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Avatar #539999
am Freitag, 17. Mai 2019 um 17:35

Der Ge­sund­heits­mi­nis­ter hat Erwartungen jenseits des Spektrums der Fachkräfte

Kommentar zur Nachricht
Telenotarzt soll in Nordrhein-Westfalen landesweit eingeführt werden
vom Freitag, 17. Mai 2019
In der Versorgungskette nimmt die Erwartung, daß der Telenotarzt zu einer schnelleren Versorgung des Patienten führt ab: Disponent > nichtärztliches Rettungspersonal > Notarzt > Pflege in der Notaufnahme > Arzt in der Notaufnahme. Der Ge­sund­heits­mi­nis­ter steht somit mit seinen Erwartungen weit außerhalb des Vorstellungsbereiches der Fachkunde voran.
Quelle: Was erwarten Mitarbeiter der Notfallmedizin vom Telenotarzt?
Ergebnisse einer Befragungsstudie vor der Einführung eines Telenotarztes in Vorpommern-Greifswald, Fragebogen ESM2.
Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin

Autoren:
Dr. med. C. Metelmann, B. Metelmann, J. Bartels, T. Laslo, S. Fleßa, J. Hasebrook, K. Hahnenkamp, P. Brinkrolf
Avatar #746306
am Montag, 20. Mai 2019 um 06:58

Anspruch und Wirklichkeit

Grundsätzlich ist es zu begrüßen wenn den nicht-ärztlichen Mitarbeitern der Hilfsorganisationen vor Ort schnell und zuverlässig notärztliche Unterstützung am Einsatzort verfügbar gemacht wird, im digitalen Entwicklungsland Deutschland ist dies flächendeckend allerdings gerade an den Positionen wo es Sinn machen würde, kaum möglich.
Ich bin regelmäßig in einem Landkreis als Notarzt unterwegs, wo die Zeitdauer bis zum Eintreffen des NEF 20, 30 oder in Ausnahmefällen auch 40min beanspruchen kann. Gerade in diesen Gegenden ist eine mobile Telekommunikation kaum möglich. Das dienstliche D1-Netz hat ebenso wenig Netz wie alle anderen im deutschen Markt verfügbaren Mobilfunkanbieter, der Digitalfunk funktioniert leidlich und so ist man schon einmal gezwungen auf das Festnetztelefonie des Patienten zurückzugreifen um eine Anmeldung im Krankenhaus zu etablieren. Ohne endlich die überfällige und notwendige Infrastruktur zu schaffen, ist das Konzept hauptsächlich auf Regionen anwendbar, in denen die Anfahrtszeiten sowieso kürzer sind.
In Anbetracht der stetig sinkenden Fallschwere der Einsätze ist allerdings auch hier eher die ärztliche Absegnung von Behandlungen vor Ort von Patienten die entweder keine notfallmedizinische Erkrankung haben, nicht mit ins Krankenhaus wollen, den KV-Notdienst sprechen wollten, etc. , zu erwarten.
Bevor wir uns Gedanken darüber machen das Notarzt- oder auch nur das Rettungssystem weiter auszubauen, sollten wir uns über bessere Nutzung der vorhanden Ressourcen Gedanken machen.

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