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Avatar #88767
am Freitag, 29. März 2019 um 11:30

BÄK-Präsident hat von Ökonomie keine Ahnung, leider.

Kommentar zur Nachricht
Der Ärztezuwachs reicht für die Versorgung nicht aus
vom Freitag, 29. März 2019
Man könnte sich darüber freuen, dass Montgomery weiß, dass es seit 10 Jahren in die falsche Richtung geht. Zu viele Patienten, zu wenig Ärzte.

Nur darauf zu setzen, dass man mehr Ärzte braucht, also mehr Studienplätze, ist ein Zeichen für Eindimensionalität. Das Ausgangsproblem ist ein Nachfrageüberhang, also es werden mehr Termine nachgefragt als von Ärzten angeboten. Diesen Nachfrageüberhang kann man über die Angebotsseite beheben - das propagiert Montgomery. Leider setzt er sich ausschließlich für eine Ausweitung des Angebotes aus.

Die Angebotsausweitung reicht bei Weitem nicht, da
- es mehr als 10 Jahre dauert, bis aus einem Abiturienten ein Arzt geworden ist
- in den kommenden Jahren die geburtenstarken Ärztejahrgänge in den Ruhestand gehen und deswegen der Nachfrageüberhang noch viel stärker wird
- viel zu viele Ärzte nach Abschluss der Ausbildung eine patientenferne Tätigkeit ausüben.

Dass man die Nachfrage reduzieren könnte, scheint Montgomery nicht klar zu sein. Wie reduziert man die Nachfrage? Ganz einfach, über den Preis. Heute kostet die Patienten eine weitere Behandlung nichts, denn sie haben einmal all-inclusive gezahlt. Also können sie sich ohne Mehrkosten für sie auch noch eine weitere Zweitmeinung einholen.

Für die Ärzte, die das Angebot bereitstellen, bedeutet eine weitere Inanspruchnahme nichts anderes als Honorarverlust. Je mehr Leistungen die Patienten nachfragen, desto geringer das Einkommen der Ärzte.

Je niedriger die Einkommenserwartungen für Ärzte, desto weniger will sich der Nachwuchs niederlassen. Weniger Nachwuchs steht für "Ärztemangel nimmt weiter zu". Diese Spirale, steigende Nachfrage bei sinkendem Angebot, wird man erst dann beseitigen können, wenn man Ärzte angemessen honoriert. Ohne angemessene Honorierung kann und wird das nichts werden.

Um das zu verstehen, müsste man von Ökonomie etwas Ahnung haben. Genau die hat der BÄK-Präsident offenkundig nicht.
Avatar #672734
am Freitag, 29. März 2019 um 14:31

Wovon haben Präsidenten Ahnung?

Ich ahne da etwas ... denn Montgomery hat in seiner Funktionärskarriere vermutlich alles geschafft - oder sollte er mal unter rot-grün Ambitionen auf ein Ministeramt gehabt haben, dass schliesslich eine Grüne für kurze Zeit übernahm und dank BSE-Skandal "entsorgt" wurde?
Wovon müssen Präsidenten also Ahnung haben, um gewählt zu werden?
Avatar #731782
am Samstag, 30. März 2019 um 17:40

Dann bitte gute Angebote fuer aus dem Ausland zurueckkehrende dt Aerzte !

Bis jetzt habe ich nur Skepsis angetroffen - verschiedener Art: einem fehlen natuerlich gewisse typisch dt Zertifikate - es wundert das trotz Europa viele dt Chefs erwarten, dass man wenn man den FA im Ausland erworben und dort gearbeitet hat, nicht mit auf das KVAbrechungssystem etc ausgerichtet Kursusbescheinigungen vorlegen kann. Ich fandt es superenttaeuschend mit meinen Versuchen 2000, 2011 und 2017 als in Skandinavien trainierte Paediaterin mit Neuropaediatrie mit der Respons auf Bewerbungen in D: enweder gibt es eine max 50% Praxenanstellung, um dem Besitzer das Impfen abzunehmen oder man bekommt zu wissen, man sei 'ueberqualifiziert' - was mir dann schon ein mitleidiges Schmunzeln entlocken kann trotz aller Tragik, dass das entsprechende Haus eben nicht in der Lage ist, das was man mitbringt einzusetzen/auszunutzen./zuintegrieren.
Avatar #577276
am Samstag, 30. März 2019 um 23:41

Rückblick: DENTISTEN, Mikätzchen u.s.w. Es geht auch anders ...

Die Misere ist seit Jahrzehnten (!!) absehbar und jedem bekannt:
Die geburtenstarken Jahrgänge der 1950-er und 60-er werden zunehmend ärztl. Leistungen benötigen, während die Zahl der verfügbaren Ärzte real abnimmt (Erziehungszeiten, geringere Wochenarbeitszeiten).
Die Bundesländer hätten schon vor 15-20 Jahren die Studienplatz-Zahlen d r a s t i s c h erhöhen müssen. - Wenn man wirklich den gewohnten Standard der ärztlichen Versorgung hätte halten wollen.

Dass die Politik so ruhig zuschaut, lässt m.E. nur einen Schluss zu:
Ein paar Tage Ausschussarbeit in den Landtagen, eine kleine Novelle des Heilberufsgesetzes, und schon dürfen auf dem Land erfahrene Krankenpfleger/-schwestern die wichtigsten Standard-Medikamente rezeptieren und Patienten für 2 Wochen krank schreiben.

Zuerst natürlich nur mit "Ausnahmeregelung" der KV und natürlich mit vorgeschaltetem 60-Stunden-Qualifikationsseminar (genau wie 1953 die Dentisten, bevor sie sich als "Zahnarzt" niederlassen durften). Oder wie in NRW die "Mikätzchen" (Hausfrauen, die ab 1964 als Ersatzlehrer im Schuldienst eingesetzt worden sind, um die anderenfalls unausweichlichen 50-Schüler Klassen abzuwenden).

Also bitte keine Panikmache - die Politik wird´s schon richten (zumindest auf der formaljuristischen Ebene). Da gibt es genug kreative Köpfe, die in der Not gern auf bewährte Muster zurückgreifen.
Avatar #79783
am Montag, 1. April 2019 um 01:49

Seit 1992

war die Devise: Weniger Ärzte verursachen weniger Kosten. Niederlassungssperren, sogenannte "Bedarfsplanung", Altersgrenze für Vertragsärzte, Pauschalhonorare, Fallzahl- und Leistungsobergrenzen...
Ständiger Abbau von Rechten bei gleichzeitiger Zunahme von Pflichten ohne finanziellen Ausgleich...
Dazu ein bizarrer Numerus Clausus, der den Frauenanteil der Medizinstudierenden auf heute fast 70% nach oben trieb
Klassische Einzelpraxen sind selbst bei sehr hohen Umsätzen unverkäuflich, zahlreiche Kollegen, deren Finanzplanung vom Gesetzgeber zertrümmert worden ist, müssen wegen einer irrationalen Rechtsprechung des BSG noch weit über die Pensionsgrenze hinaus als Angestellte weiter arbeiten, wenn sie ihre Praxis an ein MVZ verkaufen...
Letzte Woche erst verstarb hier ein Kollege, der mit 71 Jahren aus diesem Grund noch arbeiten musste...
Da mehr Ärzte mehr Geld kosten, wird das ohne bessere Finanzierung nicht mehr funktionieren, da kann Herr Spahn in bester sozialistischer Manier immer mehr Staat ins Gesundheitswesen zwingen wollen - ohne Ärzte funtioniert es nicht.
Und die guten gehen dahin, wo sie die besten Arbeitsbedingungen finden - jedenfalls sicher nicht naach Deutschland!
Und aus dem Ausland kommen nur die, die für die lukrativen Länder zu schlecht sind!

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