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Avatar #104813
am Samstag, 27. Oktober 2012 um 18:13

Es kommt auf die Bioverfügbarkeit des verwendeten Präparates an

und diesbezüglich haben sich die Hersteller von Arthrol sicher etwas einfallen lassen. Handelsübliche Präparate aus Drogerien sind nicht selten zu Tabletten verpresst und in dieser Form nur ungenügend löslich und werden möglicherweise beim langsamen und unvollständigen Auflöseprozess dann tatsächlich schneller abgebaut als aufgenommen. Das gilt sowohl für Glucosamin/Chondroitin als auch für die verwendeten hydrolysierten Collagene. Zudem spielt offensichtlich Mangan-II und Kupfer eine Rolle bei den notwendigerweise in Gang zu setzenden enzymatischen Prozessen, bei der Bioverfügbarkeit evt. das MSM.

Natürlich wissen die Moleküle nicht, wo sie gerade benötigt werden, und nur ein kleiner Teil des Präparates kommt tatsächlich in den Gelenken an, Dank ausreichend guter Bioverfügbarkeit scheint er aber groß genug zu sein, um wirksam zu werden.

Meine Frau glaubte übrigens erst an die Wirkung, als sie schon 2 Wochen nach der ersten Einnahme wieder einigermaßen mehrere Kilometer im Flachland laufen konnte, sogar ohne ihre zuvor immer verteufelten Wanderstöcke, die sie im ersten Hochgebirgsurlaub etwa 3 Monate nach der ersten Arthroleinnahme allerdings noch benutzte. Im zweiten Hochgebirgsurlaub aber, wie die Jahre zuvor auch schon, als sich die Arthrose langsam anbahnte und ich sie wegen ihres immer deutlicher werdenden Schongangs mahnte, ließ sie selbige im Kofferraum unseres Autos, dort fahren sie seitdem ungenutzt mit. Sie mag sie einfach nicht und schätzte sie nur, als selbst ein kurzer Spaziergang über wenige hundert Meter im Flachland nicht anders denkbar war.

Nein, ein Placebo-Effekt war das bei meiner Frau sicher nicht, denn sie nahm Arthrol nur ein, um mir dann sagen zu können, dass es nicht wirkt und sie die Wirksamkeit ja schon immer bezweifelt hätte, so wie auch der Orthopäde, und auch ich wie andere, denen ich das Präparat empfahl, waren eher skeptisch bis abwartend. Ohne die Literaturdurchsicht und die kritische Betrachtung der Präpateeigenschaften hätte auch ich die Finger davon gelassen.
Avatar #659377
am Dienstag, 27. November 2012 um 19:06

Chondroitinsulfat: wirksam und gut verträglich

Metaanalysen wie diejenige von der Gruppe Jüni sind Nach-Analysen von vorgängig durchgeführten klinischen Studien. Zum Chondroitinsulfat gibt es viele klinische randomisierte doppelblinde und Placebo kontrollierte Studien, welche die Wirksamkeit des Moleküls belegen. Nur eine in den USA durchgeführte Studie (GAIT) welche neben Chondroitinsulfat auch vergleichend, Glucosaminsulfat und Celecoxib in ihrer Wirksamkeit untersuchte, war negativ. Auch Glucosamin und Celebrex waren jedoch in dieser Studie ebenfalls praktisch unwirksam auf die Schmerzen der Arthrosepatienten.

In der Regel werden Metaanalyse dazu verwendet um allgemeingültige Aussagen über zB eine streitbare Therapie zu treffen. Methoden dazu gibt es verschiedene, jedoch sollten bei solchen Analysen möglichst alle Studien berücksichtigt werden, sowohl die positiven als auch die negativen Resultate. So durchgeführte Metaanalysen helfen dann den Arzt in der Entscheidung bei der Wahl der Therapie. Resultate von Metaanalysen schlagen sich in den Richtlinien für die Behandlung einzelner Therapien nieder. Dem Chondroitinsulfat attestieren die meisten wichtigen Europäischen Behandlungsempfehlungen (wie beispielsweise die EULAR Richtlinien (European League Against Rheumatism) eine hohe Wirksamkeit mit einem Effect Size von 0.75 und zugleich sehr guter Verträglichkeit. Zum Vergleich schneiden die oralen Antirheumatika mit einem Effect Size von 0.4 doch schlechter ab, bei bekannter Toxizität. So gesehen stehen die Resultate von der Gruppe Jüni aus Bern ziemlich quer in der internationalen Wissenschaft.

Wie kann es sein, dass namhafte international bekannte Kliniker, welche an der Erarbeitung der Behandlungsempfehlungen gearbeitet haben, sich so schwer getäuscht haben? In der Tat, das kann nicht sein.
Zu suchen ist die Ursache der diametral entgegengesetzen Schlussfolgerung der Jüni Metaanalyse in dem angewendeten, wohl eher fragwürdigen, Selektionsverfahren der in der Metaanalyse berücksichtigten Studien. Durch eine negative Selektion, also der Wahl von negativ Studien kann man solche Resultate "produzieren" und derartige Schlussfolgerungen publizieren. Das Bild über die Wirksamkeit von Chondroitinsulfat wird dabei für den Kliniker und noch weniger für den Patienten klarer. Hilfreich sind solche Studien bestimmt nicht, ausser für den der sie produziert hat.

Zur Plausibilität der Wirkung von Chondroitinsulfat nur soviel: Das Molekül wird nachgewiesenermassen, im Darm aufgenommen, über das Blut verteilt und insbesondere in bindegewebe-affinen Strukturen akkumuliert (vor allem in den Gelenken). Es ist auch nachgewiesen, dass, durch die orale Einnahme von Chondroitinsulfat, nach bereits 10-15 Tagen, sich die Zusammensetzung der Synovialflüssigkeit (die Konzentration an Hyaluronsäure und deren Molekulargewicht nehmen zu) in den Gelenken signifikant verändert. Was soll man da noch mehr an Beweisen produzieren, welche die Plausibilität der Wirkung von Chondroitinsulfat im Gelenk nachweisen soll?

Man kann davon ausgehen, dass die Veränderungen in der Synovialflüssigkeit, bestimmt eine der möglichen Erklärungen sein könnte, weshalb nach Einnahme des Chondroitinsulfates nach mehreren Wochen die Schmerzen zurückgehen. Durch Wiederherstellung einer funktionsfähigen Synovialflüssigkeit, dürften also womöglich teilweise die in den klinischen Studien beobachteten Reduktionen der Schmerzen erklärt werden.
Dass dies nicht, wie im obenstehenden Artikel angedeutet, die Folge der Einbildung der Patienten ist, weisen unzweideutig die vielen klinischen randomisierten, doppelblind und Placebo kontrollierten Studien an Patienten, welche tatsächlich an Arthrose leiden und mit Chondroitinsulfat erfolgreich behandelt worden sind.
Avatar #681756
am Freitag, 21. März 2014 um 19:57
geändert am 31.05.2014 11:50:26

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Avatar #688679
am Sonntag, 24. August 2014 um 09:31

Glucosamine

Ich kann die Aussage von Herrn Quirell nur bestätigen. Seit ich Glucosamin einnehme kann ich schmerzfrei gehen und brauche keine Schmerzmittel mehr.
Der Orthopäte bei dem ich deshalb war wollte nur operieren eine alternative nannte er mir keine. Anscheinend geht es nur noch ums verdienen und nicht um Gesundheit.
Avatar #802106
am Dienstag, 3. Dezember 2019 um 12:30

hyaluron als nahrungsergänzung

Finde das Thema auch sehr interessant. Erstmal herzlichen Dank dafür. Wir wissen ja alle. Das Hyaluron ein wesentlicher Bestandteil der Haut darstellt. Ich selber habe auch erst bis vor Kurzem angefangen, mich ein wenig näher mit diesem Thema zu beschäftigen. Normalerweise habe ich mich von solchen Dingen eher ferngehalten. Das lag aber eher daran, dass ich sie einfach nicht verstand. Sowie auch das Phänomen Anti-Aging und was das eigentlich bedeutet. Hier gibt es ein gutes Beispielprodukt: https://www.docmorris.de/hyaluronsaeure-hyaluron-kapseln/10782104 Man muss aber wissen, dass ein mangel an Hyaluron gewisse Auswirkungen auf die Haut haben kann, was auch zu einem schnelleren Alterungsprozess führen kann. Sicherlich ist ein gesunder Lebensstil die Grundlagen, aber wer sicher sein will, ist mit Hyaluron gut beraten. Mir persönlich geht es vor allem um die Wirkung in der intakten extrazellulären Matrix.

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