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Avatar #715180
am Samstag, 20. April 2019 um 13:23

... ich hab da mal eine Frage ...

Heute erschien in der Landeszeitung der Artikel "Strittige Studien" von Julius Heinrichs (1), in dem u.a. auf das Phänomen des "p-Hackings" hingewiesen wird, dem man durch "Open Science" (Felix Schönbrodt) entgegenwirken will, also transparente, wiederholbare und schlussendlich glaubwürdige (!) Wissenschaft u.a. durch Veröffentlichung der Forschungsergebnisse (was gute, in der Tat aber nicht alle, Studien mW aber bereits heute oft schon leisten).

Habe ich das jetzt richtig verstanden:
- "Ammoniak in der Landwirtschaft" bezieht sich doch wohl überwiegend (praktisch ausschließlich?) auf "Gülle".
- mir leuchtet auch von daher die Aussage von Lelieveld & Co. nicht ein, "Air pollution (...) is generally produced at higher combustion temperatures" (2), was ja nicht einmal für Zigaretten (ca. 1000 °C) vs. Dieselmotoren (ca. 500°C) zutrifft.

Müsste es dann aber nicht vielmehr so sein, dass Menschen, die BERUFLICH viel mit Gülle arbeiten, eine SUBSTANZIELL erhöhte "Sterblichkeit" oder wenigstens "Krankheitsrate" aufweisen? Gibt es dafür Belege? Berufsunfähigkeit (vgl. Staublunge)? Hinterbliebenenrente?

Müsste es dann nicht so sein, dass bspw. Insekten oder Mäuse (mal als Modell für "besonders empfindliche Lebewesen" genommen) in Ställen massenweise "tot umfallen", oder die Fauna rund um frisch gedüngte Felder scharenweise zugrundegeht? Gibt es dafür Belege?

Was alles nicht gegen einen behutsamen, verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt spricht (aber erzähl das mal jemand einem Landwirt!). Ist schon bemerkenswert, dass sich ausgerechnet (ggf. ehemalige) "Umweltschützer" – im Ergebnis! (4) – derart mit der Bauernschaft anlegen (jenseits unstrittiger Missstände im Einzelfall).

Die rund 700.000 Beschäftigten in der Landwirtschaft (5) scheinen jedenfalls nicht zu den Top 50 der "gefährlichsten Berufe" zu zählen (6), auch nicht seitens der Lebenserwartung, wohl eher ganz im Gegenteil (7).

Einzig "Melker" finden sich da (auf Platz 26); ich nehme mir aber die Freiheit, zu beweifeln, dass hier wirklich "toxische Exsufflationen" den vorherrschenden Grund für vorzeitige Berufsunfähigkeit darstellen.

Bemerkenswert auch folgende Aussage (6): »„Wenn ich weiß, was gesund ist, kann ich auch danach leben“, sagt Demografieforscher Scholz«.

Dagegen finden sich "Diätassistenten" auf Rang 29, vor Schlossern, Beton- und Strassenbauern, denen man zumindest auf den ersten Blick wohl nicht das größere "Gesundheitswissen" unterstellen wird.

Geht es also etwa zu weit, wenn man (ggf. auch) hier so etwas wie "freie Konfabulation" in Erwägung zieht?

"Weinbauern" (Rang 46) dürften hingegen weitaus eher der Exposition von mit HydroxyEthan angereichertem DiHydrogenMonOxid (8) erliegen...

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Quellen
(1) Julius Heinrichs: Strittige Studien. Landeszeitung für die Lüneburger Heide vom 20.04.2019. Leider nicht im Internet verfügbar.
(2) https://academic.oup.com/eurheartj/advance-article/doi/10.1093/eurheartj/ehz135/5372326#usercomments
(3) Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften: Ad hoc-Stellungnahme Saubere Luft - Stickstoffoxide und Feinstaub in der Atemluft: Grundlagen und Empfehlungen. https://www.leopoldina.org/uploads/tx_leopublication/2019_Stellungnahme_Saubere_Luft_Vorabdruck_final.pdf (10.04.2019)
(4) Agra Europe (AgE) (22.05.2018) Ammoniakreduktion beschlossen: Für viele Höfe rückt die Betriebsaufgabe näher. https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/ammoniakreduktion-beschlossen-fuer-viele-hoefe-rueckt-die-betriebsaufgabe-naeher-9570763.html?utm_content=related (20.04.2019)
(5) https://www.die-deutschen-bauern.de/wissen (20.04.2019)
(6) http://www.lebenserwartung.info/index-Dateien/soziodiff.htm (20.04.2019)
(7) https://www.welt.de/gesundheit/article13340680/Die-Rangliste-der-50-gefaehrlichsten-Berufe.html (20.04.2019)
(8) http://www.abc.net.au/science/articles/2006/05/17/1631494.htm?site=science/greatmomentsinscience
Avatar #715180
am Dienstag, 23. April 2019 um 00:14

Evidenz, bitte!

Man möge bitte diejenigen Studie(n) nennen, mit denen die Aussage belegt werden kann, dass eine weitere Reduktion von Luftschadstoffen tatsächlich zu deutlich verbesserten Überlebensraten führt.

Man gehe bitte auch auf den Aspekt von zunehmenden Lungenkrankheiten bei sinkenden Luftschadstoffen ein.

Man gehe bitte auch auf den Aspekt der relativ hohen Lebenserwartung von Landwirten bei relativ hoher Ammoniak-Exposition ein.

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Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg

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