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am Freitag, 17. Januar 2020 um 14:22

Entscheidungslösung alternativlos!

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Menschen müssen von Organspende überzeugt werden
vom Freitag, 17. Januar 2020
Die „Widerspruchslösung“ verstößt gegen die "informationelle Selbstbestimmung" und weitere Persönlichkeitsrechte: Sie wäre vor dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) gescheitert. Die Auffassung, jede(r) von Geburt an potenzielle Organspender(in) wäre z. B. ab dem 16. Lebensjahr von Staats wegen annektiert, wenn er/sie dem nicht ausdrücklich widerspräche. Das offenbart ein totalitäres, in Deutschland nicht legitimierbares Rechtsverständnis. Auch die von manchen Ärzten favorisierte "Clublösung" (nur erklärte Organspender könnten Organe empfangen...) ist rechts- und verfassungstheoretisch absurd, weil Organempfänger i.d.R. viel zu krank für eine Organspende sind.

Angesichts der dramatischen Zahl von 9000 Patienten auf den Wartelisten, sollte es nach meiner medizinisch-ärztlich-ethischen Überzeugung zu deutlich mehr Organsspenden kommen. Die Zahl der Spender ging in 2019 leicht auf 932 zurück, nachdem 2018 noch 955 Menschen perimortal Organe für andere Patienten gespendet hatten. Der bisherige Tiefststand von 797 Spendern im Jahr 2017 ist erfreulicherweise überwunden. 2019 wurden damit insgesamt 2.995 Organe an Eurotransplant übergeben - vor allem Nieren, Lebern und Lungen.

"Mehr Organspende-Bereitschaft wagen" geht nur mit Stetigkeit, Beharrlichkeit, Überzeugungskraft, Selbst-Reflexion, Nachhaltigkeit, Perspektive, Mut und Offenheit. Der öffentliche Diskurs zu Chancen und Risiken der Transplantationsmedizin muss weiterhin immer wieder neu geführt werden.

Bei mangelnder Organspende-Bereitschaft gehört in Deutschland nach wie vor die fehlende gesellschaftspolitisch transparente Debatte über bio-psycho-soziale Auswirkungen der Transplantationsmedizin dazu. Bei möglichst lebensfrischen, transplantablen Spenderorganen mit zu Recht geforderten, guten Erfolgsaussichten bei den Organempfängern kann es keine, wie selbst von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn immer wieder behauptete "postmortale", sondern nur eine p e r i -mortale Organspende geben. Verantwortliche Fachärzte-Teams, die den Hirntod feststellen, bzw. die Organ-Ex- oder -Implanteure, deren chirurgisch-fachliche Qualifikation ich nicht in Frage stellen will, bewegen sich auf einem denkbar schmalen Grat zwischen Leben und Tod: Zwischen Hirntodfeststellung, Entscheidungsfindung und Transplantations-Geschehen. Die offiziellen Todeszeitfeststellungen bei den Organspendern erfolgen immer erst nach deren Organexplantationen, wenn alle Geräte abgeschaltet werden: Nicht vorher.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #722455
am Freitag, 17. Januar 2020 um 22:01

"Kommt diese "Einsicht" nicht viel zu spät?"

Ich wurde im "Jahre 2003" durch meine schwerkranke Lebensgefährtin
(sie litt u.a. an "COPD - Stadium IV") erstmals mit dem Thema "Organ-
spende" konfrontiert; Sie war dafür "zu alt" gewesen. In den folgenden
6 Jahren begleitete ich sie zu "stationären und ambulanten Behand-
lungen in die "Pneumologie" des UKS Homburg, wo "Lungentrasplan-
tationwn" an der Tagesordnung waren, Sofern man diesen "Begriff"
hierbei überhaupt verwenden darf. In dieser Zeit ist mein "Respekt
vor den Leistungen dieser Ärzte" unbeschreiblich gestiegen.

Aufgrund meine mehrjährigen "Erfahrungen als Pflegeperson einer
Lungenpatientin" wünschen ich jedem Patienten eine für ihn wichtige
"Organspende". Dass dies "nicht klapp", ist seit vielen Jahren bekannt.
Ebenso die "geringe Bereitschaft" in der Bevölkerung, ein "Organ zu
spenden". Jedoch ist dies ein "Problem", das sich nicht "per Gesetz"
lösen lässt. Schon gar nicht im "Schnellverfahren" und dann auch
noch quasi unter" Ausschluss der Öffentlichkeit" - jeder Menschen,
die es eigentlich betrifft. Wie bereits in all den Jahren zuvor.

Als ehemaliger "Kommunikationsmann" ist mir die "Problematik in
der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen" bestens bekannt
und daher auch die "Trägheit derer, die eine Information" aufnehmen
sollen. Erst recht, wenn man dabei "Widerstände überwunden" muss,
un "Veränderung von Ansichten" zuerreichen.

Und in dieser Beziehungen haben in den vergangenen "Jahrzehnten"
sowohl die Gesundheitspolitiker als auch "Gesundheitsfunktionäre" sehr viel versäumt. Daran ändern auch "posthume Einsichten" nichts
viel. Es sei denn, man beginnt endlich. offensiv "mit dem Menschen"
zu sprechen, Doch die erfordert "viel Zeit und Geduld". Was allerdings
mmer noch besser ist, als "Gesetzte die verfassungswidrig" sind.

H. Jürgen Barth
Rodalben

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