januar 2019
Wieder einmal wird nicht berücksichtigt, dass Morgenmuffel weniger schlafen KÖNNEN, weil sie nicht nur zu früh aufstehen MÜSSEN, sondern auch abends nicht früher in den Schlaf finden können. Inwieweit zu wenig Schlaf insbesondere in der Jugend besagte psychische Krankheiten auslöst, gehört unbedingt auf den Prüfstand! In der Pubertät sind die meisten Kinder Eulen. Die Anwesenheitspflicht in der Schule - im Grunde noch in der Tiefschlafphase - hat verheerende Auswirkungen auf die lebenslange Gesundheit, weil das jugendliche Gehirn mehr Schlaf braucht, um sich neu strukturieren zu können. All das wissen Ärzte schon lange. Warum also kommen die Macher dieser Studie zu der Schlussfolgerung, dass allein die Gene Schuld seien? Die frühe Anwesenheitspflicht in der Schule ist staatliche verordnete Körperverletzung, gegen die die Ärzteschaft endlich vorgehen muss, wenn sie sich wider besseren Wissens nicht der unterlassenen ärztlichen Hilfeleistung schuldig machen will.
Die Kosten für unsere Gesellschaft sind natürlich enorm. Abgesehen von den gesundheitlich bedingten Ausfällen und privaten Katastrophen wirkt sich der Schlafmangel auf die Bildungsqualität bzw. Pisa-Studie aus.
Jugendliche Eulen haben wegen der Folgen des Schlafmangels letztlich geringere Chancen auf einen NC-Studienplatz ...zB solche, die auch begabte Ärzte und insbesondere fähige Nachtdienstler wären. Sind Ärzte daher überwiegend Lerchen? Kommen deshalb solche Studien zustande? Fehlt es letztlich an Einfühlungsvermögen, das im Abitur gar nicht abgefragt wird?
Avatar #755239
am Mittwoch, 6. Februar 2019 um 15:42

Zirkadianer Rhythmus und andere Faktoren

Eulenmutter hat meine Zustimmung.

Eine andere Sicht auf das Thema, weg von den Genen:
In "Largo, RH. Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren" beschreibt der Author auf 2 Seiten ganz einfach die 3 Typen von Schlaf-Wach-Rhythmen.

"Normalschläfer": 24 Stunden Tagesrhythmus --> Schlaf-Wach-Rhythmus immer gleich und kein Problem mit dem Aufstehen.
"Lerchen"/"Frühaufsteher": weniger als 24 Stunden Tagesrhythmus --> Ist abends früher müde und morgens früher fit.
"Eulen"/"Langschläfer": länger als 24 Stunden Tagesrhythmus --> Ist abends länger fit und morgens noch nicht ausgeschlafen.

Der Author bezieht sich auf den Zirkadianen Rhythmus. (https://de.wikipedia.org/wiki/Circadiane_Rhythmik)

Das Thema ist weitaus komplexer, was der Author auch erklärt. Manche Menschen brauchen nur wenige Stunden Schlaf, andere eben mehr. Einige müssen nachts schlafen, andere tagsüber. Dazu kommt ein unterschiedlicher Schlaf-Wach-Rhythmus und wahrscheinlich spielen noch viele weitere Faktoren eine Rolle.

Eine Lösung ist hier schwierig. Man kann keine komplett variablen Schul- oder Arbeitszeiten für die Menschen machen. Dennoch wäre es ein Anfang, wenn die Menschen anfangen zu verstehen, dass nicht "das böse Schulkind schuld sein muss", weil es lange wach war und deswegen um 8:00 Uhr noch keine Höchstleistung erbringen kann im Vergleich zu Mitschülern.

Letzte Beiträge zu diesem Thema

Zusatzinfos