szmtag Forum: Diese Experten kennen auch die Lotto-Zahlen von morgen :-)
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Avatar #106067
am Donnerstag, 12. März 2020 um 19:26

"Da staunt der Fachmann...

und der Laie wundert sich."

Ausgerechnet Medizin- und Versorgungs-fremde bzw. volks- und betriebswirtschaftlich den großen Krankenhaus-Konzernen nahestehende Krankenhausexperten wie Professor Boris Augurzky vom RWI, Professor Reinhard Busse von der TU Berlin oder Professor Max Geraedts von der Uni Marburg hatten noch im Sommer letzten Jahres interessegeleitet ein Zerrbild entwickelt, das in eine IGES-Simulationsrechnung der Kliniklandschaft mündete.

Ein Report von Bertelsmann-Stiftung (BS) und IGES-Institut konterkarierte die im ländlichen Raum geförderten Kliniken: Sie sollten wieder geschlossen werden. Paradoxerweise "damit die Versorgung der Patienten verbessert werden kann. Von den derzeit knapp 1.400 Krankenhäusern sollten nur deutlich weniger als 600 größere und bessere Kliniken erhalten bleiben.

Aktuell behauptet jetzt tatsächlich einer der Autoren von 2019: "Selbst extrem hohe Erkrankungszahlen könnte unsere System abfedern“, so der Gesundheitsökonom und Mediziner Professor Reinhard Busse von der TU Berlin am Mittwoch in Berlin bei einem Pressegespräch.

Doch kann Deutschland auch bei einer deutlichen Ausweitung der SARS-CoV-2-Epidemie die stationäre Versorgung gewährleisten? Knapp 28.000 Intensivbetten an den Krankenhäusern gibt es hierzulande. Damit sei die Bundesrepublik lt. Prof. Busse „deutlich besser“ ausgestattet als Italien vernachlässigt allerdings, dass die Intensivbetten in D derzeit alle mit "critical care" Patienten belegt sind.

Für Corona COVID-19 Patientinnen und Patienten stehen diese außerdem allein aus logistisch-infektiologischen Gründen überhaupt noch nicht zu Verfügung.

Fazit: Wer rigoros 2019 mehr als die Hälfte aller Kliniken in Deutschland schließen wollte, ist 2020 wenig glaubwürdig und sollte sich bedeckt halten, wenn er mit ausreichenden Intensivbetten bei der Bewältigung von SARS-CoV-2-Viruspandemien und pulmonal-invasiven COVID-19-Erkrankungsfällen prahlen möchte.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Mauterndorf/A)
Avatar #799141
am Donnerstag, 12. März 2020 um 19:58

Überlastung deutscher Krankenhäuser Unwahrheit

Kann diese Auffassung nicht teilen!

Die Vergangenheit hat bereits gezeigt, dass es zu Überlastung kommt in der Hochburg von Influenza und freie Intensivbetten bundesweit gesucht wurden.

Ein rapider Anstieg von Coronavirus zeitgleich zur jetzigen Lage mit Influenza wird das Gesundheitswesen an ihre Grenzen bringen.
Avatar #799141
am Donnerstag, 12. März 2020 um 19:58

Überlastung deutscher Krankenhäuser Unwahrheit

Kann diese Auffassung nicht teilen!

Die Vergangenheit hat bereits gezeigt, dass es zu Überlastung kommt in der Hochburg von Influenza und freie Intensivbetten bundesweit gesucht wurden.

Ein rapider Anstieg von Coronavirus zeitgleich zur jetzigen Lage mit Influenza wird das Gesundheitswesen an ihre Grenzen bringen.
Avatar #88767
am Donnerstag, 12. März 2020 um 21:14

Diese Experten kennen auch die Lotto-Zahlen von morgen :-)

Ich habe verstanden, dass es in D deutlich mehr Intensivbetten pro Einwohner gibt als in Italien. Das kann ich nachprüfen und an der Aussage ist nicht zu rütteln.

Nur wie man zur Einschätzung kommen kann, dass die Kapazitäten ausreichend sein werden, ohne auch nur halbwegs genau sagen zu können, wie hoch der Bedarf sein wird - das hat was. Wenn man dem Virologe Prof. Drosten folgt, hängt ganz viel von den Maßnahmen sowie vom Zeitpunkt ab, zu dem diese ergriffen werden. Da ist derzeit noch ganz viel in Bewegung.

Wenn sich ein "Experte" trotzdem dazu hinreißen lässt zu suggerieren, dass es in D genügend Intensivbetten gäbe, dann kennt er bestimmt auch die Lotto-Zahlen von morgen. Es mag sein, dass wir genügend Intensivbetten haben. Es kann auch das Gegenteil der Fall sein.

Und, werter Herr Experte, mit Intensivbetten alleine, selbst wenn es genügend gäbe, ist die Schlacht noch nicht gewonnen. Man braucht auch ausgebildetes Personal. Wenn ich die Berichterstattung aus Italien sehe, dann arbeiten die dortigen Intensivpflegekräfte und Ärzte weit über das normale Maß hinaus. Wir haben in D schon ohne COVID-19 Intensivstationen wegen Personalmangels schließen müssen (eleganter formuliert: sie wurden abgemeldet). Was wird passieren, wenn wir nicht nur einige Tage sondern über viele Wochen oder gar Monate Hochbetrieb auf Intensiv haben?

Genügend Betten? Vielleicht.
Genügend qualifiziertes Personal? Hoffentlich!
Avatar #666432
am Donnerstag, 12. März 2020 um 22:51

Unvollständige Berechnung

Sorry, aber ich kann den Berechnungen des Herrn Prof. Busse nicht folgen bzw. er hat seine Modellrechnung nicht zu Ende geführt!
Die Vorgaben von Prof. Busse sind: 20.000 Menschen pro Tag erkranken neu an COVID-19, davon werden 10% beatmungspflichtig.
Wenn es uns gelingen würde, theoretisch gleichmäßig die Infektionen über ein Jahr (= 365 Tage) zu verteilen, dann komme ich zu folgender Rechnung: 20 000 Erkrankte x 365 = 7,3 Mio. Erkrankte pro Jahr. Laut Wikipedia leben in Deutschland derzeit ca. 83 Mio. Menschen. Das ergibt eine Differenz von 75,7 Mio Menschen (Der Virologe Prof. Drosten sagt ganz klar: jeder auf dieser Erdkugel wird sich im Verlauf der Pandemie infizieren, da keinerlei Immunität besteht).
Frage: Wer versorgt die „restlichen“ 75,7 Mio Menschen in Deutschland bzw. 7,57 Mio beatmungspflichtige Menschen?
Ich wünsche mir, dass diese Modell-Rechnungen nicht Wirklichkeit werden!

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