Kommentare News

Kommentare News

Alle Kommentare zu Online-News

Avatar #550935
am Dienstag, 28. Januar 2020 um 18:05

Falsch, Herr Lauterbach!

Kommentar zur Nachricht
Honorarkommission schlägt Verhandlungslösung für GOÄ vor
vom Dienstag, 28. Januar 2020
Der EBM (einheitlicher Budgetierungsmasstab) honoriert die gleiche Leistung eines Arztes nur zu einem Drittel bis einem Viertel der der GOÄ von 2001!
Von daher ist vollkommen nachvollziehbar, dass die Behandlungsqualität bei GKV-Patienten und insbesondere die Zeit für das Arzt-Patienten-Gespräche wesentlich geringer ausfallen muss.
Wollte die Politik tatsächlich die zwei Versorgungsklassen angleichen, müsste sie das Finanzvolumen der ambulanten und, stationären Versorgung verdoppeln.
(Und billigste Medikamente aus Rabattverträgen mit Fernost bekämen dann weiterhin alle Patienten.)
Es bleibt dabei: Rote und grüne Sozialisten können nicht rechnen. Wie sollten sies auch gelernt haben.
Avatar #683778
am Mittwoch, 29. Januar 2020 um 00:18

Ein neues Monster

Das Bürokratose-Monster scheint wieder zuzuschlagen. Wer, bitte sehr, versteht noch all die zahlreichen oben genannten Anregungen/Empfehlungen? Seit über 20 (zwanzig!) Jahren warten wir auf eine Anpassung. Ich bin mittlerweile sicher: Eher werden der BER und Stuttgart 21 ihr 5-jähriges Bestehen gefeiert haben, als dass es eine neue GOÄ geben wird.
Avatar #79783
am Mittwoch, 29. Januar 2020 um 00:51

Wer soll mit wem verhandeln?

Die Ärzteschaft mit der PKV? Als würden die Tarife des Kfz-Handwerks zwischen Werkstätten und Haftpflichtversicherern ausgehandelt?
Bei der GOÄ ist der Staat via Beihilfe "Honorarschuldner" und in großer Versuchung, die Gewaltenteilung pro Domo auszuhebeln, also in eigener Sache lieber nichts zu tun, um weniger zahlen zu müssen.
Bei den Tierärzten - wo der Staat über die Amtsveterinäre als Dienstleister auftritt, steht die regelmäßig Anpassung n die irtschaftliche Entwicklung prompt im Gsetz.
Und bei den Juristen, nach deren Honorarordnung auch die Gerichtsgebühren berechnet werden, ist vorsichtshalber die ohnehin üppige Gebührenordnung abdingbar, schließlich zahlt der Anwalt auf sein Stundenhonorar von 500 EUR auch noch Mehrwertsteuer.
Eigentlich ist die seit fast 20 Jahren völlig unveränderte GOÄ drart obsolet, dass die Ärztekammer verpflichtet wäre, gegen die fehlende Abdingbarkeit und die Begrenzung der Steigerungsfaktoren zu klagen.
Wie wäre das: Bis zur Verabschiedung einer neuen GOÄ werden die Ärzte von den Kammern aufgefordert, grundsätzlich zum 3.5-fachen Satz abzurechnen, wer das nicht tut, muss mit Disziplinarverfahren wegen berufswidrigem Verhalten rechnen!
Begründung: Die obsolete GOÄ, die eindeutig verfassungswidrig geworden ist und gegen das Willkürverbot verstößt!
Avatar #718936
am Mittwoch, 29. Januar 2020 um 12:06

Schon dagewesen

Vor 20 Jahren waren GOÄ und EBM bereits harmonisiert gewesen, vergleichbare Ziffern, ähnliche Struktur, einfache Handhabbarkeit, wenig Bürokratie. Salopp formuliert, war der damalige EBM ein leicht veränderter Auszug der GOÄ. Dies wurde ohne Not geopfert. Durch den katastophalen "EBM neu" wurden Leistungen massiv entwertet ("Fallwert" HNO 1999/2000 knapp 93 DM, heute "RLV" ca. 28 €) und ein beispielloser Bürokratieaufwand geschaffen. Manches war früher doch besser...
Dr. K. S. Holler
Avatar #88767
am Mittwoch, 29. Januar 2020 um 12:27

Als Adler gestartet, als Fruchtfliege gelandet

Der Anspruch an die Honorarkommission war hoch. Es ging um das Ei des Kolumbus, eine Einheitsgebührenordnung stand im Raum.

Was hat die Kommission geliefert?
Ein "im Prinzip bleibt alles so wie es war, aber es werden ZUSÄTZLICH noch einige Regeln hinzukommen". Statt eines großen Wurfes mit weniger und dafür nachvollziehbaren Regelungen, wurde die Regelungsdichte erhöht. Das Glanzlicht lautet "partielle Harmonisierung".

Bis irgendetwas von dem umgesetzt sein wird und in der Praxis nennenswerte Wirkung entfalten könnte, dürften sich die Rahmenbedingungen erneut verändert haben. Dieses Gutachten ist überflüssig.

Letzte Beiträge zu diesem Thema

Zusatzinfos