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am Donnerstag, 2. Juli 2020 um 13:31

CRPS Schmerzfreiheit nach SCS-Implantation

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Morbus Sudeck: Schmerzkontrolle und Restitution der Funktionalität
aus Deutsches Ärzteblatt 3/2018 vom Freitag, 19. Januar 2018
Ein Fall aus der eigenen Familie: Meine Tochter, Jahrgang 1987, erlitt im Juni 2019 einen Freizeitunfall mit Metatarsalfraktur, Anriss der Strecksehne und Überdehnung der Seitenbänder im linken Fuß. Rückbildung der Schäden ohne chirurgischen Eingriff. Im Laufe der folgenden Wochen kam es zur Ausbildung eines Morbus Sudeck. Beginnend mit Schmerzen von 3 – 5 auf der numerischen Schmerz-Rating-Scala zogen wir einen Schmerztherapeuten zu Rate. Die Medikation endete im Juni mit Pregabalin 1200 mg/die, Duloxetin 60mg, Amitriptylin 70mg zur Nacht, Acetylcystein 1200 mg/d, DMSO-Salbe, Hydromorphon 64mg/d und zwei Versatis-Pflastern. Zusätzlich erfolgte Physio- und Ergotherapie unter Einsatz der Spiegeltherapie nach Ramachandran. Eine Linderung der Schmerzen trat nicht ein. Ein mehrwöchiger stationärer Aufenthalt in der Rommelklinik Bad Wildbad mit anschließender ebenfalls mehrwöchiger Behandlung in der m&i Fachklinik Ichenhausen führte zu keiner Linderung. Im Gegenteil stieg der Schmerzpegel auf beständige zehn auf der Scala. Die völlige Immobilität führte schließlich in den Rollstuhl. Sogar eine Amputation des linken Unterschenkels wurde von uns in Erwägung gezogen.
Intensive Recherchen führten schließlich zur Beta-Klinik Bonn, die für medikamentös austherapierte Fälle von CRPS Typ II das SCS (Spinal Cord Stimulation) Verfahren anbietet. Die von Prof. Thomas Gasser durchgeführte Implantation des SCS-Stimulators der Firma Medtronic erbrachte am Tag der OP vollständige Schmerzfrei-heit.
Der Erfolg rechtfertigt die hohen Kosten der OP, da nach Berechnungen der SUVA (Schweizerische Unfallversicherungs-Anstalt) sich die durchschnittlichen Kosten der konventionellen medikamentösen Therapie bei CRPS auf 150.000 CHF belaufen.
Also auch aus ökonomischer Sicht ein Erfolg.

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