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am Sonntag, 22. Dezember 2019 um 00:46

... Gestation (etc.) & Feinstaub: Kausalzusammenhang?

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Report: Luftverschmutzung erhöht Risiko auf Gestationshypertonie
vom Donnerstag, 19. Dezember 2019
Falls ich meine Propädeutik jetzt nicht völlig falsch im Kopf habe:

Die übliche Berechnungsformel für das "attributable Risiko" lautet doch
Verursachungswahrscheinlichkeit = (Relatives Risiko - 1,0 ) / Relatives Risiko (1). Vorliegend ergibt sich also eine Verursachungswahrscheinlichkeit von z.B. 0,34 (0,51/1,51; zunächst unbeschadet einer Stetigkeit, die sich ja nun nicht "unendlich" ausdehnen kann, oder z.B. nur für bestimmte Orte gilt?).

»Liegt ein Relatives Risiko vor, das über dem Wert von 2,0 liegt, spricht deshalb mehr dafür als dagegen, dass ein ursächlicher Zusammenhang besteht, und je höher dieses Risiko ist, desto eher darf der Kausalzusammenhang als gesichert gelten. Ein Relatives Risiko von <2 hingegen enthält eine weitaus höhere Wahrscheinlichkeit, die gegen einen solchen Zusammenhang spricht.«

Überdies wird in einem aktuellen Grundlagenartikel (2) dezidiert auf möglicherweise vergleichbare, methodische Probleme der Umweltepidemiologie (z.B. EBD-Methode) hingewiesen:
========== !!! ==========
»Das Problem ist, dass ätiologische Todesfälle nicht statistisch identifiziert werden können: Der Zeitpunkt, zu dem ein exponiertes Individuum stirbt, ist jedoch kontrafaktisch und kann nicht beobachtet werden.«
»Wenn der Zusammenhang zwischen Exposition und Mortalität nicht kausal ist, werden tautologisch keine Todesfälle durch Exposition verursacht.«
»Wie vom Ausschuss für die medizinischen Auswirkungen von Luftschadstoffen (COMEAP, 2010) angegeben), [...] ist nicht plausibel, sich die Zahl der 'zurechenbaren' Todesfälle als Aufzählung einer tatsächlichen Gruppe von Individuen vorzustellen… die Gruppe ist in Wirklichkeit eine Fiktion [...]«
========== !!! ==========

Im Fall „relativer Risiken unter 2“ ist überdies gefordert: „A true relative risk of 2 or less may be tremendously important, but requires the more sensitive clinical trial (rather than observational epidemiological studies) for confirmation“ [Ein echtes relatives Risiko von 2 oder weniger ist möglicherweise von enormer Bedeutung, erfordert jedoch zur Bestätigung die empfindlichere klinische Prüfung (anstelle von epidemiologischen Beobachtungsstudien)] (3).

Die Flut an (angeblich) schädlichen Einflüssen von "Feinstaub" auf alle möglichen Zustände - wie hier im DÄB – lässt aufhorchen:

ENTWEDER haben wir hier alle einen "HEIMLICHEN KILLER" übersehen, der quasi die halbe Welt tötet. Auf einem Niveau an Luftverschmutzung (bei uns!), der in den letzten Jahrzehnten NOCH NIE SO GUT war wie heute.

ODER es stellt sich die Frage, warum früher, in der Dritten Welt oder an bestimmten Orten nicht viel mehr Fälle auf(ge)treten (sind):

Die eigentliche Sorge der WHO gilt offenkundig jenen »drei Milliarden Menschen in Entwicklungsländern, die ihre Mahlzeiten mangels Strom und Gas mit Feuerholz zubereiten, [und für die] durchschnittliche Feinstaubbelastungen von etwa 900 Mikrogramm pro Kubikmeter tagtäglich Realität« sind (4).

Könnte es nicht etwa sein, dass im Einzelfall z.B. "Rosinenpickerei" betrieben wird? NACHTRÄGLICH ist ja nun definitiv nicht auszuschließen, dass bspw. lediglich eine passende Auswahl getroffen wurde. Sind die Thesen überhaupt FALSIFIZIERBAR (=> Karl R. Popper, "schwarze Schwäne")?

Wo also sind BELASTBARE DATEN, die – hier wie anders – einen ECHTEN RÜCKGANG belegen? Cochrane konnte jedenfalls keine finden (5).

Oder erzählt man uns – Gott verhüte! – hier etwa immer wieder das gleiche "Märchen" ("weiße Schwäne" – oder etwa doch nur "rosa gestreifte Einhörner"?), nur in diversen Varianten?

BELEGE, BITTE!

_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg

Referenzen
(1) https://www.novo-argumente.com/artikel/zwischen_wissenschaft_und_selbstbetrug
(2) Hammitt JK, Morfeld P, Tuomisto JT, Erren TC. Premature Deaths, Statistical Lives, and Years of Life Lost: Identification, Quantification, and Valuation of Mortality Risks. Risk Anal. 2019 Dec 10. doi: 10.1111/risa.13427. [Epub ahead of print] URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/risa.13427
(3) Greenwald P, DeWys W, Black G. et al. Vitamin A and Cancer. Science 1984; 224: 338
(4) Peters J: Feinstaub durch Silvesterknaller - Schall und Rauch statt akute Gesundheitsgefahr. http://www.rwi-essen.de/unstatistik/63/
(5) Zylka-Menhorn V: Luftverschmutzung: Komplexität erlaubt keine allgemeingültigen Aussagen. Dtsch Arztebl International 2019. 116:A-1110. (https://www.aerzteblatt.de/int/article.asp?id=208112)

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