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Avatar #70385
am Donnerstag, 19. September 2019 um 04:15

Selbstwirksamkeitserleben des Patienten = wichtigster Qualitätsfaktor in der Psychiatrie

Kommentar zur Nachricht
„In der Psychiatrie ist das Personal der wichtigste Qualitätsindikator“
vom Mittwoch, 18. September 2019
Die integrierte Versorgung versucht dem Rechnung zu tragen - ob im offenen Dialog oder angelehnt an innerwise. Je mehr Handlungsspielraum der Betroffene behält umso sicherer wird er eigene Wege suchen statt zum Hausschwein seines Arztes zu regredieren.
Avatar #788299
am Montag, 23. September 2019 um 12:04

Psychiatrie im Rückwärtsgang

Ich bin 2014 aus dem ambulanten Bereich (APP seit 2008) zurück in den stationären psychiatrieschen Bereich gekommen und sehr erschrocken über die gewaltigen Rückschritte die sich in dieser kurzen Zeit ereignet haben. Im Denken wieder zur Biologistischen Weltsicht zurückgekehrt, Psych PV unterlaufen wo immer es geht, Abwendung vom Primat der Selbstständigkeit und der Erhöhung/Erhaltung der subjektiven Lebensqualität. Die Bestrebungen die PsychPV zu minimieren ist da nur eine konsequente Vortsetzung. Diese Entwicklung geht ganz klar wieder zu einer Psychiatrei die wir vor der Psychiatrei Enquete und vor den Rodewischer Thesen hatten. Nur die technischen Vorraussetzunmgen erlauben es dem Ganzen einen Menschenfreundlicheren Anschein zu geben. Eine EKT sieht mit Muskelrelaxantien und Kurzzeitnarkose eben nicht mehr so bestialisch aus. Auch wenn sie es dem Wesen nach immer noch ist. Ach eine Sache noch: Es ist vor allem die Pflege, die den therapeutischen Rahmen auf einer Station schafft. Hier zu sparen heißt das Gebäude in dem Therapie (wie auch immer sie ausgerichtet sein mag) stattfindet einzureißen oder es zumindest billigend in Kauf zu nehmen das es nach und nach in sich zusammenfällt. Und solch ein Einsturz kostet eben Menschenleben. Es sollte uns klar sein das es hier im Grunde genommen einzig und allein um das Leben und um die Lebensläufe unserer Patienten geht.
Avatar #801950
am Montag, 2. Dezember 2019 um 13:56

Ernüchterung

Ich habe lange in der stationären Psychiatrie gearbeitet und mußte feststellen , das gewissen Berufsgruppen völlig unter das Radar fallen.
Die Dominanz der Pflegekräfte im Bereich des therapeutischen Settings ist beunruhigend. Der pädagogisch begleitenden Aspekt soziotherapeutischer Eingriffe in das Leben der Patienten bedarf meiner Ansicht nach doch einer qualifizierten Bildung.Oft habe ich gesehen wie das geforderte Therapeutische Arbeiten von Pflegekräften in Retraumatisierungen geendet hat. Auch konnte oft das fehlen Fingerspitzengefühl des examinierten Laie mit übertragenen Aufgaben deutlich hervortreten. Psychoedukation ist kein Versuchsfeld sondern sollte ausgebildeten Fachleuten vorbehalten sein. Mir scheint der Versuch mehr Aufgaben auf die Pflege zu übertragen , einem Entlastungsgedanken für Ärzte zu folgen. Auch ist in diesem Artikel die Sozialarbeit in einer Psychiatrie begrenzt erfasst und dargestellt. Gerade die Sozialarbeit bedient doch viele für die Genesung unabdingbare Realitäten. Ohne diesen wichtigen Baustein wäre ein Anschluss an die Lebenswirklichkeit schwerlich vorstellbar. Oft war der Sozialarbeiter der Station der meistbesuchteste Therapeut. Oft war nicht die Pflege oder der Arzt erster Ansprechpartner für den Patienten.Oft war es der Sozialarbeiter. Über ihn bildeten sich die Netzwerke aus und forcierten sich weitere Hilfen. Selbst ich nutze diese Netzwerke in meinem regelmäßigen Klinikalltag als Schnittstelle. Und genau diese Berufsgruppe, die immer so leise Auftritt und doch so unentbehrlich scheint hat keine Lobby. Ihr Fähigkeiten werden verkannt und doch täglich genutzt. Unsere Station hatte einst 3 Sozialarbeiter. Nun sind es noch 1. Und die Kombination der Erkrankungen beinhaltet überwiegend Problematiken der äußeren und inneren Welt. Und nur wenn es gelingt beide Teile zu verbinden ist die bestmögliche Heilungsmöglichkeit gegeben.Sozialarbeit hat noch einen großen Vorteil gegenüber aller anderen Berufsgruppen. Sie ist Beziehungsarbeit und schafft Vertrauen . Dieses über das Vertrauen aufgebaute wissen ist dann wiederum meine Grundlage um damit zu arbeiten.

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