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Avatar #550935
am Donnerstag, 22. August 2019 um 21:05

Höchst umstritten...

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652-Städte-Studie: Feinstaub erhöht Sterberisiko auch in niedrigen Konzentrationen
vom Donnerstag, 22. August 2019
... Sind diese Statistiken zu Sterberisiken bei Feinstaubbelasstung. Selbst wenn man die politische und damit finanzielle Motivation der Studienleitungcausser Acht lässt, ist es offensichtlich, dass ein vernünftiges Setting für derartige "Studien" seriös nicht darstellbar ist.
Zum Beispiel: Menschen, die an stark feinstaubbelasteten Strassen leben, gehören ganz überwiegend zur sozialen Unterschicht. Aber gerade in dieser wird ungesund gelebt, sich mangelhaft ernährt, es wird mehr geraucht und schlechtere Sozialisierungen erhöhen das Mortalitätsrisiko.
Mit der gleichen Sinnhaftigkeit könnte man auch eine erhöhtes Mortalitätsrisiko bei Frühaufstehern postulieren.
Avatar #715180
am Freitag, 23. August 2019 um 14:02

... BEMERKENSWERT.

Regelhaft verhält sich die ZUVERLÄSSIGKEIT der Wirkung eines jeden (Wirk-, Gift-) Stoffes PROPORTIONAL zur Dosis:

- je HÖHER die Dosis, desto ZUVERLÄSSIGER eine Wirkung. Was denn sonst, bitte?

- "nahe Null" muss aber die "Unzuverlässigkeit" der Wirkung (Aussage) GEGEN UNENDLICH gehen. Eine Aussage, dass "ein Partikel" („keine Untergrenze“) auf irgendeine Weise ZUVERLÄSSIG tödlich sein soll, ist - nach menschlichem Ermessen - praktisch völlig UNMÖGLICH (Gedankenexperiment: man verdünne ein beliebiges Arzneimittel auf eine „homöopathische“ Dosis wie zB D6 oder D12 und behaupte allen Ernstes, man könne damit ZUVERLÄSSIGE Effekte erzielen...).

Dargestellt (1, Abb. 3) ist aber das GENAUE GEGENTEIL:
- die "Zuverlässigkeit" (Vertrauensbereich) der angeblich tödlichen Wirkung ist bei HOHEN Konzentrationen am geringsten(!), bei geringsten Konzentrationen jedoch (in etwa) AM HÖCHSTEN.

Die Rechenmodelle KÖNNEN also so – ganz grundsätzlich – nicht stimmen, jedenfalls nicht bezogen auf die dargestellte "Zuverlässigkeit" der Befunde (Aussagen). Bei (nahe) NULL Wirkstoff kann (praktisch) NIEMAND mehr daran sterben. Alles andere wäre auf diesem Planeten unmöglich plausibel.

Die Ergebnisse der Cochrane-Analyse (2) stützen diese Aussage („kein Effekt“).

_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg

Referenzen
(1) Liu C, Chen R, Sera F et al.: Ambient Particulate Air Pollution and Daily Mortality in 652 Cities. N Engl J Med 2019. 381:705-715. doi: 10.1056/NEJMoa1817364
(2) Zylka-Menhorn V: Luftverschmutzung: Komplexität erlaubt keine allgemeingültigen Aussagen. Dtsch Arztebl International 2019. 116:A-1110.

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