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Avatar #106067
am Mittwoch, 26. Juni 2019 um 13:10

Mein Leserbrief an DER SPIEGEL

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Bündnis will Abläufe bei Organspende weiter verbessern
vom Dienstag, 25. Juni 2019
Unwürdiges "Wettrennen" um Entscheidungslösung vs. Widerspruchslösung

Betrifft: "Baerbock und Spahn streiten über Organspenden - Widersprechen: So einfach ist das nicht" DER SPIEGEL vom 22.06.2019

Titel: Kafkaeske Polit-Posse um verfassungskonforme Entscheidungslösung vs. Widerspruchslösung

Den Medizin- und Transplantations-fernen Befürwortern der Widerspruchslösung ins Stammbuch: Die Verbesserung der Organspende-Bereitschaft erfordert primär gesellschaftspolitische Diskussions-, Meinungs- und Konsensbildung. Der intensivierte krankheits-politische Diskurs über die perimortale Organspende bzw. die erfolgreichen Maßnahmen und Wertevermittlungen in der gesamten Transplantationsmedizin stehen erst am Anfang. Im letzten Jahr sind die Transplantations-Zahlen bereits um knapp 20% gegenüber 2017 angestiegen.
Diese Konsolidierung wird gefährdet durch erneute Forderungen nach einer verfassungswidrigen Widerspruchsloslösung: Sie ist ein weiteres Problem, nicht die Lösung, die sie zu sein vorgibt. Rücksichtslos werden damit informationelle Selbstbestimmungs- und weitere Persönlichkeits-Rechte ignoriert. Das gipfelt in der Einführung eines bundesweiten Zentralregisters, in dem Organspende-Befürworter und -Gegner amtlich erfasst und registriert werden sollen.
Es ist für Betroffene, Spender wie Empfänger, Angehörige, Mitarbeiter/-innen, Hirntod-Gutachter, Ex- und Implantationsteams schon schwer genug, mit den Problemen, Widersprüchen, Priorisierungen und perimortalen Situationen der Transplantationsmedizin klar zu kommen.
Das derzeitig unwürdige Wettrennen um den erfolgreichsten Gesetzentwurf zwischen Entscheidung und Widerspruch erinnert fatal an das Grimm’sche Märchen von „Hase und Igel“!
Dr. med. Thomas G. Schätzler, Facharzt für Allgemeinmedizin und Hausarzt in Dortmund

Über einen Abdruck ggf. mit Kürzungen würde ich mich sehr freuen und verbleibe mit freundlichen Grüßen,
Ihr
Dr. med. Thomas G. Schätzler, Facharzt für Allgemeinmedizin
Kleppingstr. 24
44135 Dortmund
Telefon 0231-523002
Mobil 0152-55947070
th.g.schaetzler@gmx.de
Avatar #79783
am Donnerstag, 27. Juni 2019 um 22:35

Warum nicht die "Clublösung"?

Organspender werden in ein Register eingetragen - und wer nicht eine bestimmte Mindestzeit (außer Kinder natürlich) in diesem Register steht, hat selbst im Krankheitsfall nur einen nachrangigen Anspruch auf ein Spenderorgan - fertig! Wer die Organspende ablehnt, lehnt doch sicher auch für sich selbst den Empfang von Spenderorganen ab, so dass keine unangemessene Benachteiligung für Verweigerer resultiert. Und wer irgendwann vielleicht mal ein Organ benötigt, tut gut daran, sich registrieren zu lassen

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