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Avatar #79783
am Mittwoch, 12. Februar 2020 um 22:28

Harm Reduction

Kommentar zur Nachricht
SPD für legale Abgabe von Cannabis zum Freizeitkonsum
vom Mittwoch, 12. Februar 2020
bzw "Schadenminderung" sollte grundsätzlich das Ziel der Drogenpoltik sein. Und zwar nicht nur für Cannabis!
Der "law related harm" ist bei allen illegalisierten Drogen größer als der "drug related harm".
Der Zwang, sich Substanzen auf einem illegalen Markt beschaffen zu müssen, ist das größte Konsumentenrisiko. Stoffgemische unbekannter Zusammensetzung und unbekannter Konzentration machen krank und töten. Vom illegalen Markt wird ja auch Alkohol zur lebensgefährlichen oder gar tödlichen Droge - Indien liefert jedes Jahr traurige Beispiele...
Legaler, regulierter und kontrollierter Zugang zu Drogen für Erwchsene ist die einzige Möglichkeit, den Jugendschutz und Gesundheitsschutz der Konsumenten zu erreichen und die ganze mit dem illegalen Markt verbundene Kriminalität zu beseitigen.
Wir haben erstnmals eine Drognbeauftragte, die solchen Strtegien nicht dogmatich ablehnend gegenübersteht, und die Politikergeneration, die das Horrorbild der Drogengebraucher maßgeblich aufgebaut hat und sich vor dem selbst erschaffenen Gespenst erschrecken, tritt altersbedingt ab...
Endlich eine Chance für einen rationalen Umgang mit der Drogenproblematik.
Avatar #759489
am Donnerstag, 13. Februar 2020 um 15:05

Legalize it

Da kann ich doch ausnahmsweise Meister Practicus einmal zustimmen. Der BUND DEUTSCHER KRIMINALBEAMTER sieht das übrigens ähnlich (liberal).
Hier eine interessante Auflistung der international rechtlichen und total divergierenden Regelungen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtslage_von_Cannabis

Spannend sind die Ergebnisse in Portugal:
"Portugal hat mit seinem mutigen Experiment vor 15 Jahren gegenüber den Alarmisten im In- und Ausland Recht behalten, als es zu einem der liberalsten Länder in der Drogenpolitik wurde. Der von Kritikern befürchtete massive Anstieg des Drogenkonsums, von Drogentouristen, die das Land überschwemmen und es in ein Drogenparadies verwandeln würden, kann in der Rückschau wahrlich keine Rede sein. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall."
Quelle:
https://www.heise.de/tp/features/15-Jahre-entkriminalisierte-Drogenpolitik-in-Portugal-3224495.html
Avatar #749780
am Freitag, 14. Februar 2020 um 13:43

Sucht"Experte" der BÄK argumentiert rein ideologisch

Manchmal ist die wissenschaftliche Kompetenz von Medizinern schon beschämend. Offensichtlich hat Herr Mischo absolut keine Ahnung bzgl. des Zusammenhangs zwischen Kriminalisierung und Konsumprävalenz. Diese existiert nämlich nicht. Der WD des Bundestages (https://www.bundestag.de/resource/blob/675688/4ba9aed6de8e9633685a1cdc2d823525/WD-9-072-19-pdf-data.pdf) hat erst kürzlich eine Analyse zwischen legalem Status von Cannabis und der Konsumprävalenz untersucht und ist zu dem Entschluss gekommen, dass es diesen nicht gibt. Insb. in Colorado scheint der Konsum unter Minderjährigen seit der Legalisierung (oder besser Regulierung) rückläufig zu sein.
Es scheint weiter so zu sein, dass er lediglich seine persönlichen Vorurteile reproduziert ohne Rücksicht auf epidemiologische Studien. Da fragt man sich, ob mancher Suchtmediziner bei einer Legalisierung die Felle davon schwimmen sieht, da es dann wohl deutlich weniger Menschen gibt, deren einziger Fehler es ist, sich mit Hanf erwischen zu lassen, und die vom Gericht gezwungen werden, eine Therapie als Bewährungsauflage zu machen.
Qui bono?
Avatar #79783
am Samstag, 15. Februar 2020 um 01:24

Dr Mischo

ist Chirurg - wie sich da die Expertise für "Sucht und Drogen" ergeben soll, ist rätselhaft.
Da Herr Mischo mit dem Erreichen des Rentenalters und der Beendigung seiner ärztlichen Tätigkeit als aktives Mitglied die Ärztekammer verlassen muss, ist sein Wirken nur mehr von kurzer Dauer, spätestens 2021 sollte die Ära Mischo zuende sein und praktische Aspekte statt dogmatisch-ideologischer Ideen in die Fachkommission der Ärztekammer einziehen können.
Das "Abstinenzfantasma" ist gescheitert, Ideen wie Konsumreduktion, medikamentöse Unterstützung mit psychoaktiven Substanzen uvm könnten in die Diskussion eingebracht werden.

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