DÄ plusForenKommentare NewsRückgang der Masern, warum?

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Avatar #760038
am Mittwoch, 22. Mai 2019 um 10:40

Es gibt Fakten und...

Angstmacherei...

Früher wurde das Risiko einer SSPE mit 1:100.000 Masernfällen angegeben. Hier wird das Risiko für
eine SSPE bei Kindern unter fünf Jahren mit 1:1.700 bis 1:3.300 errechnet.
Schönberger u.a., Epidemiology of Subacute Sclerosing Panencephalitis (SSPE) in Germany from 2003
to 2009: A Risk Estimation, PLOS ONE, July 2013, Vol. 8, Issue 7, e68909 (übersetzt: Verbreitung von
SSPE in Deutschland von 2003 bis 2009, eine Risikoeinschätzung)

Aus epidemiologischer Sicht ist es kompletter Irrsinn bei Betrachtung der Zahlen vom RKI von 2001 bis 2019 eine Impfpflicht für Masern (als Kombipräparat auch für Krankheiten mit viel, viel weniger Krankheitsfällen) einführen zu wollen...es ist mag immunologischer Sicht vllt vertretbar sein, aber wir haben anhand der Statistiken keine Epidemie in Deutschland...

@ Rosenkohl:
Ich kapier es leider auch nicht, warum RKI und Landgesundheitsämter unterschiedliche Zahlen veröffentlichen...allerdings macht es mir Mut, dass Sie bei Ihrer Recherche schon auf diesen Umstand gestoßen sind...ich hoffe ja, dass Sie noch einiges mehr zu diesem komplexen Thema recherchieren konnten...

@ KuhnJ
Die Herdenimmunität ist leider Kokolores, der wissenschaftlich nicht haltbar ist...besonders für die anvisierte Gruppe der 0-6 Jährigen, welche ja nach vorliegenden Zahlen sehr gut Impfzahlen vorweisen können...darüber hinaus habe ich oben schon was zur SSPE geschrieben...
Avatar #759489
am Mittwoch, 22. Mai 2019 um 12:30

Masernvirus und Lanka

@KuhnJ: Als Impfkritiker haben Sie mich ja schon ausgemacht; das ist auch nicht falsch. Eine differenzierte Sichtweise bleibt vonnöten, nicht nur die Haltung: "je mehr desto besser und wer gegen eine (!) Impfung ist, ist ein mittelalterlicher Impfgegner" etc. blabla.
Aber in einen Topf mit Lanka & Co. geworfen zu werden ist nicht korrekt, mich nerven die Virenleugner schon seit Jahren. Und viele andere mitdenkende Zeitgenossen ebenfalls.
Ihre Häme, dass sich anthrop. Ärzte, Heilpraktiker etc. evtl. impfen lassen müssen, können Sie sich sparen, die verweist m.E. etwas auf charakterliche Mängel. Aus guten Grund gibt es die Einwilligungspflicht bei Operationen, aber bei der Impfung sollen Polizei u. Staatsanwaltschaft auffahren, wenn jemand sagt: "Nein Danke"?
In diesem Zusammenhang: a) kommt die Impflicht soweiso nicht (da verfassungswidrig, siehe entspr. Gutachten) und b) wenn sie doch kommt, freue ich mich schon auf die Prozessflut.

Mit Ihren statistischen Ausführungen sind Sie auch nicht sonderlich nahe an der Realität; wie man hier unschwer sehen kann, ist die Mehrzahl der Rückgänge (Todesfälle Masern) NICHT auf die Impfung zurück zu führen:
https://www.impfkritik.de/upload/bilder/Masern-Buchwald-S.133.jpg

Noch deutlicher sieht man das hier:
http://www.impfungen-und-masern.de/statistik/masern-usa-todesfaelle.gif

Aber das beeindruckt die Impf-Maximalisten keinesfalls, man wird blitzschnell dabei sein, just diese offiziellen Statistiken zu kritisieren...
Avatar #759489
am Mittwoch, 22. Mai 2019 um 12:48

Rückgang der Masern, warum?

PS:
Diese Statistik gibt ebenfalls zu denken:

http://www.initiative.cc/Artikelfotos/Diagramm30.jpg

Ebenfalls interessant:
Auch hier gibt es bei Masernerkrankungen offensichtlich eine hohe Dunkelziffer und es bleibt die Frage, wie ohne solide Datenbasis das Masernrisiko bestimmt werden soll, zumal vor allem eher die schweren Masernfälle gemeldet werden und somit das Krankheitsrisiko überbewertet wird
Bundesgesundheitsblatt 11/2009
Avatar #771555
am Mittwoch, 22. Mai 2019 um 16:39

@Pro-Natur: zur Herdenimmuntität, @KuhnJ: siehe GBE-Daten

@Pro-Natur
Herdenimmunität einer Bevölkerung setzt in der Theorie eine gleichmäßige Durchmischung von Geimpften und Ungeimpften voraus. Tatsächlich gibt es in Deutschland aber soziale Gruppen mit vielen Ungeimpften, und keine vollständige Durchmischung; daher kein absolute Herdenimmunität der Gesamtbevölkerung, aber eine relative der Mehrheitsbevölkerung.
Spätestens im Jahr 2003 hat Deutschland mit einer Rate der 1. Impfung von nur 91% und 2. von nur 33% bei Schuleintritt eine relative Herdenimmunität erreicht, denn seitdem gab es durchschnittlich ca. 950 und nie über 2500 Fäll pro Jahr. Die WHO und das RKI sagten noch Mitte der 1990er Jahre, eine Immunisierung der Masernempfänglichen von über 90% sei ausreichend um Masern zu eliminieren. Das gesetzte Ziel der höheren Impfrate von 95% bei der ersten Impfung und die Einführung einer zweiten Impfung wurden damals vom RKI damit begründet, daß bei freiwilligen Impfungen nicht alle Impfbaren erfasst werden.

In einem zentralen Reiseland wie Deutschland lassen sich Masern nicht vollständig eliminieren, solange aus dem Ausland immer wieder Infektionen neu eingebracht werden. Die Herdenimmunität kann dafür sorgen, daß diese Ausbrüche begrenzt bleiben und jeweils schnell wieder zurückgehen. Die Fallzahl reagiert nur unterhalb, aber nicht mehr oberhalb der kritischen Immunisierungsrate sensitiv auf die Impfrate. Das bedeutet, bei bereits bestehender relativer Herdenimmunität lassen sich die Fallzahlen nicht weiter dadurch reduzieren, daß nach dem Gieskannenprinzip die Impfraten der Allgemeinbevölkerung weiter erhöht werden; bzw. umgekehrt bei einem Absinken der allgemeinen Impfraten würde sich die Zahl der Masernfälle zunächst nicht wesentlich erhöhen, solange die Immunisierung eine kritische Schwelle nicht unterschreiten die vermutlich bei ca. 90% liegt.
Um die restlichen ca. 1000 jährlichen Fälle weiter zu reduzieren müßte man statt Erhöhung der allgemeinen Impfrate vielmehr gezielt bestimmte Gruppen wie Immigranten, Asylbewerber oder Anthroposophen und deren Kinder impfen, was zu entsprechenden Konflikten führen könnte.

@KuhnJ, habe keineswegs 1992 "gewählt", sondern vielmehr anhand vorliegender GBE-Daten als dasjenige Jahr ermittelt, ab dem die "Kurve der SSPE-Fälle praktisch konstant" ist, also keinen klaren Trend mehr zeigt. Weil nichts "gewählt" wurde ist Vorwurf einer "Manipulation" unverständlich. Verstehe ebensowenig was mit meiner "These" gemeint ist.

Die zunehmenden SSPE-Fälle im Erwachsenen- und Seniorenalter liessen sich wohl am ehesten erklären mit einer zunehmenden Zahl von nichtimmunisierten Älteren, bei denen die Fähigkeit zur vollständigen Immunantwort im Fall von Masern abnimmt.

Habe ebensowenig behauptet "dass ein 'erheblicher Teil' der Masernfälle sich nicht in Deutschland angesteckt hat", vielmehr anhand der den Zeitraum 1980-2016 umfassenden GBE-Daten festgestellt, daß von den SSPE-Fällen ein erheblicher Teil nicht-deutsche Patienten sind. Z.B. auch die Würzburger Studie zum SSPE-Risiko von 2013 https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/55190/SSPE-Risiko-von-toedlicher-Masernkomplikation-haeufig schließt Fälle von Kinder mit SSPE aus dem Ausland von der Analyse aus, die in Deutschland nur zum Zweck der Diagnose aufgenommen wurden ("Children with SSPE from abroad who were only hospitalized in Germany for diagnostic purposes were excluded from the analysis" https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0068909). Das Phänomen von zur Untersuchung oder Behandlung nach Deutschland kommenden SSPE-Patienten ist demnach unumstritten, wieviel genau bleibt jedoch ungeklärt.
Avatar #103488
am Mittwoch, 22. Mai 2019 um 19:43

Mitdenken

@ Mitdenker:

Wer sich wie Sie auf Buchwald beruft, muss sich von Lanka nicht distanzieren. Dass im langfristigen historischen Verlauf die Masernsterbefälle infolge der Impfung zurückgegangen seien, hat meines Wissens nie jemand mit Verstand behauptet. Die Letalität der Masern ging im langfristigen Verlauf mit der Verbesserung der Lebensumstände und dem medizinischen Fortschritt zurück. Wohl aber hat die Impfung die Sterbefälle seit Anfang der 1970er Jahre schnell und deutlich unter das in der Nachkriegszeit "natürliche" Maß gebracht, siehe ausführlicher hier: http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2013/12/07/impfkritik-2-0-ist-die-masernimpfung-bevoelkerungsmedizinisch-ueberfluessig/

@ Rosenkohl:

Die zweite Impfung dient vor allem dazu, zu Immunität bei früher Impfung zu verbessern, weil eine Impfung bei kleinen Kindern nicht ganz so gut wirkt wie bei etwas älteren Kindern. Wie soll denn die zweite Impfung etwas daran ändern, dass bei freiwilliger Impfung nicht alle erfasst werden?

Zu den SSPE-Fällen: In den Jahren 1980 bis 2016 verzeichnet die Todesursachenstatistik 211 SSPE-Sterbefälle. Davon 162 bei Deutschen, 42 bei Ausländern, also knapp ein Viertel. Der Anteil schwankt aufgrund der kleinen Fallzahlen in den einzelnen Jahren erheblich, ein Trend ist nicht erkennbar, auch keine Zunahme mit steigendem Migrantenanteil in der Bevölkerung.

Und wo kommt Ihrer Meinung nach eine "steigende Anzahl" nichtimmunisierter Senioren her? Die heutigen Senioren haben doch fast alle die Masern durchgemacht. Ihr Argument hinkt.

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