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Avatar #109757
am Donnerstag, 18. April 2019 um 15:00

@Mitdenker und @Jonica

Mal aus der regionalen "ein Fortbildungszertifikat wird erteilt, wenn die Ärztin oder der Arzt innerhalb eines der Antragstellung vorausgehenden Zeitraums von fünf Jahren Fortbildungsmaßnahmen abgeschlossen hat, welche in ihrer Summe die nach den Bestimmungen des § 6 ermittelte Mindestbewertung von 250 Punkten erreichen." Das entspricht (ganz grob geschätzt) der Notwendigkeit des Nachweises von ca 10 Stunden geregelter Fortbildungsveranstaltungen (die Fortbildungspunkte müssen von den Ärztekammern genehmigt sein) pro Jahr. Nimmt man Kongresse, ist es eher mehr, da werden die Stunden punktemäßig schlechter gewertet. Es findet also eine Wertung der Qualität von Veranstaltungen, zumindest auf dem Papier, statt.
Wie ist die Qualität der Fortbildungsveranstaltung denn für Heilpraktiker geregelt?
Warum so wenig Zusammenarbeit: Wo, bzw. bei welchen Patienten sehen sie denn die Basis für eine Zusammenarbeit gegeben?
Avatar #766346
am Donnerstag, 18. April 2019 um 19:30

Zusammenarbeit

Also ich arbeite schon mit Ärzten zusammen. Ich fordere z.B. Blutbilder an bzw schicke die Patienten zum Arzt, um sie dort machen zu lassen (weil es da meist die Kasse übernimmt), telefoniere auch hin und wieder mit einem Arzt wegen eines Patienten, um ein durchaus gemeinsames Vorgehen zu besprechen. Ich führe zum Beispiel oftmals Darmsanierungen durch und bespreche das manchmal mit den behandelnden Ärzten, also ob best. Präparate gegeben werden dürfen zeitgleich mit deren Therapie. Oder dass ich im akuten Fall die Patienten zum Orthopäden schicke für eine Cortisonspritze und dann osteopathisch weiter mache. Viele Patienten schicke ich zum Zahnarzt wegen einer Beissschiene und ein sehr ganzheitlich denkender Zahnarzt schickt die Patienten zuerst zu mir, damit er danach die Schiene anpasst.
Für manchen Patienten fordert ein Kinderarzt einen kurzen Bericht von mir an, das macht mir zwar keinen großen Spaß, aber ich verstehe es. Immerhin schreibt er die Privatrezepte raus und möchte vermutlich mitbekommen, was ich da so erkenne und behandle. Noch vor einem Jahr hat er die Rezepte nur widerwillig und manchmal gar nicht ausgestellt. Inzwischen hat er mir sogar Patienten geschickt (wegen Plagiocephalie oder Koliken).
Man muss ja nicht permanent „kuscheln“, aber im Sinne des Patienten vielleicht doch akzeptieren, wenn er zeitgleich beide Wege gehen will und das dann kurz absprechen, wenn nötig.

Das nimmt jetzt auch nicht so wahnsinnig viel Zeit in Anspruch und es finden vermutlich alle nicht schlecht, wenn es ein respektvolles Miteinander gibt.

Zum Thema Fortbildung: mir persönlich ist es tatsächlich egal, wie das bei den Ärzten gehalten wird. Ich finde es wichtig, sich weiterzubilden und natürlich ist es in der Berufsordnung auch festgeschrieben. Aber es wird nicht kontrolliert. Ich glaube auch, dass das die meisten HPs tun, aber wenn wir irgendwann mal anerkannt werden wollen, dann sollte es eine Instanz geben, die das kontrolliert und mit Fakten aufwarten kann.
Ich persönlich finde es ätzend, dass Skeptiker uns als esoterische Pseudoheiler beäugen. Das ist definitiv in den allerwenigsten Fällen berechtigt. Aber wir sollten im eigenen Interesse was dafür tun, unser Ansehen gerade auch bei den Schulmedizinern zu steigern. Denn auch das wäre berechtigt. Dass wir zwar anders an vieles rangehen, aber dennoch sehr vielen Menschen sehr gut helfen können.
Leider sehe ich immer noch überwiegend verhärtete Fronten. Lasst doch allen ihren Bereich, wir tun uns normalerweise doch nicht weh. Und wie gesagt, die meisten Kollegen, die ich kenne, sind sehr gut in ihrem Therapiefeld und alle halten sich an die Sorgfaltspflicht. Schwarze Schafe gibt es bei uns vermutlich genauso wie bei den Ärzten. Aber die Masse ist weder esoterisch durchtränkt noch leichtsinnig oder überschätzen ihre Möglichkeiten.
Avatar #103488
am Freitag, 19. April 2019 um 07:44

Überblick

@ Jonica:

Sie schreiben, um esoterische Angebote gehe es bei Heilpraktikern in den allerwenigsten Fällen. Das Internet vermittelt aber, wenn man sich auf Heilpraktikerseiten umschaut, einen anderen Eindruck. Da findet sich von der Astralkörper-Reinigung bis zur Geistheilung alles, was die Vorwürfe der Skeptiker bestätigt.

Haben Sie eine gute Quelle zur Übersicht über die Heilpraktikerleistungen?
Avatar #103488
am Freitag, 19. April 2019 um 07:46

Überblick

@ Jonica:

Sie schreiben, um esoterische Angebote gehe es bei Heilpraktikern in den allerwenigsten Fällen. Das Internet vermittelt aber, wenn man sich auf Heilpraktikerseiten umschaut, einen anderen Eindruck. Da findet sich von der Astralkörper-Reinigung bis zur Geistheilung alles, was die Vorwürfe der Skeptiker bestätigt.

Haben Sie eine gute Quelle zur Übersicht über die Heilpraktikerleistungen?
Avatar #759489
am Freitag, 19. April 2019 um 11:22

HP-Leistungen

Naja, mag ja sein, dass einige Kollegen das anbieten, aber was juckt das die öffentliche Gesundheitsvorsorge, die Ärzte, die Skeptiker und wer sich sonst noch berufen fühlt, das Volk besserwisserisch darüber aufzuklären, dass es Unsinniges tut? So etwas wird ausschließlich privat bezahlt u. belastet nicht die Krankenkasse. Also laßt den Patienten, die auf so etwas Wert legen das doch einfach machen. Gutes Interview dazu:

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarland/heilpraktiker-empoert-ueber-hexenjagd_aid-37135053

Ein Patientenanwalt schreibt dazu:

"Allein die Tatsache, dass ein Heilpraktiker von der Schulmedizin nicht anerkannte Methoden anwendet, führt nicht zu einem Behandlungsfehler. Es ist rechtlich erlaubt solche nicht allgemein anerkannter Therapieformen und sogar ausgesprochen para-ärztlicher Behandlungsformen anzuwenden. Es gelten die Grundsätze der Patientenautonomie und der Vertragsfreiheit. Eine – aus rein wissenschaftlicher Sicht - unvernünftige Entscheidung des Patienten ist somit durch sein Selbstbestimmungsrecht geschützt. Jeder Patient, bei dem eine von der Schulmedizin nicht oder noch nicht anerkannte Methode angewendet wird, kann innerhalb der Grenzen der Sittenwidrigkeit (siehe § 138 BGB, § 226a StGB) eigenverantwortlich entscheiden, welchen Behandlungen er sich unterziehen will. Das Selbstbestimmungsrecht eines informierten und über die Tragweite seiner Entscheidung aufgeklärten Patienten schließt die Befugnis ein, jede nicht gegen die guten Sitten verstoßende Behandlungsmethode zu wählen. Umgekehrt kann die Tatsache, dass der Heilbehandler eine derartige Methode anwendet, nicht automatisch zu deren Beurteilung als Behandlungsfehler führen."

Quelle: https://ihranwalt24.de/2009/08/09/behandlungsfehler-die-haftung-des-heilpraktikers/

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