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Avatar #527195
am Donnerstag, 23. Mai 2019 um 20:56

Werbekampagne oder selbstbestimmte Entscheidung?

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Theologen sehen Kommunikations­probleme bei der Organspende
vom Donnerstag, 23. Mai 2019
Die Evangelischen Frauen in Deutschland haben mutig zwei wunde Punkte der Transplantationsmedizin angesprochen:
Dass der Hirntod mit dem Tod selbst gleichzusetzen ist, ist durch noch so fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse nicht zu beweisen, es ist reine Glaubenssache und auch unter Medizinern heftig umstritten.
Und wenn das Ja zur Organspende auf einer selbstbestimmten Entscheidung fußen soll, dann ist eine Werbekampagne alles andere als hilfreich. Dann wäre viel eher eine ehrliche, ergebnisoffene Aufklärung angebracht, wie sie für jeden chirurgischen Eingriff selbstverständlich ist.
Hans-Joachim Ritz, Hannover
Avatar #113003
am Donnerstag, 23. Mai 2019 um 22:06

Robert Truog

Der Professor für Bioethik sagt sehr klar, dass Hirntote nicht tot sind!
Avatar #705995
am Freitag, 24. Mai 2019 um 09:34

Finger in die Wunde

Dankenswerterweise leget Frau Papenheim den Finger in die Wunde und spricht wesentliche Probleme der Organspende und der Transplantationsmedizin an. Dass Vertreter der der Transplantationsmedizin dies anders beurteilen, liegt nahe. Aber unterschwellig zu suggerieren, die kritischen Gedanken etwa zum Hirntod seien nicht wissenschaftlich fundiert, trägt nicht zur Versachlichung der Debatte bei und wirkt schon gar nicht als vertauensbildende Maßnahme bei potentiellen Spendern. Es gibt in der Tat auch eine Reihe von Medizinern und durchaus mit der Thematik vetrauten Naturwissenschaftlern, die Hirntote als Sterbende und nicht als Tote betrachten.
Hierzu interessant ist die Stellnungnahme des Deutschen Ethikrates von 2015 - damals hat eine Minderheit des Rates u.a. auch dessen damalige Vorsitzende, die Medfizinerin/ Medizinethikerin Prof. Christiane Woopen, genau diese Position vertreten und eine differenzierte Aufklärung und gesellschaftliche Debatte gefordert.
https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Infobrief/Infobrief_0215_Web-neu.pdf
Davon sind wir bedauerlicherweise immer noch weit entfernt.

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