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Avatar #748578
am Mittwoch, 29. Mai 2019 um 21:15

Was bringt den Doktor um sein Brot?

Kommentar zur Nachricht
Ärztetag setzt sich für Stärkung der ärztlichen Gesundheit ein
vom Mittwoch, 29. Mai 2019
Es ist immer wieder die Rede davon, dass die Krankheitswirtschaft es nicht darauf anlegt, Abhilfen anzubieten, durch welche ihre Kundschaft Gesundheit erlangt >>> http://members.chello.at/meinewebseite/Bekenntnis.htm Vielleicht ist das der Grund, warum die Ärzteschacht an Überlastung zusammenzubrechen droht.
Avatar #96115
am Donnerstag, 30. Mai 2019 um 07:34

Gesundheit

2019 sollte selbst die Ärzteschaft wissen, dass Gesundheit nicht das Gegenteil von Krankheit ist. Die Kategorie Gesundheit hat sich vor 40 Jahren von der Medizin emanzipiert und sich ein eigenes Wissenschaftsgebäude geschaffen.
Freuen wir uns, wenn niemand im Zuge seiner Erwerbstätigkeit krank wird. Aber das hat nichts mit Gesundheit zu tun.
Avatar #110206
am Donnerstag, 30. Mai 2019 um 11:27

Präsidentschaftswahl, und dann? Ein westfälischer Friede?

Münster! Stadt der Radfahrer. Stadt des Westfälischen Friedens. Stadt des Münsteraner Tatorts mit dem Kollegen Rechtsmediziner Professor Boerne - natürlich ist etwas dran, wenn Sie fragen, ob nicht jeder gerne einer der 250 Delegierten in Münster wäre.

Noch lieber wären wir wohl Delegierte auf dem Sonderärztetag in Berlin gewesen, den der noch amtierende Präsident rücksichtslos in den Sand gesetzt hat.

"Wäre ich in Berlin gewesen, ich hätte ..." - wie oft hat man solche und ähnliche Sätze gehört. Hier, aus unserer baden-württemberischen Ärztekammer kam einer der vier Anträge für diesen Sonderärztetag.

Es ist sicherlich nicht der einzige Grund, einem neuen Präsidenten die Zustimmung zu verweigern oder zu gewähren. Man sollte aber genau hinschauen, wer damals dem scheidenden Präsidenten und seiner basisfernen Politik nahe stand.
Dann kann man beginnen zu streichen, Herr Kollege Reinhardt (ich erinnere: "die GOÄ-Reform ist eine sportliche Herausforderung" !

Dann hätte man auch gleich bei Montgomery bleiben und überall im Land Hamsterräder aufstellen können, natürlich auf Kosten der Ärzteschaft.

Es bleiben drei.

Herr Quitterer möchte "der tagtäglichen Arbeit" der Ärzte politisches Gewicht verschaffen.
Okääääieh ?
Ist es so, daß wir Gewicht bekommen sollen deswegen, weil wir tagtäglich arbeiten? Solche Sätze hat auch Montgomery in publizistischen Großpackungen produziert.
Herr Q. könnte seine Absichten bitte schon etwas genauer formulieren.

Bei Herrn Jonitz weiß man zumindest, daß er als Gastgeber auf dem Sonderärztetag nicht eben sehr viel Durchsetzungskraft an den Tag gelegt hat, und keineswegs überzeugend andere Positionen vertreten hat als Montgomery. Auf dem Papier dagegen ist er wohl wählbar, denn das was da steht ... aber wie lange wird das gelten?

Warum muß es aber immer ein Präsident sein?
Hosen aus und Röcke an!

Gut, Frau Wenker bleibt in derselben floskelreichen Sprache wie die anderen Bewerber. Freier Arztberuf, fachlich sinnvolle Ausgestaltung, mehr Wertschätzung, faire Arbeitsbedingungen ... aber was sollte sie auch anderes schreiben? Leute, Kollegen, findet Euch ab mit TI und GOÄ, denn was soll ich arme Frau gegen Herrn Spahn?

Dieser Youtuber Rezo. Schade daß er nicht über eine Approbation verfügt und daß er kein Delegierter in Münster ist, denn dann hätten wir einen wählbaren Kandidaten.

Sie sehen, Herr Nösler,
so schön es wäre, one in two-hundred-and fifty zu sein, man hätte doch nur die Auswahl unter den fabulous four, die irgendwann, irgendwo an irgendwelchen Grünen Tischen zum Quartett wurden.

Es ist nicht sehr überzeugend.

Überzeugend ist allenfalls, daß das, was Frau Wenker sich als Aufgabe gestellt hat offensichtlich noch nicht Realität in unserer alltäglichen Arbeit ist, wie es Herr Quitterer ausgedrückt hat.

Mit anderen Worten, wir können nur hoffen, daß der Druck der Basis jeden neuen Präsidenten unabhängig von Geschlecht und Herkunft zwingen wird, sich auf die eigentliche Arbeit zu konzentrieren, das heißt, endlich, endlich sich um die Mitglieder zu kümmern, die diesen einhundert-zwei-und zwanzigsten Ärztetag bezahlen und hoffen.

Übrigens hat der 30-jährige Krieg, der in Münster beendet wurde, keine 122 Jahre gedauert. Und weiter, solange die Politik der Ärztekammer so amateurhaft ist, wer will da schon einen Frieden?!
Avatar #106067
am Donnerstag, 30. Mai 2019 um 18:23

KVen produzieren negatives Umfeld

Es sind die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) selbst, welche die schlechten Arbeitsbedingungen im niedergelassenen, vertragsärztlichen Bereich dominieren wollen.

So schreibt die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in ihrem aktuellen "KVWL kompakt" 5/2019 auf Seite 20 https://www.kvwl.de/mediathek/kompakt/pdf/2019_05.pdf

"Die Erreichbarkeit in sprechstundenfreien Zeiten ist wie folgt zu
gewährleisten:
- In den Zeiträumen vor und nach der Sprechstunde und insbesondere in der Mittagspause muss der Vertragsarzt seine Er-
reichbarkeit so organisieren, dass er in dringenden Fällen für
die Patientenversorgung persönlich zur Verfügung steht.
- Die persönliche Erreichbarkeit kann nicht durch kollegiale Vertretungsabsprachen ersetzt werden.
- Aufgrund des Gebotes der
persönlichen Leistungserbringung sind Vertretungen nur zulässig, wenn tatsächlich ein Vertretungsfall wegen urlaubs- oder krankheitsbedingter Abwesenheit vorliegt.
- Im Übrigen würden solche kollegialen Absprachen zu unwirtschaftlichen
Doppelbehandlungen führen.
- In einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) ist es ausreichend, wenn ein Partner oder ein angestellter Arzt die Erreichbarkeit für die Praxis sicherstellt.
- Ist die BAG fach- oder versorgungsbereichs-übergreifend organisiert, muss jedoch für jedes
Fachgebiet bzw. jeden Versorgungsbereich ein Arzt erreichbar sein. Entsprechendes gilt für das Medizinische Versorgungszentrum [MVZ].
- Vertragsärzte, die eine Zweigpraxis betreiben, genügen ihrer Verpflichtung, wenn sie für Patienten der Zweigpraxis am Hauptsitz erreichbar sind. Wird eine sogenannte „Versorgerfiliale“ betrieben, muss davon abweichend die Erreichbarkeit
auch am Ort der Zweigpraxis sichergestellt werden..." (Zitat Ende).

Als einzige Ausnahme sieht die KVWL nur die Betriebszeiten des vertragsärztlich organisierten zentralen Notfalldienstes (ZND) vor. Nur dann könne "dieser stellvertretend für die Patientenversorgung zur Verfügung" stehen. Es reiche "daher aus, durch den Anrufbeantworter der Praxis auf die zentrale Notdienstnummer 116117 zu verweisen."

Mit einem derartigen Diktat permanenter Erreichbarkeit und totaler Verfügbarkeit, unabhängig von administrativ-bürokratischen, praxis-spezifischen, persönlichen, privaten, kulturellen, rekreativen, sozialpsychologisch bzw. biologisch zwingend notwendigen Alltags-Verrichtungen und Aktivitäten werden Vertrags-Ärztinnen und -Ärzte von offizieller KV-Seite in unwürdige, menschenfeindliche, Pausen- und Arbeitszeiten missachtende Lebens- und Arbeitsbedingungen gezwungen.

Burn-out, Erschöpfung, Frustration, innere Emigration, Lust- und Antriebslosigkeit, Depression, Deprivation, Verlust bio-psycho-sozialer Reflexions- und Schwingungsfähigkeit, Achtungs- und Aufmerksamkeitsdefizite sind unmittelbare Folgen.

Diese bahnen den Weg zu psycho-physischen Dekompensationen, chronischen Krankheitsentitäten, Genuss- und Substanzmittel-Missbrauch.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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