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Avatar #4050
am Donnerstag, 22. August 2019 um 19:16

Weiter so

Kommentar zur Nachricht
116117 wird zur umfassenden Servicenummer
vom Donnerstag, 22. August 2019
Der Plan der KBV ist klar:
„Seht her, wir kümmern uns doch und investieren mehr als 10 Millionen in die Werbung für die 116117! Dafür behalten wir den Sicherstellungsauftrag für die Notfallversorgung...“ und anschließend läuft alles weiter wie bisher!
Was sagen eigentlich die Kassenärzte dazu, daß deren Gelder für eine solche Werbekampagne ausgegeben werden?
Anstatt sich also GEMEINSAM den Problemen zu widmen soll alles beim Alten bleiben. So laufen Ihnen ihre Ärzte und uns alle Mitarbeiter weg!
Vielen Dank Herr Gassen: 6, setzen!
Avatar #784973
am Freitag, 23. August 2019 um 11:22

Überfordert

Diese Nummer ist pausenlos in der Warteschleife: 15:00 Uhr angerufen,
15:45 hat sich eine Dame gemeldet und Arzt informiert! Bereitschaftarzt nach 4 Stunden erschienen,
(war für 3 Städte zustandig)! Es sollten mehr Ärzte in den Gemeinden zugelassen werden; vor allem muß viel mehr Geld dafür in die Hand, genommen werden. Wer braucht eine KBV?
Avatar #88767
am Freitag, 23. August 2019 um 16:23

Ärzte, wehret den Anfängen! Die KBV will euch gerade verkaufen.

Statt die KV-Mitglieder offensiv zu informieren, dass der KBV leider nichts anderes übrig bleibt, als den Interessen der Niedergelassenen mal wieder zu schaden, lediglich eine der üblichen Hurra-Meldungen der KBV.

Es entspricht dem Zeitgeist auf app zu setzen, egal ob sie sinnvoll oder sinnlos sind. Wer heute nicht auf app setzt, der muss von vorgestern sein. Demzufolge bringt die KBV eine 116117-app auf den Markt, mit der Patienten bundesweit die Verbindung zum Notruf 112 herstellen können. Ich, als app-Dinosaurier, hätte im Notfall einfach 112 in irgendein Telefon, entweder mein eigenes oder irgendein anderes, eingegeben, fertig. Aber per app, für die man erst den Bildschirm entsperren muss, am besten das Handy des bewusstlosen Verletzten für die Gesichtserkennung dem Verletzten vor die Nase halten, die man dann erst suchen und dann starten muss, die dann eine Internetverbindung benötigt und die dann die 112 wählt, ist natürlich viel cooler. Vielleicht muss man die app auch zuerst downloaden und installieren – wer hat auf seinem Handy schon die Terminapp für medizinische Notfälle installiert? Ich wäre allerdings um ein Vielfaches schneller gewesen.

Eine solche app schade viel und hat null Mehrwert für den Patienten. Wäre sie „nur“ unsinnig, könnte man sie gleich wieder vergessen. Aber die KBV hat mit dieser App noch etwas ganz anderes vor. Zitat: „Ab Anfang nächsten Jahres sollen Nutzer online Termine der TSS buchen können.“ Von den allermeisten Ärzten völlig unbemerkt, obwohl die KVen sogar schriftlich darüber informiert haben, bauen die Praxis-EDV-Hersteller derzeit in ihre Software eine Schnittstelle ein, mit der man „von außen“ direkt Termine buchen kann. Sobald diese Schnittstellen scharf geschaltet werden, können die „Nutzer“, bei Dinosauriern heißt diese Gruppe „Patienten“, ihre Termine unmittelbar in der Arztpraxis „buchen“.

Die KBV verlangt, dass Ärzte Termine für die TSS bereitstellen, damit diese Patienten (am Praxispersonal vorbei) Termine in einer Praxis machen kann. Für viele Praxen eine völlig indiskutable Variante. Mit der 116117-app wird Patienten sogar die Möglichkeit eröffnet, sich direkt in den Terminkalendern der Praxen Termine zu machen. Statt suboptimal agierenden Mitarbeitern der TSS blockieren die Patienten gleich selbst Termine in den Praxen. Da „der Nutzer“ zum Zeitpunkt der Terminvereinbarung nicht genau weiß, wann er den Termin beim Arzt einschieben kann, bucht er halt gleich mehrere Termine bei mehreren Ärzten. Die Praxen merken dann schon von ganz allein, dass er bis auf einen Termin die anderen Termine nicht einhält. Ach so, absagen könnte er per app auch – 5 Minuten vor dem Termin sollte doch ausreichen.

Möglich wird eine Terminvereinbarung per app erst durch die Telematik. Ohne Anbindung an die TI kann niemand von außen Termine machen, weder die TSS noch ein Patient. Ist dagegen die Anbindung an die TI vorhanden, können und WERDEN die Termine von dafür nicht qualifizierten Personen vergeben werden. Und die KBV ist die treibende Kraft dahinter.

Glauben Sie nicht? Sie glauben, man kann Sie mit Ihrer Praxis nicht dazu zwingen? Träumen Sie weiter. Weil sich Ärzte nicht an die TI anschließen lassen wollten, wurden finanzielle Sanktionen eingeführt. Derzeit 1% des KV-Umsatzes, ab März 2020 sind es schon 2,5%. Die Sanktionen hatten zur Folge, dass sich viele Praxen gegen ihre innere Überzeugung haben anschließen lassen. À la Trump wird es demnächst heißen „wenn du deinen Terminkalender nicht für die 116117-app freigibst, steigen die Sanktionen auf 10%“. Und weil es noch Zahlen oberhalb von 10 gibt, können die Sanktionen auch auf 35% steigen. Sie halten das für wenig wahrscheinlich? Warum? Hätten Sie es vor zwei Jahren für wahrscheinlich gehalten, dass man Sie gegen Ihren Willen dazu bringt, sich an die TI anschließen zu lassen, gar dass man sie deswegen finanziell sanktioniert? Eben.

Wer einmal in der heiligen Mission „wir müssen die Ärzte in die Digitalisierung zwingen, auch gegen deren Willen, weil Ärzte zu schlicht strukturiert sind, die Vorteile zu erkennen“ unterwegs ist, der wird sich nicht mehr stoppen lassen. Spahn hat eine Mission. Und die KBV ist ein perfekter Erfüllungsgehilfe. Sie hat überhaupt null Bedenken, den Interessen der KV-Mitglieder zu schaden. Wer es nicht glaubt, dem empfehle ich die aktuellen Äußerungen der KBV zur diskutierten dritten Schiene (Notfall- und Rettungswesen). Vom KBV-Vorstand Hofmeister heißt es dazu im Ärzteblatt:
„Er räumte allerdings ein, dass viele Vertragsärzte es sicherlich begrüßen würden, den un¬geliebten Bereitschaftsdienst nachts und an den Wochenenden loszuwerden.“

Die KBV kämpft dafür, dass der Bereitschaftsdienst bei den KVen bleibt. Die Ärzte sind dagegen, weil sie diese Dienste erbringen müssen. Was ist das für eine KBV, die weiß, dass die Ärzte den Bereitschaftsdienst loswerden wollen, und die sich trotzdem für den Bereitschaftsdienst im KV-System stark macht?

Es ist eine KBV, der die Interessen der KV-Mitglieder vollkommen egal sind. Um das KV-System am Leben zu erhalten, ist ihr kein Blutzoll bei den KV-Mitgliedern zu hoch.

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