DÄ plusForenKommentare News... E-Zigaretten und chronische Lungenschäden???

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Avatar #767798
am Dienstag, 17. Dezember 2019 um 17:50

Und sogleich hagelt es Kritik

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E-Zigaretten: Erste Hinweise auf chronische Lungenschäden
vom Dienstag, 17. Dezember 2019
an dieser Studie. Die Ärztezeitung (1) berichtet deutlich, bis sehr distanziert darüber und verweist dabei auch auf einen Leserbrief von Prof. Britton vom UK Centre of Tobacco and Alcohol Studies, Universität Nottingham an die Times. (2)(3)
"COPD, Bronchitis und Lungenemphyseme würden meist erst nach Jahrzehnten klinisch relevant und oft erst spät diagnostiziert, "
Die simple Multiplikation der Einzelrisiken ist unzulässig und unsauber.

Auch Dr. Ute Mons hat sich über Twitter sehr kritisch zu einer hoch simplifizierten Meldung von "das1te" geäußert(4) und verweist wie Britton auf reverse Kausalität: Lungenprobleme führen (meist erst) zum Umstieg auf E-Zigarette.

Prof. Bernd Meyer fasst in einem FB Kommentar derselben Meldung von Zeit im Blick ZiB( AT) die Hauptkritikpunkte zusammen und konstatiert gar "Wie frühere Studien von Stanton Glantz schrammt auch diese nur knapp am scientific misconduct (Wiss. Fehlverhalten) vorbei." (5)

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(1) https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Dual-Use-schadet-der-Lunge-wohl-am-meisten-405121.html
(2) nicht verlinkbar, Bezahlschranke
(3) wird morgen hier sicher kommentiert: https://www.sciencemediacentre.org/working-with-us/for-journalists/roundups-for-journalists/
(4) https://twitter.com/UteMons/status/1206849749934125056?s=19
(5) https://de-de.facebook.com/pg/ZeitimBild/posts/?ref=page_internal
Avatar #715180
am Dienstag, 17. Dezember 2019 um 18:10

... E-Zigaretten und chronische Lungenschäden???

Stanton Glantz publizierte aus denselben Daten schon eine Merkwürdigkeit: Herzinfarkte durch E-Zigaretten. Eine Nachanalyse ergab: im Durchschnitt gingen die Infarkte dem Umstieg um 10 Jahre VORAUS (1). Bemerkenswert, wie man daraus eine "Kausalverknüpfung" konstruieren kann.

Und nun sollen wir allen Ernstes glauben, dass CHRONISCHE Lungenkrankheiten, die selbst beim Rauchen von Tabakzigaretten erst nach Jahrzehnten entstehen (COPD), binnen 3 Jahren "Dampfen" entstehen sollen?

Oder wäre nicht vielmehr plausibel, dass (starke) Raucher, die unter Atembeschwerden leiden, VERMEHRT auf E-Zigaretten umsteigen (2), und dann natürlich in der Gruppe der "Dampfer" statistisch häufiger vertreten sind?

Obwohl E-Zigretten MESSBAR mindestens 100-fach weniger "Schadstoffe" enthalten? Wer's glaubt.

Lässt etwa nicht aufhorchen, wenn prospektive Langzeitstudien das GENAUE GEGENTEIL erweisen (3), und ehemalige Raucher DURCHGEHEND über eine Verbesserung der Lungenfunktion berichten?

Und Acrolein entsteht nicht (regulär, nennenswert) beim "Dampfen", sondern bei "dry hits", also (versehentlichem) Abbrand von Watte.

Und die "EVALI" hat – noch dazu als als Akutkrankheit – rein gar nichts mit E-Zigaretten zu tun, das ist schlichtweg GELOGEN, sondern ist ein DROGENPROBLEM (verunreinigte elektronische JOINTS). Das zu vermischen, ist vollkommen unzulässig (mit Verlaub: bösartig).

_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg

Referenzen
- Allgemeine Übersicht z.B.
-- https://www.tabakfreiergenuss.org/studien/
-- http://e-dampfen.info/wissenschaft/veroeffentlichungen-von-dr-bernhard-michael-mayer/

(1) http://www.ecigarette-research.org/research/index.php/whats-new/2019/273-heartdis
(2) https://www.clivebates.com/vaping-risk-compared-to-smoking-challenging-false-dangerous-claim-by-stanton-glantz/?fbclid=IwAR0nrV_r1qCAAgSrWE5pW972L-V11oCHN6MUV1GgMT7B9P7pnPGmreUGukE#C7
zit. bei https://www.facebook.com/Belidampft
(3) https://www.nature.com/articles/s41598-017-14043-2
Avatar #736261
am Dienstag, 17. Dezember 2019 um 18:59

Interpretation Bias?

Kernaussage aus dem Text: "Glantz ermittelt für den früheren E-Zigarettenkonsum eine adjustierte Odd Ratio (AOR) von 1,31, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,07 bis 1,60 signifikant war. Für den gegenwärtigen E-Zigarettenkonsum betrug die AOR 1,29 (1,03 bis 1,61).
Das Risiko war damit geringer als für Raucher von Tabakzigaretten, für die Glantz eine AOR von 2,56 (1,92 bis 3,41) ermittelte."

Fazit: Das Risiko für e-Zigaretten-Raucher ist exakt halb so groß. Das ist doch schon mal was!

Dass sich das Risiko addiert ist nicht mehr als eine schlecht begründete Vermutung. Logischer wäre, dass jede e-Zigarette, die statt einer Tabakzigarette geraucht wird, für dieses Mal das Risiko vermindert.

Dr. Peter Pommer
Internist und Pneumologe
MEZIS-Mitglied

Seit 2008 habe ich keine Gelder oder geldwerten Vorteile von Dritten mehr angenommen, ausser jeweils eine Mahlzeit, wenn ich nach einem von mir stets kostenlos und unabhängig gehaltenen Vortrag Hunger hatte.
Avatar #797534
am Dienstag, 17. Dezember 2019 um 20:57

@Dr. Peter Pommer

Was das resultierende absolute Risiko betrifft ist es natürlich halb so groß.

Die Risikodifferenz zwischen AOR 1,3 und AOR 2,6 hat jedoch den Faktor 5,3.

Ein um 30% erhöhtes Risiko vs. ein um 160% erhöhtes Risiko.

Und auch da gilt: Insofern man nicht vermutet ein Rauchstop würde das Risiko von Folgeerkrankungen augenblicklich auf 0 senken, muss man zwangsweise annehmen dass ein Großteil dieser 30% eben auf Folgeschäden des Rauchens zurückzuführen sind. Insbesondere da sich die beobachteten Krankheiten erst nach Jahrzehnten manifestieren wäre es reichlich unplausibel etwas anderes anzunehmen.

Avatar #771752
am Dienstag, 17. Dezember 2019 um 22:08

Was tun?

Vielleicht wäre eine Atemtherapie mit Wasserstoffgas eine Möglichkeit, die Entzündungsreaktionen in der Lunge abzuschwächen?
https://asthmarp.biomedcentral.com/articles/10.1186/s40733-018-0040-y

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