DÄ plusForenKommentare News... Bitte informieren Sie korrekt, Frau Mons!

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Avatar #767798
am Mittwoch, 4. Dezember 2019 um 22:42

Irgendwie ein Oxymoron

– dabei zugleich noch traurig genug, dass Frau Dr. Mons nur den in den Münzel Studie nachgewiesenen Kurzzeiteffekt nach unmittelbar vorausgegangener Exposition hervorhebt, obwohl zeitgleich die Dundee-Studie die von Ihr daselbst eingeforderten Langzeitdaten bereits schon liefert.

Genaugenommen aber ist das ein gesundheitspolitischer Skandal allererster Güte, die Information über diese Studie dem praktizierenden Facharzt vorzuenthalten. Der nämlich, wie sein Patient auch, von fortwährenden schwersten Lungenerkrankungen durch E-Zigaretten, reihenweisen Todesfällen durch E-Zigaretten, und durch das Pushen der Münzel-Studie nun auch noch von unmittelbar drohenden koronaren Insuffizienzen total verunsichert abgeschreckt und letztlich vollkommen informations- und argumentationslos zusehen darf, dass sein Patient wieder Tabakzigaretten raucht. Den er nach zweifach stattgehabtem Myokard Infarkt aufgrund langjährigem Tabakabusus mit größter Mühe auf den kleinsten gemeinsamen Nenner hat bringen können – nämlich den Gebrauch einer E-Zigarette zu versuchen.

Der sitzt nun wie Aschenbecher stinkend, erneut rückfällig im Wartezimmer, hat seinen Überlebensmedian mal grob gezehntelt und qualmt sich seinem Exitus sehenden Auges munter entgegen.

Gottlob hängt bei Springer-Medizin die ethische Leitlinie einer umfassenden Sachinformation deutlich höher, als das tabulam ante caput und daraus handelnd enthält man dem Praktiker diese argumentativ wertvolle Studie selbstredend nicht vor.

Man muss kein Freund der E-Zigarette sein. Und sicherlich erst recht nicht dafür werben.

Valide, belastbare Fakten hinter einem obstinaten Codex zu verbergen, hat sich aber noch nie als sonderlich visionär erwiesen.
Avatar #79783
am Donnerstag, 5. Dezember 2019 um 00:21

Noch teurer?

Das schützt möglicherweise Jugendliche besser - aber für den Preis eines aufblühenden Schwarzmarkts illegaler Tabakerzeugnisse! 14 EUR für eine Packung - damit ist der Bereich erreicht, wo ein Tabakabhängiger für die Befriedigung seiner Sucht soviel ausgeben muss wie ein Heroinabhängiger! Sobald sich ein ausreichend großer illegaler Markt etabliert hat, ist auch der angestrebte Jugendschutz Makulatur - der "Dealer" beliefert jeden, der bezahlt.
Gleichzeitig wird den Abhängigen die vorhandene medikamentöse Unterstützung verweigert, eine in manchen Fällen sicher angezeigte stationäre Tabakentwöhnung ist nicht in Sicht - für die Krankenkassen ist der "sozialverträglich frühablebende Raucher" offenbar eher gewünscht als ein abstinenter Ex-Raucher, der für die Behandlung der Folgen seines Tabakmissbrauchs möglicherweise mehr Kosten verursacht als ein frühablebender aktiver Raucher.
Paradox ist dagegen, dass hinsichtlich des unverändert maßlosen gesundheitsgefährdenden Alkoholkonsums, für den unbeanstandet sogar im Umfeld von Sportveranstaltungen geworben werden darf, überhaupt nichts unternommen wird! Die 27 Mrd EUR Schaden durch Heilbehandlung, Rehabilitation, Frühverrentung und Arbeitsunfähigkeit wurden seit 2007 gar nicht erst wieder erhoben!
Avatar #715180
am Donnerstag, 5. Dezember 2019 um 02:15

... Bitte informieren Sie korrekt, Frau Mons!

»Rauchen ist der bedeutsamste, aber vermeidbare Risikofaktor für nicht übertragbare Krankheiten«, wird Frau Mons vom DKFZ zitiert.

RICHTIG ist hingegen:

Nach den Erkenntnissen der GBD-Studie (1), Grafik 2 (Attributable Krankheitslast für die zehn Hauptrisikofaktoren in Deutschland, 2010) ist Rauchen bei Frauen der VIERTGRÖSSTE Risikofaktor (nach ernährungsbedingten Risikofaktoren, hohem BMI und Bluthochdruck), bei Männern der ZWEITGRÖSSTE (nach ernährungsbedingten Risikofaktoren).

_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg

(1) Plass, D. et al. Entwicklung der Krankheitslast in Deutschland – Ergebnisse, Potenziale und Grenzen der Global Burden of Disease-Studie. Dtsch Arztebl Int 111, 629-638 (2014).
Im Internet: https://www.aerzteblatt.de/archiv/161704/Entwicklung-der-Krankheitslast-in-Deutschland

Avatar #751406
am Donnerstag, 5. Dezember 2019 um 09:32

Ärzte für ein Alkohol-Werbeverbot im Sport

www.bcgh.de

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