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Avatar #691359
am Montag, 11. November 2019 um 00:12

Wissenschaftspluralismus

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Bayerischer Landtag für Homöopathiestudie
vom Donnerstag, 7. November 2019
macht nur Sinn, wenn es wirklich noch offene Fragen zu klären gibt. Entweder die o.g. Studie wird handwerklich sauber durchgeführt, dann wird man je nach konkreter Fragestellung auf einen Teil der Antibiotika verzichten können. Dagegen sind zwischen Placebo und Homöopathie keine statistisch belastbaren Unterschiede zu erwarten.

Für die Globuli gibt es eigentlich nur einen Rechtfertigungsgrund: Für einen Patienten ist es psychologisch belastend, nach dem Aufwand des Arztbesuchs mit leeren Händen dazustehen. Die Tabletten oder Globuli in der Hand geben die Illusion der Kontrolle und Selbstbestimmung in Bezug auf die eigene Krankheit. Gerade bei viralen Infekten sind Antibiotika allerdings auch nur Placebos, wenn auch mit erheblichen Nebenwirkungen. In dem Antrag geht es aber nicht um psychologische Aspekte der Krankheitsverarbeitung, sondern um einen dreisten Versuch, die Homöopathie politisch hoffähig zu machen.

Faktisch ist die hier geplante Studie zu HNO-Erkrankungen und zur Sepsis (so steht es zumindest im Antrag) eine Studie zur Nutzenbewertung der Homöopathie. Allerdings dürfte bei einer 200 Jahre alten Methode, welche bereits vor 80 Jahren bei der letzten groß angelegten Nutzenbewertung (Donner-Report) krachend durchgefallen ist, es nicht so einfach sein zu erklären, welche wirklich neuen Erkenntnisse erwartet werden. Politiker, die sich für einen Wissenschaftspluralismus in Bezug Homöopathie einsetzen, könnten mit dem gleichen Recht die Kugelgestalt der Erde anzweifeln. Um es überspitzt zu formulieren, wer einen derartigen Antrag unterstützt, outet sich als Flacherdler des 21. Jahrhunderts.
Avatar #759489
am Montag, 11. November 2019 um 11:45

Wie üblich...

...kommt zuerst S. Rex um die Homöopathie klein zu reden und nieder zu machen. Dann kommt gleich Practicus, um sie klein zu reden. Ich warte.
Und S. Rex weiß natürlich jetzt schon wie sie ausgeht: "Dagegen sind zwischen Placebo und Homöopathie keine statistisch belastbaren Unterschiede zu erwarten."

Ein Lob an die CSU, die sich nicht von dem "modernen" Hompopathiebashing beeindrucken lässt. Da sind die GRÜNEN schon ängstlicher u. die FDP muß ihren ärztlichen Wählern nach dem Mund reden. Von der Kleinpartei Lauterbach & Co. ganz zu schweigen.

Zu dem Thema gibt es übrigens neben der Arbeit von Birgit Gnadl für div. Molkereien und Bauern bereits einige recht interessante Pro-Studien, hier nur eine:
Homeopathy as replacement to antibiotics in the case of Escherichia coli diarrhoea in neonatal piglets.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20129177
Avatar #759489
am Dienstag, 12. November 2019 um 12:32

Andere Studie zu diesem Thema

PS:
Bereits 1999: Arbeit von Albrecht et al. in der Zeitschrift Alternative Therapies veröffentlicht, bei der in einem norddeutschen Schweinezucht-Betrieb Homöopathika (eine Mischung aus 5 Arzneien) gegen Atemwegserkrankungen eingesetzt und die Wirkung sowohl mit niedrig dosierten als auch mit hochdosierten Antibiotika verglichen wurde.
Ergebnis: Die homöopathischen Arzneien erwiesen sich als deutlich wirksamer als niedrig dosierte Antibiotika. Schon „damals“ hätte man Antibiotika -Resistenzen aus der Massentierhaltung entgegenwirken können, so man es denn gewollt hätte…

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