DÄ plusForenKommentare News"Mit einem solchen "Brief" hat ein "Minister" sich selbst disqualifizieert"

Kommentare News

Kommentare News

Alle Kommentare zu Online-News

Avatar #103205
am Montag, 13. Januar 2020 um 15:01

Fragwürdig.

Kommentar zur Nachricht
Spahn wirbt bei Abgeordneten mit Brief für Widerspruchslösung
vom Freitag, 10. Januar 2020
Sehr fragwürdig finde ich die Argumentationslinie des Bundesministers Spahn, die in der Frage gipfelt:
"Ist nicht die Freiheit der Bürger, die teilweise schwer krank auf eine lebensrettende Spende warten, am meisten bedroht?"
Dies ist eine manipulative Gegenfrage zur eigentlichen Frage nach der Freiheit der Entscheidung. Hier sollen Organe der Menschen, die einer Organspende nicht widersprochen haben, grundsätzlich in die Verfügbarkeit des medizinischen Apparates kommen und unter einem Nützlichkeitsaspekt verwaltet werden können. Von einer Spende kann man dann nicht mehr sprechen.
Mich wird eine Widerspruchslösung dazu veranlassen, meine bisherige positive Spendebereitschaft inkl. Organspendeausweis aufzuheben und der Verzweckung meiner Organe grundsätzlich zu widersprechen.
Avatar #760232
am Montag, 13. Januar 2020 um 15:08

Der einzige Weg

Was immer im Parlament beschlossen wird - es muß den Konformitätsbedingungen des Rechtsstaates genügen. Dazu muß der Rechtsstaat auch funktionsfähig sein. Diese Funktionsfähigkeit ist infrage gestellt, wenn geltungsbedürftige Politiker die Justiz mit Gesetzen zumüllen, die nicht zielgerecht oder nicht rechtsstaatkonform oder beides sind.
Die Widerspruchskonstruktion ist in jedem Fall nicht grundgesetzkonform, kommt vor das Verfassungsgericht und muß dort scheitern. Sollte es anders kommen, würden die Verfassungsrichter, bei allem Respekt, nicht verstanden haben, wie Deutschland in seine größte Katastrophe geraten ist.
Wenn man die unantastbare Integrität des Menschen, ganz unabhängig von seinem physischen und mentalen Zustand, nicht allem voran setzt, reißt man jene Schranke ein, die uns vor der Barberei bewahrt. Angesichts von der Begrenztheit aller materiellen Resourcen kann man dann den Toten eben nur noch als wiederverwendbare Recource betrachten. Es ist jederman unbenommen, per Patientenverfügung sich als solche Resource zu deklarieren, wenn es sein Weltbild erlaubt. Aber a priori und per Gesetz als führ alle gültiges Verfahren ist das ausgeschlossen. Und so wird das Verfassungsgericht entscheiden.
Anderes ist mir unvorstellbar.
Avatar #722455
am Freitag, 17. Januar 2020 um 23:23

"Mit einem solchen "Brief" hat ein "Minister" sich selbst disqualifizieert"

Ginge es hierbei nicht um eine so "ernste Sache", müssen man diesen
"Brief des Ge­sund­heits­mi­nis­ters" mit einer gehörigen "Portion Spott"
kommentieren. So aber bleibt, angesichts des offenkundigen" Mangels
an Kenntnis des Grundgesetztes ( Artikel 1 + 2 GG)", nur übrig, einen
"Satz" zu zitieren:

"Er handelte aus der naiven Selbstsicherheit
eines begrenzten Horizontes"

Mehr ist dazu nicht zu sagen.

H . Jürgen Barth
Rodalben

Letzte Beiträge zu diesem Thema

Zusatzinfos