DÄ plusForenKommentare NewsUnliebsame Heilpraktiker-Konkurrenten...

Kommentare News

Kommentare News

Alle Kommentare zu Online-News

Avatar #734411
am Mittwoch, 22. Januar 2020 um 23:41

Bitte Fragen zum Berufsstand der Heilpraktiker den eigentlichen Spezialisten überlassen, Herr Botzla

"„Wenn man es genau nimmt, gibt es für Heilpraktiker keine wirkliche Existenzberechtigung“, sagte Botzlar."

Wenn man es genau nimmt fehlt Botzlar hierzu vor allem jede Kompetenz, seine Meinung gefragt oder ungefragt abzugeben. Ein Medizinstudium absolviert zu haben ist weder autoamtische Legitimation, bei den Belangen einer ganz anderen Berufsgruppe mitzureden, noch besteht hierfür im Hinblick auf die Berufsaufgaben der Heilpraktiker eine automatische Qualifikation: Selbsterklärt gilt der Beruf des Heilpraktikers als der Spezialist der Naturheilkunde im vollständigsten Sinne schlechthin. Dieses Thema ist weder Bestandteil des Curriculums der medizinischen Hochschulen, noch ist es auch nur Aufgabe streng naturwissenschaftlich ausgerichteter Medizin, sich darüber den Kopf in mehr als kenntnisnehmenden Maß zu zerbrechen. Selbstverständlich braucht es gerade bei diesem Thema entschiedenerweise den Heilpraktikerberuf, der sich den Erhalt und die Weiterentwicklung der echten und vollständigen Naturheilkunde erlärt auf die Fahnen geschrieben hat.

Entscheidend ist bei dieser Botzlars Aussage jedoch der Blick aus einer ganz anderen, nämlich hier wirtschaftlichen und damit auch politisch relevanten Sicht. Die ERHEBLICHE Entlastungsleistung für das gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rungssystem, die durch Heilpraktiker TAGTÄGLICH mit bundesweiten Konsultationszahlen von ca 128Tsd Patienten gemäß BDH-Umfrage von 2017 erbracht wird. Wer will denn das entstehende Versorgungsloch für die Patienten, die es nun mal vorziehen, mit bestimmten gesundheitlichen Problemen zum Heilpraktiker zu gehen, auffangen? Die Ärzteschaft? Und wer darf die Finanzen für das aufbringen, was genau durch die Heilpraktikerschaft, für die es angeblich "keine Existenzberechtigung" gäbe, geleistet wird, wenn diese nicht mehr leistet?

Herr Botzlar sollte sich um seine Aufgabengebiete kümmern, vor der Tür der eigenen Berufsgruppe gibt es mehr als genug zu kehren.

"Christian Weymayr, der zum Münsteraner Kreis gehört, hält es für eine „große Gefahr“, dass Patien­ten, die zu Heilpraktikern gehen, „auf sinnvolle Therapien verzichten“."

Christian Weymar tut das auf Grund seiner letztlich pseudoskeptischen Geisteshaltung, der auch viele der anderen "Spezialisten" im Münsteraner Kreises, solche wie zum Beispiel Dr. Natalie Grams, offen fröhnen. Er konstruiert hier einerseits in typischer Manier manipulierender Rhetorik, dass naturheilkundliche Therapien dann wohl im Vergleich "nicht sinnvoll wären" - was als absolutistische Aussage natürlich schon mal blanker Mumpitz ist. Zum Zweiten verkennt er die Tatsache, dass gerade durch das deutliche Mehr an Zeit für die Patienten oft erst durch genau diese Konsultation des Heilpraktikers notwendige medizinische Schritte eingeleitet werden. Indem Patienten bei entsprechender Notwendigkeit ordentlich und umfänglich über Hintergründe vorliegender Erkrankungen aufgeklärt werden und ihnen somit die tatsächliche Notwendigkeit ärztlicher Konsultation, etwa für umfassendere diagnostische Abklärungen, überhaupt erst nahe gebracht werden kann.

"Er (Botzlar) erwartet aber keine einschneidenden Änderungen durch die Gesundheitspolitik. Denn die Angebote von Heilpraktikern seien bei vielen Patienten beliebt."

Und über den Grund genau hierfür sollte Botzlar einmal in aller Ruhe nachdenken. Das liegt mit Sicherheit vor allem an der intensiven Zuwendung, den nahezu ausnahmslos verträglichen Therapien, und ebenso deren oft tatsächlich positiver Wirksamkeit. In der heutigen Zeit wird es kaum noch Menschen geben, die dauerhaft für Leistungen Geld bezahlen, von denen sie keinerlei Mehrwert für sich selbst ersehen können.

Es gäbe einiges mehr zu dem Artikel zu sagen. Ich schenke mir das aus gutem Grund: Weder Herr Botzlar, noch Herr Weymar, noch sonstige eingebildete Heilpraktikerspezialisten nehme ich hier ernst. Die echten Spezialisten - nicht nur für die Naturheilkunde, sondern ganz im Besonderen NATÜRLICH auch für den Heilpraktikerberuf - sind natürlich die Heilpraktiker selbst.

Nun, das vielleicht noch:

"Kritiker des Heilpraktikerberufs wie Weymayr vom Münsteraner Kreis halten es aber für abwegig, von Qualität zu reden, wenn Methoden wie die Iris-Diagnostik auf dem Stun­den­plan stehen, bei der aus der Netzhaut von Patienten Rückschlüsse auf die Gesundheit gezogen werden."

Wie der Name "Iris-Diagnostik" schon andeutet, geht es hierbei um die Beschaffenheit der Iris, nicht der Netzhaut. Ob das Sinn oder Unsinn ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Sicher ist aber, dass Herr Weymayr hier keinerlei Beurteilungskompetenz hat. Es handelt sich nämlich nicht um ein naturwissenschaftlich erfassbares Verfahren, sondern eine der Erfahrungsheilkunde entspringenden Annahme, die sich in der Praxis erstaunlicherweise immer wieder bestätigt. Dass zum Beispiel bestimmte Veränderungen im Stoffwechselprozess des menschlichen Organismus sich allmählich durch charakteristische Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes des Auges niederschlagen. Solche Methoden werden auch von zahlreichen Ärzten genutzt - deutschlandweit (genauer: weltweit). Nicht etwa, weil diese naturwissenschaftlich sichere Erklärungen für das Phänomen hätten. Sondern weil sie selbst entsprechende Erfahrungen gemacht haben, dass da wohl irgendwas dran ist. Aber abgesehen davon ist der Hauptinhaltsstoff des Grundausbildungscurriculums der Angerer-Schule den rein naturwissenschaftlichen Medizingrundlagen geschuldet, die zunächst und alleerst auch für den Heilpraktikerberuf notwendig sind. Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie etc etc etc. Das verschweigt ein Weymayr natürlich. Das Warum kann sich der geneigte Leser nun einmal selbst an fünf Fingern ausrechnen.
Avatar #759489
am Mittwoch, 22. Januar 2020 um 23:48

Unliebsame Heilpraktiker-Konkurrenten...

.... würde dieser Zeitgenosse (Vizepräsi­dent der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer) natürlich gerne ausschalten u. die IGEL-Leistungen selbst für teuer Geld anbieten.
Angesichts der Tatsache, dass ärztliche Behandlung die dritthäufigste Todesursache ist, greift der müde Versuch sich hinter einem angeblichen "Patientenschutz" zu verstecken überhaupt nicht. Da nützt es auch wenig bis nichts, absolute Kunstfehler-Einzelfälle von Heilpraktikern immer wieder durch die Medien zu ziehen. Wenn man den häufigen Ärztepfusch (siehe Weißbuch Patientensicherheit) ebenso medial aufblasen würde, hätte man wohl eine 24-Stunden-Dauersendung im TV.
Sorry, über den Klartext, ich kenne viele Ärzte die ich sehr schätze.... aber keinem Heilpraktiker würde es einfallen, Ärzten ihre Existenzberechtigung abzusprechen (obwohl viele gar nicht zum Arzt gehen, da sie meinen das würde nur schaden und nur Naturheilverfahren u. Homöopathie etc. nutzen).
So wie Botzlar da diffamierend um sich holzt, kann es kein gutes Miteinander von Ärzteschaft und Heilpraktikerschaft geben. Leider.
Aber derartige Töne sind ja in Zeiten von Hassbotschaften und Schmähreden mega-in. Und seine Leute wird er mit so einer Tonart hinter sich versammeln, das funktioniert ja bei Trump auch sehr gut....
Default-Avatar
am Donnerstag, 23. Januar 2020 um 09:26

Botzlar sieht keine Existenzberechtigung für Heilpraktiker

...was für eine Überschrift...?! Herr Botzlar sollte auch die Patienten fragen.

...KEINE EXISTENZBERECHTIGUNG...was für eine Wortwahl für eine Berufsgruppe...das muß man sich mal auf der Zunge zergehern lassen.

In Deutschland ist es schon wieder so weit, daß Berufsgruppen, die der Pharmaindustrie bzw. der Schulmedizin Konkurrenz machen, mit übelsten Methoden verumglimpft werden.

Avatar #810432
am Donnerstag, 23. Januar 2020 um 10:28

Mündige Patient_innen?

Wie Herr Hegge schon sagte, sind Patient_innen mündige Bürger_innen und können mit „ihren Füßen“ abstimmen.
JedeR Patient_in hat ein Anrecht, sich frei für eine Therapierichtung oder Therapiemethode zu entscheiden.
Wie kann es sein, dass für mich fremde Menschen, wie Politiker_innen oder Sie Herr Botzlar, glaubt entscheiden zu dürfen, was für mich der richtige Weg zur Gesundung oder Gesunderhaltung sei.
Ich plädiere doch sehr dafür, dass es meine eigene Entscheidung bleibt, ob ich bei bestimmten Krankheiten lieber eineN Heilpraktiker_in oder eineN Ärzt-in aufsuche.
Sicherlich lassen sich Ausbildung und Fortbildungen standardisieren.
Halten wir uns doch lieber an die Schweiz. Hier es möglich das Heilpraktiker_innen durch eine Zusatzprüfung zu Naturärzt-innen werden, mit den gleichen Rechten und Pflichten.
Avatar #799946
am Donnerstag, 23. Januar 2020 um 10:28
geändert am 23.01.2020 10:34:01

Wer die Konkurrenz fragt...

seit es Mediziner gibt würden diese die Volksheiler (heute Heilpraktiker) gerne los werden, auf dass der Patient sein Geld nur noch zum Doktor trägt. Daran hat sich über die Jahrhunderte nicht viel geändert. Dummerweise denken die Patienten weniger daran, dass der Doktor gut lebe, sondern es ihnen selbst gut geht. Und gehen daher (auch) zum Heilpraktiker...

Letzte Beiträge zu diesem Thema

Zusatzinfos