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Avatar #760232
am Freitag, 18. Oktober 2019 um 12:03

Ärztliche Versorgung

Kommentar zur Nachricht
„Ohne-Arzt-Praxis“ im Rems-Murr-Kreis geplant
vom Donnerstag, 17. Oktober 2019
<< „Es ist sehr schwierig, einen Arzt zu bekommen, der aufs Land rausgeht“, sagte Bürger­meister Uwe Bossert (Freie Wähler) >>.
Das Gesundheitssystem in der Bundesrepublik basiert auf der Sicherstellungsverpflichtung der freien Ärzteschaft und deren Kassenärztlichen Vereinigung. Diese Selbstverpflichtung ist nicht auf Speckgürtel beschränkt. Die Kassenärztlichen Vereinigungen erfüllen also ohre Selbstverpflichtung nicht, sind also vertragsbrüchig. Und das geht schon lange so. Folgerichtig muß der Staat entweder doe Verträge mit den KVBn beenden oder aber öffentlich angestellte Ärzte in die Mangelregionen schicken. Das ist sicher auch besser, als der Versuch der freien Ärzte, durch "medizinische Fachangestellte + Telemedizin" das Problem zu lösen - wobei man es auch meinetwegen mal ausprobieren kann.
Avatar #79783
am Samstag, 19. Oktober 2019 um 22:01

Der Sicherstellungsauftrag

ist längst löchrig wie ein Schweizer Käse, Anfang der 90er hat die KBV versäumt, ihn den Kassen vor die Füße zu werfen.
Seit der urprünglich nur "vorübergehenden" Einführung des gedeckelten Gesamthonorars und seiner Festschreibung im SGB V durch Seehofer 1992 dient der Sicherstellungsauftrag nur mehr reiken
der Erpressung der Ärzteschaft, um trotz Nichtbezahlung angemessener Honorare Leistungen zu erzwingen. Immerhin dürfen wegen des Sicherstellungsauftrags Ärzte nicht streiken, um ihre Bezahlung oder Arbeitsbedingungen zu verbessern
"Vertragsbrüchig" sind Politik und Krankenkassen, nicht die Ärzte.
Sich nicht an bestimmten Orten niederzulassen müssen ist das letzte Freiheitsrecht, das dem Freiberufler "Vertragsarzt" geblieben ist. Solang man nicht einmal verbeamtete Lehrer an Orte versetzen darf, an denen Lehrermangel herscht, wird das mit Ärzten erst recht nicht gehen.
Da muss die Politik den KVen schon die Mittel zur Verfügung stellen, um den Sicherstellungsauftrag zu erfüllen.
Ins Gesetz zu schreiben "das Geld reicht, Punkt" genügt halt nicht...

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