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Avatar #759489
am Donnerstag, 23. Januar 2020 um 15:08

Unklare Diagnostik mit der Irisdiagnostik?

Die Kritik der Neo-Skeptizisten und Heilpraktiker-Jäger gründet ihre Kritik auf den vermeintlich besseren und angeblich objektiven Methoden der Schulmedizin. Wie Fachleute wissen, ist da jedoch - auch - das meiste auf Sand gebaut. Nehmen wir doch mal die heilige Kuh der Diagnostik, das bildgebende Verfahren:

https://m.focus.de/gesundheit/ratgeber/ruecken/news/knochenbruch-roentgen-bringt-falsche-ergebnisse_aid_493003.html

Andere Arbeiten zeigen wiederum auf, dass das Röntgen auch keine schlechteren Ergebnisse als das MRT liefert.
Vor einigen Jahren kam mir mal eine Studie unter, da wurden x Ärzten die selben Röntgenbilder vorlegt. Ergebnis: Wie beim Kaffeesatzlesen, jeder sah etwas anderes. Von "Sofort operieren!" bis zu "Nicht so wild, a bisserl Arthrose" war alles dabei. Mein Hausarzt sagt übrigens ehrlich: "Diese Bilder kann ich nicht interpretieren, dass kann in erster Linie der Radiologe und die Zusammenfassung könne wir beide ja lesen".
Wenn man noch dazu davon ausgeht, das in der Orthopädie (Rücken-Röntgenbilder) ca. 80% unnötig sind u. man 100e Tote in D durch zu viel Röntgen hinzu rechnet, dann - kommt mir die Irisdiagnostik doch wieder ganz sympathisch vor; auch wenn sie vielleicht nicht so gut untersucht ist.
Interessant in diesem Zusammenhang:
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/rueckenschmerzen-50-000-unnoetige-roentgenaufnahmen-pro-jahr-1.2424688
Avatar #810513
am Donnerstag, 23. Januar 2020 um 15:26

Warum zum Heilpraktiker?

Verstauchung, Nebenhöhlenentzündung, Magenverstimmung etc.
Da gehe ich doch nur zum Arzt, um mir eine Krankmeldung abzuholen, ansonsten kann man doch eh nur die Selbstheilung abwarten und Tee trinken.
Ok, Antibiotika gibt's auch nur über den Arzt, aber warum sollte ich zum Heilpraktiker gehen?
'rumjammern, wie schlecht es mir geht, kann ich auch bei meiner Frau.
Avatar #759489
am Donnerstag, 23. Januar 2020 um 16:05

Warum zum Heilpraktiker?

Gute Frage, aber die Antwort ist einfach. Zu uns kommen zu ca. 95% schulmedizinisch austherapierte Patienten, die es jetzt alternativmedizinisch probieren wollen. Die restlichen 5% sind Weißkittel-Gegner, die gute oder schlechte Gründe haben nicht zum Arzt zu wollen.
Insofern ist das Ganze relativ anspruchsvoll, da kommen Leute mit jahrelang anhaltenden Rückenschmerzen, Allergiepatienten, Hautproblemen, depressiver Verstimmung, Migränepatienten, Schmerzpatienten, Reizdarm/Verdauungsprobleme etc., alles Krankheitsbilder bei denen die übliche schulmed. Vorgehensweise nicht allzu viel zu bieten hat. Und wenn sich nach ca. 2 bis 3 Sitzungen keine Besserung anbahnt, sieht man den Patienten nie wieder; warum auch, er zahlt ja in der Regel die Therapie aus seiner eigenen Tasche.
Richtig gut laufende Praxen werden fast immer von richtig guten Therapeuten betrieben, sonst würde der Laden nicht laufen. Blender sind selten, 80-90% des "Patientenguts" kommen aufgrund einer Empfehlung, da helfen keine Werbefeldzüge.

Noch etwas Herr Botzlar und werte Heilpraktiker-Jäger: Im Coburger Land fehlen allein in Coburg 10 Ärzte (stand in der Zeitung), im Landkreis ist es noch schlimmer. Heilpraktiker gibt es nicht allzu viele, aber nach dem Anruf eines Bekannten bei einer Land-Heilpraktikerin war er klüger: In ca. 2 Monaten sei mal ein Termin frei. Frage: Wenn die wenigen Heilpraktiker nicht mehr praktizieren, was passiert dann mit den Patienten?
Aber ist den Polit-Populisten und Neu-Skeptizisten egal, Hauptsache sie können auf die Homöopathie u. die Heilpraktiker eindreschen, um der guten Sache willen.
Avatar #810513
am Donnerstag, 23. Januar 2020 um 16:19

HPs brauchen eine neue Berufsbeschreibung

"... da kommen Leute mit jahrelang anhaltenden Rückenschmerzen, Allergiepatienten, Hautproblemen, depressiver Verstimmung, Migränepatienten, Schmerzpatienten, Reizdarm/Verdauungsprobleme etc."
Jo, sage ich doch. All diesen Leuten ist anscheinend schon geholfen, wenn sich mal jemand richtig viel Zeit nimmt, zuzuhören und zu nicken. Dann ein bisschen Abrakadabra - und der Patient ist zufrieden (! - nicht geheilt).
Dementsprechend müssten die Heilpraktiker eigentlich im Raum hinter dem Arzt sitzen und dann die Patienten bekommen, die noch ausführlich Gesprächsbedarf haben.
Avatar #810537
am Donnerstag, 23. Januar 2020 um 18:22

Die Aus- & Weiterbildung der Ärzte gehört auf den Prüfstand!

Wenn Ärzte tatsächlich syndromorientiert behandeln würden und nicht wie so oft symptomorientiert, bräuchte es die alternativen Heilverfahren bzw. Heilpraktiker wirklich nicht. Doch die weitgehendst pharmakologische Orientierung der Arztausbildung vernachlässigt den Patienten mit seinen Ressourcen bzgl. humoraler Abwehr und Selbstheilung. Arzt und Heilpraktiker unterscheiden sich schon grammatikalisch - einer ist auf Heilung ausgerichtet. Natürlich hat die Schulmedizin ihre Daseinsberechtigung und es wäre gut, wenn Heilpraktiker die Grenzen ihrer Therapiemöglichkeiten kennen würden. Doch genauso müssen Ärzte die Chancen guter und jahrhundertealter Medizinweisheit anerkennen. Mit unserer schädlichen Umwelt gibt es für alle genug zu tun. Ich finde das Thema, den Heilpraktikerberuf auf den Prüfstand zu stellen verfehlt. Geht es doch eher um Fehler, die Heilpraktikern vorgeworfen werden. Doch kommen unsere Politiker nicht auf die Idee, andere Berufsgruppen auf den Prüfstand zu stellen. Denn es sterben bestimmt weit mehr Menschen durch Ärztepfusch und akquirierte Krankenhauskeime (ich habe keine Zahlen, hier spricht mein Bauchgefühl und Erfahrung) als durch Behandlungen beim Heilpraktiker. Und vergessen wir doch nicht, wer hat es denn zu verantworten, dass das Vertrauen der Menschen in die Ärzteschaft mangelhaft ist? Musste doch der Gesetzgeber die Beweislastumkehr einführen, weil Ärzte nicht nur pfuschen, sondern ihren Pfusch auch noch vertuschen!
Ein Hinweis an die Politiker: WER HEILT, HAT RECHT. In diesem Sinne sollte man sich mal die Fakten ansehen, die sprechen ganz klar für die Notwendigkeit eines Therapeuten der heilt und nicht Symptome bzw. Krankeiten haushaltet, wie Ärzte es idR tun. Und was spricht dagegen, dass Hauptschüler sich in diese Richtung qualifizieren? Muss doch jeder die Prüfung vor einer qualifizierten öffentlichen Institution bestehen.

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