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Avatar #767410
am Freitag, 26. April 2019 um 18:24

Menschenrechte

Kommentar zur Nachricht
Einzelzimmerquote löst in Nordrhein-Westfalen keinen Pflegenotstand aus
vom Donnerstag, 25. April 2019
Brilliant vom Oberverwaltungsgericht gelöst, allerdings handelt es sich in diesem Fall nicht um Verwaltungsrecht sondern um Menschenrecht.

Hier wurde nicht nach den Interessen der Pflegebedürftigen entschieden, sondern zugunsten von Heimbetreibern. In der Konsequenz bedeutet das Urteil doch, dass Pflegebedürftige, welche dringend einen Heimplatz benötigen, eine geringere Wahrscheinlichkeit haben einen Einzelzimmerplatz in NRW zu bekommen. Sie sind damit gezwungen, sich in Deutschland im Jahr 2019 immer noch mit einem qualitativ schlechteren Doppelzimmerplatz zufriedenzugeben. Auf ihre Privatsphäre und Selbstbestimmung müssen sie auf Drängen von Heimbetreibern verzichten (und auf ihre Menschenwürde ganz besonders!), um überhaupt stationäre Pflegeleistungen zu erhalten.

Menschenrechtlich (UN BRK) ist das Urteil ein Skandal! Solche Fälle gehören vor den Europäischen Gerichtshof!
Avatar #770736
am Donnerstag, 16. Mai 2019 um 07:21

Das Gegenteil ist der Fall

Der Artikel scheint eine Beruhigungspille zu sein. In Essen sind allein aufgrund dieser Maßnahme "über Nacht" mehr als 600 Betten weggefallen. Diese Betten werden quasi umgebaut zu Einzelzimmer indem man zuwartet, bis eine oder beide Person(en) im Doppelzimmer verstirbt - und man anfangen kann umzubauen. Dieses "Zuwarten" einiger Heimträger führt zu einer deutlich spürbaren schlechten Verlegungsquote aus dem Krankenhaus heraus: hier gibt es ein echtes Vermittlungshemmnis. Patienten müssen in andere Städte verlegt werden oder in ein ambulantes Setting zurück verbracht werden, obwohl eine stationäre Versorgung (auch und gerade: Kurzzeitpflege!) angezeigt wäre. Dieses beschäftigt ganze Abteilung(en) im Krankenhaus mit der Vermittlung eines Heim- oder Kurzzeitpflegeplatzes - und die Ärzteschaft weiß mal wieder nicht, warum. Das ist ärgerlich, aber nicht das Verschulden einzelner. Die Heime konnten es sich scheinbar in mehr als zehn Jahren nicht erlauben die Zimmer umzubauen. Das finde ich schon dramatisch. Zum Nachteil der Patienten und Angehörigen. Und zum Nachteil der Krankenhäuser. Sehr bedauerlich.

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