DÄ plusForenKommentare NewsWer pflegt die Kranken auf den Philippinen?

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Avatar #749399
am Samstag, 7. Dezember 2019 um 14:16

Einreise für Pflegekräfte aus Philippinen erleichtern

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Bund will Einreise philippinischer Pflegekräfte beschleunigen
vom Freitag, 6. Dezember 2019
Es ist sicher vernünftig bürokratisch Hürden zu senken.Was sich mir nicht erschließt ist der Aufwand inklusive der Kosten der betrieben wird zur Akquise dieser Pflegekräfte. Es gibt so große Barrieren nicht nur die Sprache sondern ein komplett andere Ausbildung und dem entsprechend auch ein anders Berufsverständnis. Fragen sie die Menschen, die es im Alltag erleben,mich erinnert es daran als vor Jahrzehnten die KollegInnen aus Korea geholt wurden.Den Pflegeberuf in Deutschland attraktiver machen mit verbesserter Ausbildung, mit vernünftiger Personalausstattung und endlich der mehr als überfälligen Anerkennung als eigenständiger hoch professioneller Beruf. Nicht immer noch der antiquierten Annahme nachlaufen Pflege sein ein Anhängsel der Ärzte wird bestimmt frustrierte KollegInnen zurück holen und auch die Ausbildung attraktiv machen .Eine entsprechende Vergütung steht außer Frage. Denn es ist doch Augenwischerei die KollegInnen aus dem Ausland kosten auch Tariflohn,wenn sie ihre "Deutsche Anerkennung "haben und vorher arbeiten sie auch nicht umsonst..
Avatar #106067
am Sonntag, 8. Dezember 2019 um 21:31

Wer pflegt die Kranken auf den Philippinen?

Offenkundig geht es den politisch Verantwortlichen medizin- und versorgungs-fremd mit keinem einzigen Gedanken darum, mit welchem Recht wir eigentlich die schwierige Krankheits- bzw. Kranken-Versorgung und -Bewältigung auf dem philippinischen Archipel gefährden.

Die Mutter meiner Schwiegertochter mit unseren zwei Enkelkindern ist Philippinin und kam vor Jahrzehnten selbst als Krankenschwester (heute Gesundheits- und Krankenpflege) angeworben nach Deutschland.

Damals wie heute wurden und werden dem Land dort ausgebildete Pflegekräfte entzogen. Hat darüber von den Verantwortlichen eigentlich mal irgendeiner nachgedacht?

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. St. Moritz/CH)
Avatar #732154
am Dienstag, 10. Dezember 2019 um 00:33

Es gibt in der EU keine frei verfügbaren Pflegepersonen am Arbeitsmarkt

es ist eine Illusion, dass in der überalternden EU irgendwo - ausgebildete – Pflegepersonen vorhanden sind. Auch für höhere Bezahlung, die wegen der Deckelung der Pflegebezahlung durch die Pflegekassen gesperrt ist, gibt es keine Pflegepersonen am Markt, weder im Krankenhaus (SGB V) noch in der privaten Seniorenpflege (SGB XI). Das SGB XI bezahlt maximal 901 EUR pro Monat für eine 24-Stunden-häusliche Pflegeperson (Pflegegrad-5). Das frei verfügbare Personal ist grundsätzlich nicht vorhanden, wegen der Alterspyramide. Das sollten die Praxisbetreiber eigentlich schon gemerkt haben, dass ein Verdrängungswettbewerb um einfache MFA herrscht. Wer nicht den Marktpreis – übertariflich - bezahlt, werkelt alleine. Was die - examinierten -Pflegepersonen aus dem Ausland betrifft, sind neben den Ausbildungsinhalten die Sprachbarrieren zu berücksichtigen. Der Ausbildungsstand philippinischer Krankenschwestern und Seniorenpflegerinnen entspricht dem EU-Niveau, d.h. 3 Jahre praktische Ausbildung mit korrespondierenden Schulungsinhalten, die Sprachkenntnisse erlernen diese fleissigen Menschen sehr schnell. Ich habe sie in meiner Ausbildung vor 30 Jahren im Klinikum kennen gelernt, fleissig und zuverlässig, natürlich bei gleicher Bezahlung wie Deutsche. Die Philippinen haben den Vorteil vor den 550-Millionen-EU-Bürgern, dass sie wesentlich jünger sind, und viel mehr Menschen aufweisen, die willig sind zu arbeiten. Ganz im Gegensatz zu den völlig überbezahlten, frech-faulen Mitarbeitern der Visa-Stellen, die es sich auf Kosten der Deutschen Steuerzahler im Ausland, mit Auslandszulagen, Steuerfrei, Reisekostenzuschuß, Steuerhinterziehung, und Anspruch auf Beihilfe gut gehen lassen, ein versoffenes Pack, das zum Zweck des Abrechnungsbetruges – man gönnt sich ja sonst nichts – über den jeder Praxisinhaber sofort von der Stasi angeklagt würde - munter ablehnende Visabescheide fälschen. Die gelungene Korruption, finanziert von uns Steuerzahlern zum Schaden der Sozialgemeinschaft.
Avatar #79783
am Dienstag, 10. Dezember 2019 um 23:24

Es gibt sie schon...

ganz viele ausgebildete Pflegefachkräfte, die ihren Beruf wegen der Arbeitsbedingungen einfach nicht mehr ausüben können oder wollen.
Viele Frauen mit Kindern, die Familie und Pflegeberuf nicht oder nur in geringem Umfang unter einen Hut bringen können, ruinierte Gesundheit durch jahrelange Wechselschichten und Wochenenddienste mit reichlich, oft unbezahlter Mehrarbeit...
Vor allem die konfessionell geprägten Träger zeichnen sich durch eine gnadenlose Ausbeutung ihrer MitarbeiterInnen aus - stets das Wohl der Patienten vor die Gesundheit der Mitarbeiter stellen, steht sogar in kirchlichen Arbetsverträgen.
Geht einfach pfleglich mit dem Personal um - alle zwei Jahre 3 Wochen Kur in vom Arbeitgeber zu stellenden Einrichtungen bei Schichtarbeit zB, Kinderbetreuungsangebote der Arbeitgeber auf deren Kosten, Entlastung von unnötigen Dokumentationspflichten... und Wertschätzung durch die Arbeitgeber!
Dann könnten viele Menschen eine Rückkehr in den Beruf zumindest andenken, die heute lieber in einem Call-Center sitzen als zu pflegen.

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