DÄ plusForenKommentare News... E-Joints sind keine E-Zigaretten.

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Avatar #767798
am Dienstag, 26. November 2019 um 17:23

Winzige Korrektur

Bedauerlicherweise sind die Preise falsch.
Per Leerkartusche 0,02$...0,03$
Und die Panscherei geht fröhlich weiter..."Cookies" ist eine ganz offizielle Marke aus Californien.
Fake-Kartusche mit Fake-Umkarton, darauf gefaktes Hologramm 0,17$/Stück
Letzte Order 500Stk am 12.11.2019 versendet in die USA
Die regulären COA Banderolen mit dem CA! Label und THC Warnhinweis gibts als Kopie in LA im Shop auf der Rolle 1000Stk für 4$ usw, usw
Das hat nicht ansatzweise etwas mit einer E-Zigarette zu tun, was da drüben abgeht, nur hierzulande macht man gerade einen groß angelegten Vernichtungsfeldzug daraus
Avatar #767798
am Dienstag, 26. November 2019 um 19:41

Kleinere Korretur

Die Preise sind leider falsch! Wir liegen jetzt bei 0,02$...0,03$/per Kartusche.
Und das Elend dadrüben geht fröhlich weiter. "Cookies" ist in Californien eine ganz offizielle, zertifizierte und überwachte Marke. Gefakte Kartuschen in gefakten Umverpackungen gehen mit gefaktem Hologrammen für 0,32$/Stück über den Tresen - pardon über den Ozean. Die letzte ausgeführte Order über 500Stk datiert auf den 12.11.2019.
Und die Marke "Dank Vape" wieder verfügbar - 600Stk am 15.11. Richtung USA, 1700 Stück am 20.11.2019

Die Wirkverstärkerhypothese muss ich leider stören, hier ein Auzug von der Original Honey-Cut Flasche:
"Safe to use in any desired Ratio for a slow moving bubble" Glasklar, was damit gemeint ist. Die User unterliegen (bedauerlicherweise) dem Irrglauben, der Inhalt der THC Carts müsse eine gewisse zähe Viskosität aufweisen - dass spräche für den Gehalt und die Wirkstärke. Der Test darauf besteht im Schütteln und dem Sekundenzählen des Aufsteigens der feinsten Bläschen...
"Dilutes Formulas over 50% with no impact on flavour colour or Viscosity" <<< Darum geht es bei dem Zeug! Aus wenig Einwaage viel Endprodukt zu generieren! Und was danach an Knalleffekt fehlt, wird mit Fent oder synth. Cannabinoide aus der Spice Gruppe additiviert. AM oder AMB. Beides viel billiger, als pflanzliches Mazzerat.

Zu meinem Bedauern - aber das alles hat mit einer E-Zigarette recht wenig bis gar nichts gemein.
Mit freundlichen Grüssen
Cryonix
Avatar #691359
am Mittwoch, 27. November 2019 um 01:00

Interessanter Beitrag

@Cryonix, das Insiderwissen, welches Sie hier präsentieren kann ich aus der Ferne nicht verifizieren, es klingt aber alles plausibel und bereichert das Gesamtbild. Auch wenn einige Fragen offen bleiben, kann man aus den verfügbaren Daten einige Schlüsse ziehen.

E-Joints sind aufgrund anderer technischer Anforderungen nicht einfach zweckentfremdete E-Zigaretten (hier muss ich meine Vermutungen korrigieren), sondern in ihrer Hardware modifizierte E-Zigaretten. Widersprüchliche Aussagen gibt es zum konkreten Inhalt der illegalen Liquids. In der von mir in meinem ersten Beitrag zitierten Quelle war von einem erhöhten Anteil an Vitamin-E-Acetat und einem verminderten Anteil an THC die Rede. In Ihrer Korrektur sprechen Sie von synthetischen Ersatzstoffen. Dies muss kein Widerspruch sein, sondern kann verschiedene Entwicklungsstufen in einer gefährlichen Fehlentwicklung darstellen. Die Frage, ob das Vitamin-E-Acetat einfach nur ein Streckmittel ist oder eine Rolle als Wirkverstärker spielt, müssen Chemiker und Pharmakologen aus den sicher vorhandenen Rückstellproben bei betroffenen Patienten klären, da bin ich auf zukünftige Veröffentlichungen gespannt. Die Weiterentwicklung der illegalen Kartuschen dahingehend, auf THC komplett zu verzichten und durch billigere synthetische Ersatzstoffe zu ersetzen, ist für mich neu, aber logisch nachvollziehbar.

Wenn legale THC-Liquids 35-70$ kosten, die illegalen Alternativen dagegen nur 15$ oder weniger, dann muss man feststellen, das technische Konzept des E-Joints auf der technischen Basis der E-Zigarette hat funktioniert, dagegen ist die betriebswirtschaftliche Umsetzung ein komplettes Desaster. Der Sinn einer reglementierten Freigabe von Drogen besteht ja gerade darin, dass der regulierte legale Markt in Konkurrenz zum illegalen Markt steht und diesen langfristig austrocknet. Ich bin zu weit von dieser Thematik entfernt, um sagen zu können, wie viele Kartuschen für eine Tagesdosis erforderlich sind. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann man sagen, dass legale E-Joints lediglich als überteuertes Lifestyleprodukt für Besserverdiener zu gebrauchen sind, aber nicht dazu, um eine echte Konkurrenz für konventionelle Joints darzustellen.

Insgesamt muss man feststellen, dass mit der (in den USA legalen) Modifizierung von E-Zigaretten zu E-Joints die Büchse der Pandora geöffnet wurde und für den Vertrieb illegaler Drogen ein neues Marktsegment eröffnet wurde. Ob diese Modifizierung nur in einer Fabrik erfolgen kann oder mit ein paar Bauteilen aus dem Internet und einem 3D-Drucker auch zu Hause durch einen geschickten Bastler erledigt werden kann, bleibt für mich eine spannende Frage. Wenn man ohne Spritzen und ohne störende Gerüche unauffällig harte Drogen konsumieren kann, dann senkt es die Hemmschwelle für deren Konsum. Das mag eine Chance für bereits Abhängige sein ein normales Leben ohne Spritzen zu führen, ist aber auch ein enormes Risiko für neugierige Erstkonsumenten.

Mit den E-Zigaretten können wasserlösliche Drogen (Nikotin) effektiv verabreicht werden, mit der Modifikation als E-Joint können visköse ölige Substanzen ebenfalls effektiv verabreicht werden. Wie viele der bereits vorhandenen Drogen mit den vorhandenen Geräten effektiv und preiswert appliziert werden können, werden wir wahrscheinlich erst in den nächsten Jahren erfahren. Ich fürchte, es werden mehr Substanzen sein, als uns lieb ist.

Nach meiner Meinung haben wir bisher extrem viel Glück, dass sich der Konsum illegaler Kartuschen bisher auf E-Joints beschränkt. Ich fürchte, die nächste Entwicklungsstufe wird darin bestehen, den wesentlich größeren Markt der konventionellen E-Zigaretten aufzurollen und synthetische Drogen für konventionelle E-Zigaretten anzubieten. Da sich E-Zigaretten als Verdampfer in der Grauzone zum Medizinprodukt befinden und die Liquids auch als Arzneimittel bewertet werden können, sollte der Gesetzgeber die noch vorhandene Zeit nutzen, um die Gesetze zu Medizinprodukten und Arzneimitteln nachzuschärfen und zumindest einen Schutzmechanismus einfordern, der illegale Kartuschen von der Nutzung ausschließt. Ich bin mir im Klaren, dass es keinen absoluten Schutz gibt, aber die Zeit, die man durch den schwereren Marktzugang für Drogen gewinnt, ist Zeit, die man für die Aufklärung nutzen kann. Fälschungen für nikotinhaltige Kartuschen sind eher nicht zu erwarten, aber die Neugier bei jugendlichen Nutzern von E-Zigaretten könnte bei einem niedrigschwelligen Zugang zu alternativen Liquids ein Risiko darstellen.
Avatar #715180
am Donnerstag, 28. November 2019 um 00:31

... E-Joints sind keine E-Zigaretten.

Hier (1) die neuesten Analysen der CDC zu »Characteristics of E-cigarette, or Vaping, Products Used by Patients with Associated Lung Injury and Products Seized by Law Enforcement — Minnesota, 2018 and 2019«.

Erneut bestätigt sich die (von Beginn an vorgetragene und – zunächst – durch klare epidemiologische Befunde belegte) Aussage, dass EINZIG "E-Joints", NIEMALS aber "E-Zigaretten" die wahre Ursache der "vaping illness" (EVALI) sind.

DIe Ergebnisse werden von Prof. Michael Siegel (2) wie folgt zusammengefasst (Übersetzung vom Unterzeichner):

»Die Studie berichtet über die Ergebnisse von Labortests im Bundesstaat Minnesota, bei denen bis zum 31. Oktober 96 bestätigte Fälle auftraten. Hier die maßgeblichen Ergebnisse:

1. Von 58 befragten Patienten gaben 53 (91%) an, THC-Vape-Patronen auf dem Schwarzmarkt zu verwenden. Insgesamt 14 gaben an, CBD-Produkte zu verwenden, von denen 11 angaben, CBD-Produkte mit illegalem THC zu verwenden. Nur 2 der Patienten gaben an, ausschließlich nikotinhaltige Produkte zu verwenden.

2. Zwei Patienten gaben an, ausschließlich Nikotin-E-Liquids verwendet zu haben, es wurde jedoch festgestellt, dass THC in ihren Lungenflüssigkeiten vorhanden ist, was die Exposition gegenüber THC-Produkten bestätigt.

3. Keine einzige der Vapo-Patronen, die 2018 bei einem Drogenfall sichergestellt wurden, enthielt Vitamin-E-Acetat-Öl, während jede Vapo-Kartusche, die 2019 bei einem Drogenfall sichergestellt wurde, Vitamin-E-Acetat-Öl enthielt.

4. Von den 12 Patienten, die THC-Patronen zum Testen abgaben, wurden Produkte, die von 11 von ihnen verwendet wurden, positiv auf Vitamin E-Acetat getestet. Der 12. Patient gab jedoch zu, Dank Vapes verwendet zu haben, was jedoch nicht in den zum Testen eingereichten Proben enthalten war. Darüber hinaus enthielt jede getestete Dank Vapes-Patrone Vitamin E-Acetatöl.
(...)
Der härteste Beweis, den wir haben, besteht darin, dass bei jedem einzelnen Patienten, dessen Lungenflüssigkeit getestet wurde, Vitamin E-Acetat in der Lunge vorlag und dass bei jedem Patienten, der THC-Patronen verwendete und Proben vorlegte, mindestens eine Patrone Vitamin E-Acetat-Öl enthielt.
(...)
Darüber hinaus wurde festgestellt, dass keine der nikotinhaltigen E-Flüssigkeiten Vitamin E-Acetatöl oder ein anderes bedenkliches Gift enthält.
Basierend auf diesen Ergebnissen empfiehlt die Studie, dass Menschen keine THC-Vape-Patronen und keine Schwarzmarkt-Vape-Patronen verwenden, gibt jedoch keine Empfehlung, legal gekaufte E-Zigaretten nicht zu verwenden.«

@Cryonix: vielen Dank für die aufschlussreichen Hintergrundinformationen! Etliche Details waren hier auch schon aufgefallen, ergaben bislang aber noch kein schlüssiges Gesamtbild.

@Staphylococcus rex: Befürchtungen bzgl. einer Ausweitung der Drogenszene auch mit Diversifizierung ggf. unkontrollierbarer Substanzen (z.B. Fentanyl in Bremerhaven) sind völlig unstrittig.
Nun ist die E-Zigarette aber in der Welt, man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen, und die Dampfer = Ex-Raucher WOLLEN das auch ganz sicher nicht. Mein Anliegen wäre es, den LEGALEN und (völlig unzweifelhaft jedenfalls für Dritte) harmlosen Gebrauch zu erhalten, denn SELBST WENN sie (in den Augen einzelner Kritiker) nicht unschädlicher WÄRE als Tabakzigaretten, gäbe es keinen Grund sie zu verbieten. In den Augen der Ex-Raucher (und diverser Wissenschaftler und Institutionen), deren Ansichten ja niemand teilen muss (da sie Dritte nicht betreffen), ist sie aber um Größenordnungen weniger schädlich. Im Laufe der Zeit werden wir das Ergebnis ja sehen. Und bitte: wir alle haben schon viel zuviele Drogenprobleme gesehen, um nicht einem WIRKSAMEN Jugendschutz das Wort zu reden!

_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg

Referenzen:
(1) https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/68/wr/mm6847e1.htm?s_cid=mm6847e1_w
(2) https://tobaccoanalysis.blogspot.com/2019/11/more-evidence-that-vitamin-e-acetate.html
Avatar #767798
am Donnerstag, 28. November 2019 um 15:27

Richtigstellung bez. Illegaler Drogen I.

Diese THC-Carts zur Gänze als illegal abzutun, trifft nicht zu. Denn sie sind legal – aber nicht in allen Bundesstaaten. Darin liegt die Crux. Dort, wo die unter Prohibition sind, ist der Konsument auf den Schwarzmarkt angewiesen. Und dort war auch der erste Ausbruch zu verzeichnen.
Wenn in Analysen Beimengungen gefunden wurden, ist das dem hochgradigen Verschnitt geschuldet (1). Die CDC haben bis 88% VitaminE analysiert – bleibt ein Rest von 12%. Die „vermeintliche“ Wirkstärke auf dem Etikett besagt aber 94%. Wo aber sollen die herkommen, wenn nicht der Dealer mit anderen, hochpotenten Dosagen nachhilft?
Und Nein, das ist überhaupt nicht das, was der Konsument erwartet, gar bevorzugt. Der verlangt ein hochreines natürliches Produkt, was ihm die offiziellen Erzeuger auch bieten. Die Spice Produkte und deren Ableger dagegen haben einen sehr schlechten Ruf. Davon möchte niemand über einen Panikhorror, Intensivstation am Ende auf dem Friedhof landen.
Dass der Markt damit floriert, liegt wohl daran, das als Produktionsstätte eine Garage genügt. Keine Coca-Plantage, kein Mohnfeld und keine Cannabiszucht mit aufwändiger Veredelung sind dafür nötig.
Die in der ersten Welle festgenommenen Brüder Huffhines haben täglich 5000…6000 Kartuschen gefüllt und in den Markt gedrückt! Und auch Nein, das ist definitiv auch nichts für Hobbyisten, die E-Zigaretten modifizieren oder den 3-D-Druck. Dazu braucht es einen potenten Vorlieferanten, der die gewünschten Quantitäten überhaupt liefern kann. Das dabei zunächst ausgemachte Label „Dank-Vapes“ gibt es gar nicht, oder besser gleich 1000fach. „Dank“ ist ein slang-Wort für hochpotentes Haschisch und in der chinesischen Druckerei werden 100.000de Umkartons mit Fantasiesignets Marke Dank-Vape bedruckt. Ebenso können Sie dort bis heute (schlechte) Kopien der offiziellen California-, auch Canada Labels beziehen. Jeder Schwarzmarkthändler, der an „verwertbares“ Rohmaterial kommt, kauft da ein. Und dabei ist denen die Qualität der verarbeiteten Partie vollkommen wurscht, es wurde auch verschimmeltes oder hochgradig mit Pestiziden belastetes Material ausgepresst. Dem Zitat Dr. Henkler-Stephani´s nach (Beitrag Belgien), hat es in Californien eine Blütenknappheit gegeben und da kamen „Honey-Cut“ und andere wie vom Himmel geschickt. Das Zeug versprach ungeahnte Verschnittgrade, ohne die erwünschte Viskosität nennenswert zu beeinträchtigen und wurde den Herstellern kartonweise aus dem Haus geschleppt.

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(1) CDC Weekly, v. 25.10.2019 Fussnote:
The other 16 analytes are diazion, phorate, terbuphos, tetramine, paraoxon parathion, pentazocine, scopolamine, codeine, strychnine, aldrin, endrin, dichlorodiphenyltrichloroethane (DDT), fentanyl, dichlorodiphenyldichloroethylene (DDE), arecoline, pilocarpine, and morphine.

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