DÄ plusForenKommentare NewsHerr Aust: Die Homöopathie noch nicht ganz verstanden

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Avatar #801457
am Mittwoch, 29. Januar 2020 um 10:57

Zum Papier von Herrn Matthiessen

Herr Peter H,
unsere Position, also des INHs, zu dem Papier von Herrn Matthiessen können Sie hier nachlesen:
https://netzwerk-homoeopathie.info/homoeopathie-deklaration-2019-das-inh-nimmt-stellung/

Ist ein bisschen lang, um es hier in die Kommentare zu kopieren. Ich denke, das müsste auch so Ihre Frage (die ich leider übersehen hatte, sorry!) hinreichend beantworten.
Avatar #801457
am Mittwoch, 29. Januar 2020 um 11:11

Evidenz für Homöopathie / evidenzbasierte Medizin

@ Herr Hümmer,
Sie haben vergessen, auf einen wesentlichen Unterschied in der Evidenz zwischen evidenzbasierter Medizin und Homöopathie hinzuweisen:
In der evidenzbasierten Medizin werden aus den Ergebnissen von Studien bzw. Cochrane Reviews Folgen abgeleitet. Therapien werden ausgesondert, Arzneimittel vom Markt zurückgezogen, Vorgehensweisen werden verbessert etc.
In der Homöopathie ist das grundsätzlich anders, indem unvorteilhafte Ergebnisse schlicht ignoriert werden. Beispiel: Walach hat in seiner Münchner Kopfschmerzstudie gezeigt, dass Kopfschmerzen nicht erfolgreich homöopathisch behandelt werden können . Welche Konsequenz wurde daraus gezogen? Aus welchem Arzneimittelbild wurden diue Kopfschmerzen als Symptom gestrichen?
Avatar #781197
am Mittwoch, 29. Januar 2020 um 18:37

Herr Aust: Die Homöopathie noch nicht ganz verstanden

Lieber Herr Aust,
so gut Sie in der Homöopathie auch bewandert sind, so haben Sie doch einen wesentlichen Wesenszug noch nicht ganz verstanden:
Die Kopfschmerzen müssen aus keinem der Mittel gestrichen werden, da es immer auf das Gesamtbild ankommt, das eben MÖGLICHST genau mit dem vorliegenden Bild übereinstimmen sollte aber nie total übereinstimmen wird. Wenn ein Mittel Kopfschmerzen in seinem Bild beinhaltet, heißt es noch nicht, dass es dann auch das erforderliche Simillimum FÜR DAS GESAMTBILD ist. Wenn die ausgewählten Mittel die Kopfschmerzen nicht beheben konnten, waren es einfach aus den ca.200 theoretisch möglichen Mitteln nicht die WIRKLICH am besten passensten. Das Versagen der Münchner Kopfschmerzstudie, die ich damals schon genau mit beobachtet hatte, hat andere Gründe, die ich Ihnen mal gesondert auseinandersetzen kann. Die mit Ihnen angedachte Merc-c-Studie, die Sie dann doch nicht weiter verfolgt haben, würde die möglichen Fehlerquellen umgehen.
Avatar #759489
am Donnerstag, 30. Januar 2020 um 10:18

Woher kommt die Energie GEGEN etwas?

Es ist schon verblüffend, wieviel Zeit, Energie und Geld die Skeptiker seit Jahren GEGEN eine bewährte und beliebte Therapieform aufbringen. Ich hätte weder die Zeit, noch das Geld, noch die Energie jahrelang GEGEN eine bestimmte Therapieform (z.B. gegen die umstrittene Knietoilette) zu wettern. Wenn jemand FÜR etwas kämpft, ist das schon verständlicher, denn er will in den meisten Fällen der Menschheit etwas Gutes tun. Die Menschheit vor der Hom. zu retten, kann ich kaum als einen konstruktiven Impuls wahrnehmen, denn es geht offensichtlich darum, den Ruf der Homöopathie als Therapieform zu ZERSTÖREN (Stichwort "Globukalypse"). Das funktioniert im Internet und bei am Zeitgeist orientierten Politikern einigermaßen, zum Glück wissen selbst gebildete Patienten und Freunde nicht, was da seit Jahren läuft.
Die leidige Frage wie man die Studienlage interpretiert, mag zwar einigermaßen interessant sein, doch für mich ist das keineswegs der Weisheit letzter Schluß (vor allem weil man das offenbar so oder so interpretieren kann). Schließlich merke ich, dass gerade die Therapieformen, die nicht von der Pharmindustrie bereits mit Studien positiv geredet wurden, in der Praxis am besten helfen. Die (angeblich) evidenzbasierte Vorgehensweise des vorher behandelnden Arztes konnte das nicht leisten, sonst wäre der Patient ja nicht zu mir gekommen.
Die Diskussion um die Wirksamkeit der Hom. wird m.E. kaum zu einem Ergebnis kommen, wenn solche Platitüden immer wieder bemüht werden (wie von Practicus hier):
"Die Homöopathen verstehen gut zu verschleiern, dass es KEINERLEI wissenschaftliche Grundlage für Homöopathie gibt". Man könnte hier wohl Tausende Studien posten, der Sermon der Skeptiker bliebe immer der Gleiche. Solche Sätze riechen nach einer sektenartigen Absolutheit, die mich - und andere wissenschaftlich denkende Zeitgenossen - abschreckt.
Was wirklich NICHT einleuchtet ist, dass selbst wenn man beispielsweise folgend pubmed-Studien postet/kennen müßte, man immer noch behaupten kann (ohne ausgelacht zu werden), dass es "KEINERLEI wissenschaftliche Grundlage..." gäbe:

Haidvogl M, Riley DS, Heger M, Brien S, Jong M, Fischer M, Lewith GT, Jansen G, Thurneysen AE. Homeopathic and conventional treatment for acute respiratory and ear complaints: a comparative study on outcome in the primary care setting. BMC Complement Altern Med. 2007 Mar 2;7:7. Abstract

Witt C, Keil T, Selim D, Roll S, Vance W, Wegscheider K, Willich SN. Outcome and costs of homoeopathic and conventional treatment strategies: a comparative cohort study in patients with chronic disorders. Complement Ther Med. 2005 Jun;13(2):79-86. Abstract

Steinsbekk A, Lüdtke R. Patients' assessments of the effectiveness of homeopathic care in Norway: a prospective observational multicentre outcome study. Homeopathy. 2005 Jan;94(1):10-6. Abstract

Spence DS, Thompson EA, Barron SJ. Homeopathic treatment for chronic disease: a 6-year, university-hospital outpatient observational study. J Altern Complement Med. 2005 Oct;11(5):793-8. Abstract

Van Wassenhoven M, Goossens M, Anelli M, Sermeus G, Kupers P, Morgado C, Martin E, Bezerra M. Pediatric homeopathy: a prospective observational survey based on parent proxy-reports of their children's health-related Quality of Life in six European countries and Brazil. Homeopathy. 2014 Oct;103(4):257-63. Abstract

Keil T, Witt CM, Roll S, Vance W, Weber K, Wegscheider K, Willich SN. Homoeopathic versus conventional treatment of children with eczema: a comparative cohort study. Complement Ther Med. 2008 Feb;16(1):15-21. Abstract

Die grosse EPH-3 Kohortenstudie aus Frankreich

Rossignol M, Begaud B, Engel P, Avouac B, Lert F, Rouillon F, Bénichou J, Massol J, Duru G, Magnier AM, Guillemot D, Grimaldi-Bensouda L, Abenhaim L; EPI3-LA-SER group. Impact of physician preferences for homeopathic or conventional medicines on patients with musculoskeletal disorders: results from the EPI3-MSD cohort. Pharmacoepidemiol Drug Saf. 2012 Oct;21(10):1093-101. Abstract

etc. etc. etc.
Avatar #759489
am Donnerstag, 30. Januar 2020 um 10:40

"Keinerlei Belege"

Kann man wirklich ernsthaft behaupten? Naja, man hilft ja gerne weiter, Wissenslücken sind ja kein Verbrechen:

Klinische Forschung:
https://www.informationen-zur-homoeopathie.de/?page_id=41

Fundstelle auf dieser Seite (nur auszugsweise daraus und exemplarisch):
"“Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es ausreichend Belege für eine präklinische Wirkung und klinische Wirksamkeit (Evidenzgrad I und II) gibt, und dass sie absolut und insbesondere im Vergleich zu konventionellen Therapien eine sichere und kostengünstige Intervention darstellt. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist hoch.”

(15) Bornhöft G, Wolf U, von Ammon K, Righetti M, Maxion-Bergemann S, Baumgartner S, Thurneysen AE, Matthiessen PF: Effectiveness, safety and cost-effectiveness of homeopathy in general practice – summarized health technology assessment. Forsch Komplementmed 2006;13 Suppl 2:19-29 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16883077

(16) Panmedion Stiftung: Health Technology Assessment Bericht Homöopathie. Im Rahmen des Programms Evaluation Komplementärmedizin (PEK) des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit.Zusammenfassung. Januar 2005. Download: http://panmedion.org/files/HTA_Homoeo_Zus.pdf

Klar, das ist alles ein Beleg für "keinerlei" :-)

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