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Avatar #86493
am Sonntag, 11. August 2019 um 12:41

Hypotonie bei Anästhesie unter ACE-Hemmer oder AT1-Rezeptorblocker

Kommentar zum Print-Artikel
Anästhesievorbereitung: Welche Medikamente vor einer Narkose abgesetzt werden sollten
aus Deutsches Ärzteblatt 31-32/2019 vom Montag, 5. August 2019
Diese Problematik ist leider vielen Anästhesisten nicht bekannt. Sie sollte deutlicher kommuniziert werden, auch unter den Hausärzten ist dies leider nicht bekannt genug.
Ich habe leider letztes Jahr anläßlich der OP meiner Spinalkanalstenosen über mehrere Etagen an einer Uniklinik (!) diesbezüglich sehr negative Erfahrungen gemacht.
Auf meine mehrfache Nachfrage präoperativ wurde mir ausdrücklich versichert, dass ich sowohl mein Diuretikum wie auch meinen AT1-Rezeptor-Blocker unbedingt vor der OP einnehmen soll.
Statt postoperativ nach 3-4 Stunden wieder auf Station zu sein wurde ich nach 8 Stunden im Aufwachraum wach. Dort erklärte man mir, dass ich mit RR-Werten die systolisch unter 100 mgHG lagen selbstverständlich nicht auf die Normalstation verlegt werden könnte.
Meinen Ehemann, ebenfalls Arzt, hatte man mittags ohne Begründung weggeschickt. Bei Entlassung nach 5 Tagen erwähnte die ausführende Anästhesistin in Nebensatz etwas von niedrigen Blutdruckwerten. Auf meine Nachfrage, ob ich bei eventuell notwendigen erneuten Eingriffen nicht doch besser auf meine RR-Medikation verzichten sollte, hieß es nur: Auf keinen Fall!
Beim Erhält der Rechnung des Chefanästhesisten 4 Monate später stolperte ich über die Position: Gabe von Adrenalin/Noradrenalin, 4 mal (!) .
Auf meine telefonische Nachfrage in der Abteilung erhielt ich die gleiche Aussage wie bei meiner Entlassung. Immerhin bekam ich auf mein Drängen eine Kopie des Anästhesieprotokolls ausgehändigt.
Bei der Vorbereitung zur nächsten OP im Frühjahr dieses Jahres, in einem anderen Krankenhaus hier am Ort, erwähnte ich bei meiner Vorstellung die Probleme. Der sofort hinzugerufene Anästhesist sah sich das Protokoll und meinen Anamnesebogen an und war gleich im Bild. Diese OP verlief problemlos und die Schwindelattacken unter denen ich im Vorjahr mehrere Wochen postoperativ gelitten habe blieben bei Verwendung derselben Narkotika dieses Jahr erfreulicherweise aus.
Damit die Patienten präoperativ auch von ihren Hausärzten und besonders bei ambulanten Operationen entsprechend instruiert werden können, sollte das Management der Begleitmedikation bei Anästhesie mehr in den Focus gestellt werden . Über das Absetzen von Metformin und ASS weiß inzwischen doch fast jeder Patient Bescheid.
Avatar #702724
am Sonntag, 11. August 2019 um 17:06

In der Kürze liegt nicht immer die Würze

1. Homöostase = Gleichgewicht; Euhomöostase = Gleich/Gleichgewicht

2. Die "Pausenlänge" der NOAKs erfolgt in Abhängigkeit von ihrer Dosierung

3. Ebenso erfolgt die Pausierung der Antihypertonika differenziert anhand ihrer Indikation (Herzinsuffizienz/art. Hypertonie) sowie Art des Eingriffs (Ausmaß der Volumenverschiebung); Ca- Antagonisten werden in der Regel weitergegeben
Avatar #784996
am Montag, 19. August 2019 um 10:41

Absetzen von Metformin

Das Absetzen von Metformin bereits 48 h vor einer Operation ist mitterweile nicht mehr vorgeschrieben.
Laut aktueller Zulassung heißt es
"Metformin muss zur Zeit einer Operation unter Allgemein-, Spinal- oder Epiduralanästhesie abgesetzt werden. Die Therapie darf nicht früher als 48 Stunden nach der Operation oder nach Wiederaufnahme der oralen Ernährung und nur dann wieder aufgenommen werden, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliert wurde und sich als stabil erwiesen hat."

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