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Avatar #88767
am Dienstag, 3. Dezember 2019 um 16:54

Mitleid mit Frauenärzten!

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Gynäkologen wollen Screeningstart für Zervixkarzinom verschieben
vom Montag, 2. Dezember 2019
Nicht, weil sie in wenigen Wochen Früherkennungsuntersuchungen vornehmen müssen, von denen sie heute noch gar nicht wissen, wie sie aussehen.
Selbst, dass in den EDV-System heute noch nichts hinterlegt ist und man pünktlich zum Quartalswechsel (oder auch einige Tage später) ein Softwareupdate zur Früherkennungsuntersuchung erhält, welches man schon im November 2019 hätte einspielen sollen.
Auch nicht, weil bezüglich des Dokumentationaufwandes der neuen Früherkennungsuntersuchungen nur klar ist, dass er drastisch ansteigen wird.
Selbst, dass völlig unklar ist, wie eine noch zu spezifizierende neue Leistung, honoriert werden wird.
Nicht einmal, weil man dem Frauenarzt mit den Honorarbestimmungen eine extrem hohe Regressgefahr aufdrückt. [Die Früherkennungsuntersuchung darf nur alle 3 Jahre gemacht werden. Führt ein Arzt bei einer Patientin eine solche durch (erstmaliger Besuch in der Praxis und gem. Angaben der Patientin liegt die letzte Früherkennung schon über 5 Jahre zurück) und stellt die Kassen dann ex post fest, dass die letzte Untersuchung vor einem Jahr bei einem anderen Frauenarzt in einem anderen KV-Gebiet stattfand, wird der Frauenarzt zum Regress verdonnert.
Frauenärzte kennen diese Art von Regress schon von den Schwangerschaften. Vergisst die Patientin die Wahrheit, erbringt der Arzt zwar alle Leistungen, aber diese werden von der Kasse Jahre später als Regress zurückgefordert. Begründung: Der Arzt hätte diese Leistungen nicht abrechnen dürfen. Wie der Arzt das hätte wissen sollen, darüber schweigen Kassen und KVen.]

Das sind zwar alles Gründe, deretwegen man
- den Kassen den Vogel zeigen könnte
- in Anlehnung an einen sächsischen Fürsten sagen könnte „dann macht doch euren Dreck alleene“
- den KVen die Zulassung vor die Füße werfen könnte
- die Durchführung dieser Leistung schlicht und ergreifend verweigern könnte
- ….. (noch beliebig zu ergänzen)
Das wären Handlungsoptionen für eine Facharztgruppe, die einen Arsch in der Hose hat. So wie in Teilen die HNO-Ärzte aus wirtschaftlichen Gründen die Tonsillotomien verweigen, Urologen die Zystoskopien nicht mehr erbringen und Radiologen in Bayern keine MRT machen, so könnten die Frauenärzte hier ein Exempel statuieren mit der Botschaft: So depp sind nicht einmal wir (Frauen-)Ärzte, dass wir ohne relevante Bezahlung solche Leistungen erbringen werden.

Mitleid könnte man mit den Frauenärzten haben, weil sie ganz offenkundig einen Berufsverband haben, der völlig panne ist. Seit über einem Jahr ist die Beschlusslage des GBA klar. Und dann fällt es dem Berufsverband kurz vor knapp ein, dass da was schief gehen wird. Man könnte sich natürlich auch auf den Standpunkt stellen, dass die Frauenärzte kein Mitleid verdient haben. Denn es waren schließlich die Frauenärzte selbst, die sich genau die Repräsentanten an die Spitze ihres Berufsverbandes gewählt haben, die das alles zugelassen haben. Wer sich solche Funktionäre wählt, den bestraft das Leben.
Avatar #107625
am Mittwoch, 4. Dezember 2019 um 01:18

Zervix Screening ab 01.01.2020

Leider lässt uns der Berufsverband völlig hängen, von der KV bekommt man nur nichts sagende Aussagen. Der BVF ist ein deconjunierter Jasager-Verein, man schaue sich nur die Gesichter der Protagonisten an. Es wird reagiert am 29.11.2019. Halbherzig. Lau. Lenorgespült. Dieser Berufsverband ist vollkommen unnötig. Wir Niedergelassen werden das nun als IGeL durchziehen oder untergehen. Eier zeigen oder ohne Eier in den Konkurs. Bei mir sieht es positiv aus, aber dieser Berufsverband gehört von seinen Mitgliedern wegen sträflicher Unterlassung verklagt und abgeschafft. Braucht der Gynäkologe wie Sandalen und Adidas-Socken am Strand.

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