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Avatar #759489
am Donnerstag, 13. Februar 2020 um 15:19

S. Rex und der "Ritualtherapeut"

S. Rex ist wieder einmal bemüht, seine fantastische Idee vom "Ritualtherapeuten" unters Volk zu bringen. Nein, werter Rex, die Homöopathie wirkt nun einmal ÜBER PLACEBO, von daher gibt's da ständige Gegenwehr, auch wenn das die Scientisten-Gemeinde das fälschlicherweise immer wieder unters willige Journalistenvolk posaunt. Beleg:
https://www.homoeopathie-online.info/ergebnisse-von-original-rcts-mit-individueller-homoeopathie-und-hochpotenzen-im-vergleich-zu-placebo-und-standard-therapien/

Und die Heilpraktiker therapieren in der Regel nicht nur mit Homöopathie, sondern - wie auch ich - mit Physio-Techniken, orthomolekularer Therapie, Fußreflextherapie, Akupunktur, Massage, Elektrotherapie etc., wofür die Evidenzlage gut bis sehr gut ist. Da nützen S. Rex langatmigen Elaborate auch wenig.

Die Kritik an den Leitlinien stammt nicht von uns, sondern kommt sowohl von Ärzten als auch von anderen beteiligten Fachgruppen:
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/05/10/wieviel-evidenz-steckt-in-leitlinien

Avatar #691359
am Donnerstag, 13. Februar 2020 um 22:27

Das Gruselkabinett der Alternativmedizin

Homöopathie: „eine pseudowissenschaftliche Methode“
https://www.psiram.com/de/index.php/Homöopathie

Orthomolekulare Therapie: „eine... pseudomedizinische Methode“
https://www.psiram.com/de/index.php/Orthomolekulare_Medizin

Fußreflextherapie: „eine pseudomedizinische Behandlungsmethode“
https://www.psiram.com/de/index.php/Fußreflexzonenmassage

Akupunktur: „eine Methode aus ... der TCM, ... obwohl keine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirksamkeit nachgewiesen werden konnte.“
https://www.psiram.com/de/index.php/Akupunktur

Gerson: Gerson-Diät als Diät für Tuberkulose und Krebs
https://www.psiram.com/de/index.php/Gerson-Diät

Budwig: Budwig-Diät als Krebsdiät
https://www.psiram.com/de/index.php/Johanna_Budwig
https://www.psiram.com/de/index.php/Öl-Eiweißkost

Physio-Techniken, Massagen, Elektrotherapie sind ohne genauere Angaben der Methodik und der Indikation nicht beurteilbar, ob ihr Einsatz im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung sinnvoll ist oder nicht. Bei allen anderen verwendeten Methoden und Vorbildern hat MITDENKER sich wirklich nur auf die beschränkt, welche das „Psiram-Gütesiegel“ besitzen.

Was die Literaturquelle zur Hömöopathie betrifft, bei genauerem Durchlesen bleibt nur etwas heiße Luft übrig. Von 71 RCT werden 62 ausgeschlossen, 9 bleiben übrig. Die RCT mit der höchsten statistischen Signifikanz ist die berüchtigte Frass-Studie zur Sepsis und dort ist P=0,043, also knapp unter der üblichen Irrtumswahrscheinlichkeit von 5%, und das bei jeweils 35 Patienten in der Verum- und Placebo-Gruppe. Jeder Statistiker würde hier einen Lachanfall bekommen...

Was die Quelle zu den Leitlinien betrifft, so habe ich Zweifel, ob MITDENKER seine eigene Quelle wirklich gelesen hat. Genau mit dem Ziel die Leitlinien zu objektivieren, wurde der Prozeß der Leitlinienentwicklung gestartet. Die Schulmedizin hat hier ihre Hausaufgaben gemacht, ganz im Gegensatz zur Alternativmedizin. Genau dafür, dass sich historische Ereignisse wie mit Semmelweis nicht wiederholen, dafür gibt es Leitlinien. Der Weg von der Eminenzbasierten Medizin zur Evidenzbasierten Medizin ist bisweilen schmerzhaft, deshalb führt an Leitlinien auch kein Weg vorbei.
Avatar #759489
am Sonntag, 16. Februar 2020 um 16:37

Gruselkabinett? Es darf gelacht werden

Das "Gruselkabinett" der Alternativmedizin animiert unseren übergroßen Saurier einmal mehr zum Rundumbiss auf alle bewährten alternativmedizinischen Methoden. Danke dafür, dass S. Rex nur die nebenwirkungsreichen u. oft genug unwirksamen Methoden der Schulmedizin gelten lässt. Nun könnte ich - mit etwas Aufwand - seine Ausführungen leicht auseinander nehmen, aber dann droht wieder der Vorwurf der Vielschreiberei. Also dann in aller Kürze und exemplarisch:

Prof. Hahn zeigt deutlich auf, was es mit den angeblichen Negativstudien zur Homöopathie auf sich hat:
https://www.narayana-verlag.de/spektrum-homoeopathie/wissenschaftlicher-beitrag-beweise-fuer-die-homoeopathie

Orthomolekulare Therapie als "pseudomed. Methode" zu bezeichnen zeigt eigentlich schon auf, was hier gespielt wird: Die Hochjubelung des Unwissens u. der Ignoranz in der Tarnung der Wissenschaftlichkeit. Orthomolekulare Therapie ist schon seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Schulmedizin, hier ein kleiner - offenbar nötiger - Nachilfeunterricht:
1. Folsäure und B12 (B-Vitamine) in der Schwangerschaft
2. Eisengaben bei Eisenmangel
3. Calcium und Vit.D bei Osteoporose
4. Magnesium....(man schaue selbst für was das gut ist)
5. Carotinoide bei Makula-Degeneration
etc. etc.
Nur ein kleines, aber typisches Beispiel:
"Vor wenigen Jahren publizierten Forscher der Universität Oxford eine Studie zu M. Alzheimer. Die Patienten erhielten hochdosiert Vitamin B12. Kernspintomographische Untersuchungen zeigten ein siebenfach langsameres Fortschreiten der Hirnatrophie im Vergleich zur Plazebogruppe. Erstaunlicherweise wird dieses sensationelle Ergebnis weder in der Fachpresse diskutiert, noch wird in der Laienpresse darüber berichtet."

Fussreflextherapie wirkt wunderbar schnell bei vielen Erkrankungen (v.a. Bewegungsapparat-Schmerzen), diese Erfahrung durfte ich seit Jahrzehnten immer wieder machen.
Die große deutsche GERAC-Studie hat für die Scheinakupunktur alleine eine doppelt so gute Wirkung ergeben wie Orthopäden-Behandlung PLUS Physiotherapie (korrekte Akupunktur war noch besser). Und da kommen immer wieder diese Scientisten und Pseudoskeptiker daher und wollen alles schlecht reden. Sollen die davon profitierenden Patienten stattdessen lieber "Chemie" schlucken? Offenbar. Da stellt sich mir die Frage: WER PROFITIERT DAVON?
Avatar #691359
am Dienstag, 18. Februar 2020 um 00:33

Verschleiern, Verdrehen, Verleugnen...

... all dies ist man von MITDENKER mittlerweile gewohnt. Da ist sein letzter Beitrag keine Ausnahme.

Orthomolekulare Therapie hat nur auf den ersten Blick etwas mit Medizin zu tun. Ja, der menschliche Körper ist auf bestimmte Vitamine und Mineralstoffe angewiesen. Und ja, es gibt einige wenige Indikationen, wo eine Supplementierung notwendig ist. Wer sein Geld für Nahrungsergänzungsmittel zum Fenster hinauswerfen will, darf dies natürlich auf eigene Verantwortung tun. Aber ein echter Vitamin/Nährstoffmangel ist wesentlich seltener als die Verfechter der Orthomolekularen Therapie behaupten. Wenn eine Supplementierung erforderlich ist, sollte dies unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, um parallel die Ursache des Mangels zu ergründen, in der Regel erfordert dies diagnostische Ressourcen, über die ein Heilpraktiker nicht verfügt. Die hochdosierte Gabe von Vitamin C ist oral nicht möglich, deshalb auch in früheren Diskussionen der Aufschrei seitens der Heilpraktiker, wenn es um das Verbot von i.v.-Therapien für Heilpraktiker geht. Die Haltung der Schulmedizin dazu ist eindeutig. Für den Normalfall reicht eine ausgewogene Mischkost. Übrigens sind wir hier nicht bei der Bild-Zeitung, wenn anekdotisch Studien zu Alzheimer und Vitamin B12 in den Raum geworfen werden, gehört es zum guten Ton dies mit Originalquelle zu versehen. Ich schreibe hier in meiner Freizeit und sehe keinen Sinn darin, für Denkfaule die Arbeit der Literaturrecherche zu erledigen.

Und wieder versucht MITDENKER mit einer Metaanalyse eine spezifische Wirksamkeit der Homöopathie zu beweisen. Wenn die Anhänger der Homöopathie über einen Rest an Selbstreflektion verfügen würden, würden sie sehen, dass hier das Studiendesign der Metaanalyse zweckentfremdet wird, um erstens schnellstmöglich Abstand zu den zweifelhaften Rohdaten zu gewinnen und zweitens aus vielen kleinen Pseudoevidenzen eine große Pseudoevidenz zu berechnen. Weder sind es seltene Krankheiten, welche homöopathisch behandelt werden, noch sind die Globuli exorbitant teuer. Es gibt viele Einzelstudien mit Stichprobengrößen zwischen 20 und 40, und dann gibt es Metaanalysen. Was fehlt sind saubere Einzelstudien mit ordentlichen Stichproben oder ggf. für seltenere Fragestellungen Multizenterstudien.
Mit der Problematik des Studiendesigns bei Homöopathie hatte ich mich bereits in früheren Diskussionsrunden beschäftigt:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/104596/Koalitionspolitiker-uneinig-ueber-Erstattung-homoeopathischer-Mittel
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/107261/Bayerischer-Landtag-fuer-Homoeopathiestudie
Einer Frage geht Prof. Hahn übrigens komplett aus dem Weg: Gibt es bei der Frage der Wirksamkeit der Homöopathie Unterschiede zwischen Publikationen in konventionellen wissenschaftlichen Zeitschriften und alternativmedizinischen Zeitschriften? Wenn ja (was als sehr wahrscheinlich anzunehmen ist), dann zeigt dies ein erhebliches publication bias. Daraus folgt die nächste Frage, ist die Qualität in alternativmedizinischen Zeitschriften geringer, einfach weil die Reviewer aufgrund des Binnenkonsens innerhalb des Journals weniger streng bei Defiziten der eingereichten Arbeiten sind? Wird diese Frage mit Ja beantwortet, dann sind Metaanalysen automatisch vom Tisch, weil diese Methode nur bei Rohdaten ohne systematischen Fehler anwendbar ist.

Wenig überraschend ist der Versuch von MITDENKER das eigene Methodenspektrum schönzureden. Über Homöopathie wurde schon ausreichend gesprochen. Eine Fußreflextherapie mag für den Patienten eine kurzzeitige Linderung bringen, ist aber dem Wellnessbereich zuzuordnen. Überhaupt scheint MITDENKER in der Grauzone zwischen Physiotherapie, Wellness und Scharlatanerie (der Hinweis auf das Psiram-Gütesiegel war als deutlicher Hinweis gedacht) seine Nische gefunden zu haben. Solange die Kunden privat dafür zahlen, ist dagegen nicht einzuwenden, nur mit Heilkunde hat dies nicht mehr viel zu tun. Ich würde ja gern etwas mit MITDENKER lachen, aber wenn ich sehe, in welcher pseudowissenschaftlichen Blase er sich verbarrikadiert hat, bleibt mir das Lachen im Halse stecken...
Avatar #759489
am Dienstag, 18. Februar 2020 um 00:42

Vitamin C in China - Corona-Virus

Tja, die Chinesen sehen vieles anders als unser evidenzb(l)asierter S. Rex. "Für den Notfall" reicht eben nicht die ausgewogene Mischkost:

Vitamin C Infusion for the Treatment of Severe 2019-nCoV Infected Pneumonia
https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04264533

Damit hat er Recht:
" Ich schreibe hier in meiner Freizeit und sehe keinen Sinn darin, für Denkfaule die Arbeit der Literaturrecherche zu erledigen."
Deshalb - selbst nachrecherchieren!

Trotzdem, für Interessierte einige Hinweise zur Wirksamkeit von B-Vitaminen bei Demenz/Alzheimer:

https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Vitamin-B12-beugt-moeglicherweise-Alzheimer-vor-282163.html

https://www.pnas.org/content/early/2013/05/16/1301816110

Und lassen wir weitere Doktoren zu Wort kommen:
https://www.vitaminb12.de/mangel/demenz/
(die Orig.-Quellen stehen dort unter dem Artikel, damit nicht wieder jemand meckert, weil er zu faul zum suchen ist)

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