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Avatar #715180
am Donnerstag, 10. Oktober 2019 um 18:10

... DANKE für diesen sachlichen Beitrag!

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Absatz von E-Zigaretten in Deutschland zurückgegangen
vom Donnerstag, 10. Oktober 2019
"Klarheit und Wahrheit"!
Richtig ist:
1.
"ENDS" (Elektronic NICOTINE Delivery Systems", "klassische" E-Zigaretten) können nach allem, was wir wissen, nicht an der "vaping illness" beteiligt sein.
2.
Anscheinend werden insbesondere bezüglich Jugendlichen und/oder jungen Erwachsenen in den USA statistisch "Dampfer" (ENDS) und "Cannabis"-Benutzer statistisch zusammengelegt, wogegen in D diese Gruppen getrennt erfasst werden (Rechtslage, zB Betäubungsmittel?). Laut aktuellem Drogenbericht der BZGA liegt der E-Zigarettengebrauch in D bei 12-17 bzw. 18-25-Jährigen bei ca. 7 bzw. 9% (E-Zig. plus E-Shishas), der Cannabiskonsum aber bei 7 bzw. 22%, zusammengerechnet also ca. 14 bzw. 31%, was größenordnungsmäßig etwa den US-amerikanischen Daten entspricht.
Wollen wir hoffen, dass der Schwarzmarkt für THC so nicht auf Europa überspringt.
3.
"Langzeitstudien" gibt es allerdings durchaus (zB Polosa 2017). Auch ist das Argument nicht von der Hand zu weisen, dass es noch nie in der Menschheitsgeschichte irgendeine Neuerung gab, die erst nach 20-30 Jahren "Langzeitbeobachtung" in den allgemeinen Gebrauch eingeführt wurde (Farsalinos 2019). Was selbstredend keinesfalls gegen eine sorgfältige Nachbeobachtung spricht.
4.
Unverständlich sind mMn grundsätzliche Vorbehalte gegen eine "Substitution", ist sie doch zum Zweck der Schadensreduktion anerkannt und verbreitet (zB Polamidon).
5.
Hoffen wir, dass "kompensatorisch" das Rauchen von Tabakzigaretten nicht wieder ansteigt.
Falls doch: muss man vielleicht sogar über – verantwortlich geleitete? – Programme wie in GB zur offiziellen Förderung des "Dampfens" nachdenken (immer als letztem Schritt nach Förderung von spontanem Aufhören und Ausschöpfung aller evidenzbasierten Maßnahmen)?

_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg

Referenzen (Zugriff 10.10.2019)
- http://tobaccoanalysis.blogspot.com/2019/10/the-other-youth-vaping-epidemic-why-has.html
- https://www.bzga.de/presse/daten-und-fakten/suchtpraevention/
- Polosa, R. et al. Health impact of E-cigarettes: a prospective 3.5-year study of regular daily users who have never smoked. Scientific Reports 7, 13825 (2017). Online: https://www.nature.com/articles/s41598-017-14043-2
http://www.ecigarette-research.org/research/index.php/whats-new/2019/275-witch
Avatar #715180
am Donnerstag, 10. Oktober 2019 um 19:22

... Nachtrag

1.
Im oben verlinkten Artikel des BMJ (https://www.bmj.com/content/366/bmj.l5275) finden sich Aussagen wie »However, e-cigarettes emit [...hier folgt eine lange Liste an Einzelsubstanzen...], many of which are toxic to the lung«.
Das ist so nicht richtig.

Es ist toxikologisches Basiswissen, dass NIEMALS eine "Substanz per se" giftig ist, sondern es immer auf die DOSIS ankommt. Hier werden also irrationale Befürchtungen geweckt, denn – entgegen dem Anschein – werden "Ross und Reiter" nicht genannt: welche Substanz(en) GENAU sollen denn in toxischer Dosis gefunden worden sein?
Es ist mMn unverständlich, weshalb solche Aussagen nicht im Vorfeld ordnungsgemäß ÜBERPRÜFT werden ("peer review"?).

Hierzu aus dem "Lehrbuch der Toxikolgie" von Marquardt & Schäfer (S. 1223, 2. Auflage, 2004): »Es muss zunächst noch einmal betont werden, dass ein Agens nicht "giftig" sein kann. Die Begriffe "giftig" oder "Gift" müssen immer auf eine Dosis hinauslaufen: Es mag ein Dosisbereich existieren, in dem ein bestimmtes Agens eine giftige Wirkung entfaltet. Es gibt immer auch Expositionsbereiche eines Agens, die keine unerwünschten Wirkungen auslösen.«.
(Zit in http://e-dampfen.info/wp-content/uploads/Ist_Nikotin_ein_Gift-Prof_Dr_Bernd_Mayer.pdf).

Daneben ist zu bedenken, dass Tabakzigaretten tausende bekannte Substanzen, darunter zig toxische (usw.), enthalten bzw. freisetzen, ENDS dagegen nur 1-2 Hauptstoffe (PG/VG), ggf. Nikotin, ggf. Spuren flüchtiger Aromastoffe. Insbesondere PG ist gut untersucht (Angaben zB bei Farsalinos 2019), VG war hingegen noch nie ernsthaft im Gespräch (Glycerol/in ist zugelasser Bestandteil bei Infusionstherapie, zB "Lipovenös MCT 10 bzw. 20 % Emulsion zur Infusion": 25 GRAMM/l).

SOLLTE also – und wir reden hier über reine Spekulation – zukünftig EINE Substanz als schädlich erkannt werden, die bislang noch nicht aufgefallen ist, ist es bei ENDS völlig problemlos, diese zu eliminieren, ohne das Dampfen an sich anzutasten.
2.
Dort wir ebenfalls auf Fallberichte verwiesen, nach denen die "E-Zigarette" der "vaping illness" ähnliche Krankheitsbilder bereits früher schon einmal ausgelöst haben soll.
Abgesehen von der epidemiologischen Plausibilität (50 Mio Dampfer) beruhen diese auf "HÖRENSAGEN". Es fand offensichtlich kein konkreter NACHWEIS statt, wie genau denn die Erkrankung zustandegekommen sein könnte; ist das aber bei "Vergiftungen" nicht üblich, bevor man irgendwelche Spekulationen in die Welt setzt?

Wie plausibel ist das (Glycerin = zugelassenes Arzneimittel bzw. Makro(!)-Nährstoff: offensichtlich als "Zuckerersatz"!)? Sind also Ergebnisse zB irgendwelcher Zellisolate klinisch auf Menschen übertragbar?

A. Schnitzler
Avatar #763956
am Mittwoch, 16. Oktober 2019 um 16:19

Wahrheit und Wille

Erstens.
Wenn 17% der Verletzten in den USA angegeben haben, nur normales Nikotin-Liquid gedampft zu haben, dann heißt das höchstwahrscheinlich eben nicht, dass diese 17 Prozent nur normales Nikotin-Liquid gedampft haben. Welcher Autofahrer sagt nach dem Unfall dem Arzt in der Notaufnahme, dass er vorher in der Kneipe war?

Zweitens.
Wenn die Händler hierzulande Umsatzeinbrüche von 30 Prozent oder mehr beklagen - und eben nicht nur einzelne - dann scheint es unwahrscheinlich, dass der Bedarf am Markt plötzlich gedeckt ist. Ebenso abwegig scheint, dass die ausstiegswilligen Raucher es nun plötzlich alle mit Nikotinpflaster o. ä. schaffen. Näherliegend ist, dass sie stattdessen fleißig weiter - oder wieder - rauchen. Und statistisch wird jeder zweite daran sterben.
Wir verdanken das aber nicht nur der aktuellen Situation: Bei weltweit 50 Millionen Dampfern und einer etwa zehnjährigen unfallfreien Historie ist es für jeden offenbar, dass die US-Problematik mit dem Dampfen an sich, zumindest in Europa, gar nicht zu tun hat. Aber es wurde ja auch gute "Vorarbeit" geleistet durch "Fachleute" wie etwa Martina Pötschke-Langer einst oder auch die Pneumologen-Vereinigung PGP, die eine hilfreiche Wirkung von E-Zigaretten rigoros abstreiten.
Warum tun sie das? Und was schlagen sie vor? - Laut Positionspapier: Mehr Willensstärke aufzuhören, höhere Preise für Nikotinprodukte sowie (Überraschung!) die Verwendung von Produkten der Pharmaindustrie.
Da mag Herr @DrSchnitzler ganze Kataloge wissenschaftlicher Studien anbieten, seine Kollegen WOLLEN die aber gar nicht lesen, denn sie haben sich längst ihre eigenen rausgesucht.
Das eine mag die Wahrheit sein, dagegen steht ein Wille.

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