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Avatar #736261
am Donnerstag, 12. Dezember 2019 um 19:39

Verlogen, ja!

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Zwanzig Prozent weniger Krankenhäuser in zehn Jahren
vom Donnerstag, 12. Dezember 2019
Ich wünsche Herrn Hecken mal die Erfahrung zu machen, die ich zur Zeit als Patient machen muss! Notaufnahmen in denen man viele Stunden warten muss und vielleicht falsch triagiert wird!
In Frankreich, wo man kleine Krankenhäuser erhält, habe ich nur zwei Stunden gewartet und meine Chemo - wie jeder französische Kassenpatient - in der Tagesklinik im Einzelzimmer bekommen. Hier gibt es auch gute Ärzte und Schwestern, aber die Chemo läuft dicht gedrängt in einem Saal mit bis zu 20 Patienten gleichzeitig ab, von denen die Häflte auf normalen Stühlen sitzen muss, davon 4 auf Holzbänken. In einer deutschen Klinik! Baut man weiter Kliniken ab, kann man die Chemo ja im Stehen geben oder die Patienten bringen Klappstühle mit.
Die Begleitmedikation wird ja immer besser, so dass Chemo gar nicht mehr so schlimm ist...

In Parsberg in der Oberpfalz, gehört zu dem rebellischen Bayern, macht man ein Akutkrankenhaus nach der Bertelsmann-Studie zu. In einem Umkreis von 30 km gibt es kein einziges Akutkrankenhaus!

Super, wenn da nachts eine Extrauteringravidität mit Bauch voll Blut bei KV-Dienstarzt oder Notarzt aufschlägt - die kommt nicht mehr lebend an, zumal ja der Rettungsdienst aus Kostengründen auch ausgedünnt wurde.

Wie Herr Hecken logisch erklären will, dass eine ständig älter werdende Bevölkerung immer weniger Krankenhausbetten und -Standorte braucht, wird für immer sein mystisches Geheimnis bleiben.

Worum es ihm wirklich geht ist der Profit des Medizin-Business. Je mehr die Klinikkonzerne Patienten in immer kürzerer Zeit durchschleusen bei 100% Belegung, um so größer wird deren Profit.
Wie wissen nicht, warum sich Herr Hecken genau dafür einsetzt.

Dr. med. Peter Pommer
Internist und Pneumologe
Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Parsberg I im Krankenstand
Avatar #803826
am Freitag, 13. Dezember 2019 um 12:00

Krankenhaus im Saarland

Was Herr Hecken hier sagt, kann man so nicht stehen lassen. Ich wohne in der Nähe des Krankenhauses von dem er redet.
Das sind die Fakten:
1. das KH hatte folgende Abteilungen: Chirurgie, Innere, Intensiv, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Belegabteilungen mit weit über 100 Betten.
2. systematisch wurden Abteilungen zurückgefahren
3. der Träger hat Millionen für die Schließung von Bund und Land bekommen
4. die Versorgungslage ist momentan sehr schlecht. Die in der Nähe liegenden Kliniken sind nicht unter 45 Min. erreichbar und Patienten werden in weiter liegende Häuser transportiert
5. eine Bürgerinitiative kämpft seit längerem für eine neue Klinik um die Versorgung in unserem ländlichen Raum zu sichern und zu verbessern.
Avatar #104741
am Freitag, 13. Dezember 2019 um 13:10

Glaube nur der Qualitätsstatistik, die du selbst gefälscht hast

Tatsächlich ist die politische Diskussion verlogen. Noch verlogener aber ist das Argument, das die Entlohnung der Krankenhäuser nach ihrer Qualität das Problem löst ("pay for performance"). Die sogenannte (Ergebnis?)qualität der Krankenhäuser ist so leicht manipulierbar (durch Untererfassung von Komplikationen und Selektion bestimmter Patientengruppen), dass sie weitgehend aussagelos ist und eine Pseudoobjekivität widerspiegelt. Und wenn sich jetzt herausstellen sollte, das die Ergebnisqualität für eine bestimmte Diagnose/Intervention in allen Krankenhäöusern in einem 60 km Umkreis schlecht ist, werden dann dort alle zuständigen Abteilungen geschlossen?

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