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Avatar #824504
am Donnerstag, 9. April 2020 um 16:29

Es geht doch nicht um die Väter

Es ist ja toll, dass die Väter ach so verständnisvoll sind (angeblich). Darum geht es aber nicht! Es geht um die Frau, die Gebärende, welche Unterstützung und Beistand braucht von einer Vertrauensperson. Und die Frauen haben ein Recht darauf, diese Person mit zu nehmen und zwar nicht erst ab den Presswehen (wer denkt sich überhaupt so eine Regelung aus??)
Avatar #824489
am Freitag, 10. April 2020 um 14:23

Veto angemessen

„COVID-19: Veto zur Hausgeburt“
Kein vernünftiger Mensch zweifelt an der Qualität der heutigen Notfallmedizin. Kein vernünftiger Mensch würde Corona-Infizierten Frauen eine Geburt zuhause empfehlen. Jedoch aus den wenigen Fällen betroffener Frauen oder Paare ein Verbot für alle etablieren zu wollen, ist vermessen. Ein Verbot für Hausgeburten bzw, außerklinische Geburten zu fordern, verstößt klar gegen geltendes Recht. Veto bedeutet wörtlich „Ich verbiete“. Derjenige, der verbietet, muss legitimiert sein und gesetzliche Befugnisse dazu haben.
Das Selbstbestimmungsrecht, Grundgesetz in Artikel 2 (2) schließt mit der Zuständigkeit für die eigene Gesundheit ein Wahlrecht über den Geburtsort ein. Von immer mehr Eltern wird die außerklinische Geburt erwogen, weil die Klinik offensichtlich ein Ort geworden ist, bei dem sich Eltern nicht mehr sicher fühlen, ob ihre Bedürfnisse geachtet werden, ob z.B. in den Hormonhaushalt zur Wehenentwicklung eingegriffen wird, um die Geburt zu beschleunigen, wie es mittlerweile bei ca 30 % der Fall ist. Die Wahl des Geburtsortes zuhause als unsolidarisch hinzustellen, erscheint grotesk, denn dort belasten Eltern das Gesundheitssystem nicht. 85 % der außerklinischen Geburten verlaufen reibungslos. Gut, dass nur bei 15 % dieser Geburten ärztliche Hilfe erforderlich ist. Und wie gut, dass es diese gibt, weil diese Notfälle mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der Klinik aufgetreten wären.
Avatar #824489
am Freitag, 10. April 2020 um 14:27

Veto angemessen?

Kein vernünftiger Mensch zweifelt an der Qualität der heutigen Notfallmedizin. Kein vernünftiger Mensch würde Coronainfizierten Frauen eine Geburt zuhause empfehlen. Jedoch aus den wenigen Fällen betroffener Frauen oder Paare ein Verbot für alle etablieren zu wollen, ist vermessen. Ein Verbot für Hausgeburten bzw, außerklinische Geburten zu fordern, verstößt klar gegen geltendes Recht. Veto bedeutet wörtlich „Ich verbiete“. Derjenige, der verbietet, muss legitimiert sein und gesetzliche Befugnisse dazu haben.
Das Selbstbestimmungsrecht, Grundgesetz in Artikel 2 (2) schließt mit der Zuständigkeit für die eigene Gesundheit ein Wahlrecht über den Geburtsort ein. Von immer mehr Eltern wird die außerklinische Geburt erwogen, weil die Klinik offensichtlich ein Ort geworden ist, bei dem sich Eltern nicht mehr sicher fühlen, ob ihre Bedürfnisse geachtet werden, ob z.B. in den Hormonhaushalt zur Wehenentwicklung eingegriffen wird, um die Geburt zu beschleunigen, wie es mittlerweile bei ca 30 % der Fall ist. Die Wahl des Geburtsortes zuhause als unsolidarisch hinzustellen, erscheint grotesk, denn dort belasten Eltern das Gesundheitssystem nicht. 85 % der außerklinischen Geburten verlaufen reibungslos. Gut, dass nur bei 15 % dieser Geburten ärztliche Hilfe erforderlich ist. Und wie gut, dass es diese gibt, weil diese Notfälle mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der Klinik aufgetreten wären.
Avatar #824513
am Samstag, 11. April 2020 um 11:57

Verbot ("Veto") von Hausgeburten inakzeptabel

Argumente für die außerklinische Geburtshilfe möchte ich hier nicht aufführen. Dies ist an anderen Stellen hinreichend und sehr zuverlässig geschehen. Dabei kommt, mit Blick auf die Evidenz und Sicherheit, außerklinische Geburtshilfe nicht so schlecht weg (im Gegenteil), wie es Gynäkologen gerne weismachen wollen.

Was der vorliegende Artikel nicht berücksichtigt, sind die grundsätzlichen Rechte der Frau. Niemand hat das Recht, einer Frau den Wunsch nach einer Hausgeburt streitig zu machen oder Hausgeburten per se zu verbieten – und zwar unabhängig von Corona. Vielmehr muss der Anspruch sein, Ängsten der Frauen sensibel zu begegnen und evidenzbasiert aufzuklären.

Es ist unerheblich, welche Einstellung Mediziner gegenüber der außerklinischen Geburtshilfe einnehmen. Was zählt, ist allein der Wunsch der Frau als eigenständig handelnde, mündige Person.
Die freie Wahl des Geburtsortes ist in unserem Land ein hohes Gut, auch wenn die widrigen Rahmenbedingungen die Frauen an der Ausübung dieses Rechtes sehr häufig hindern.

Jede Frau, die in Coronazeiten nicht in die Klinik gehen muss, entlastet geradezu das System. Die geringe Verlegungsrate und die insgesamt niedrigere Kaiserschnittrate bei außerklinisch begonnenen Geburten sprechen eben doch für diese, sofern die Frau das explizit wünscht und gut vorbereitet ist. Jeder Kaiserschnitt, der aufgrund von Angst und unzureichender Geburtsbegleitung im Kreißsaal vermieden werden kann, ist ein Gewinn nicht nur für die Familien, sondern auch für die Klinik.

Anstatt die außerklinische Geburtshilfe zu verteufeln und den Frauen Unverantwortlichkeit vorzuwerfen, gilt es gemeinsam nach guten Lösungen für die geburtshilfliche Versorgung in dieser Krisensituation zu suchen: gemeinsames evidenzbasiertes Handeln von klinischem Personal, niedergelassenen Hebammen und Ärztinnen und Ärzten sowie den Frauen. Dazu zählt z.B., alternative Betreuungs- und Schutzkonzepte für Low-Risk-Schwangere bereitzustellen, wie etwa nach dem Vorbild in den Niederlanden Geburtsstationen nahe der Klinik einzurichten, um möglichst viele Familien aus den Kliniken fern zu halten.

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